Großer Andrang an der Jubach-Talsperre

Wassermeister Ralf Heddrich (links) begleitete die Besuchergruppen in die technischen Anlagen der Staumauer. - Foto: Negel-Täuber

Kierspe - Am „Tag des Wassers“ herrschte großer Andrang an den technischen Anlagen der Jubach-Talsperre. Mehr als 100 Besucher meldeten sich zu den Führungen mit Wassermeister Ralf Heddrich der Stadtwerke an. Mit soviel Andrang hatten die Veranstalter gar nicht gerechnet.

Der Kontrollgang mit seiner hochgerüsteten Technik entlang der Mauer und die Wasseraufbereitung im angrenzenden Wasserwerk stieß auf reges Interesse bei den Besuchern.

Über schmale Stahltreppen ging es durch enge Gänge, in denen eine konstante Temperatur von 10 bis 14 Grad herrscht. Dicke grüne Rohre ziehen sich durch den Gang, an zahlreichen Kontrollpunkten werden Sickerwasser oder Schwankungen der Mauer gemessen. Auf ein Tausendstel Millimeter genau seien die Messungen der Lotanlage, erklärt Ralf Heddrich. Normal seien Schwankungen bis zu einem Zentimeter im Jahr. Die ergeben sich vor allem durch Hitze und Kälte, die die Steine ausdehnen oder zusammenziehen.

Anfang der 1990er Jahre wurde die Staumauer umfassend saniert. Neue Drainagen und eine Betonmauer, die an der Wasserseite gegossen wurde, beseitigten den Sohlendruck. Der sei ein Geburtsfehler aller von Otto Intze gebauten Staumauern, meinte der Wassermeister. Der „Mauer-Papst“ errichtete zu Beginn des 20. Jahrhunderts zahlreiche Talsperren in ganz Deutschland.

Die Jubach-Talsperre ist eine Trinkwassersperre. Ursprünglich errichtet, um den Wasserstand der Volme für die heimische Industrie zu regulieren, versorgt sie heute zusammen mit den anderen Talsperren des Wasserbeschaffungsverbands Lüdenscheid (WBV) den südlichen Märkischen Kreis mit Wasser.

Die abgeschiedene Lage ist da nur von Vorteil. Industrieanlagen in unmittelbarer Umgebung gibt es nicht und mit der Landwirtschaftskammer hat der WBV eine enge Kooperation mit dem Ziel wasserschonender Anbaumethoden der heimischen Landwirte.

Trotzdem muss das sogenannte Rohwasser in mehreren Filterstufen gereinigt und desinfiziert werden. Dabei durchläuft es mehrere Becken mit stark kalkhaltigem Sand, der dafür sorgt, dass das Wasser mit seinem hohen Kohlensäureanteil weniger sauer und damit weniger schädlich für die Leitungen ist, durch die es anschließend fließt. Außerdem wird dem Wasser Eisen entzogen – Rost im Wasser hat der Verbraucher auch nicht so gerne.

Ralf Heddrich musste viele Fragen beantworten zu technischen Einzelheiten, Sicherheitsmaßnahmen und Umweltschutz. Die Trinkwasseranalyse für das Jahr 2013 lag zum Mitnehmen aus. Sie umfasst nicht weniger als dreißig Positionen, von Farbe und Temperatur über die chemische Zusammensetzung bis hin zur – nicht vorhandenen - Verunreinigungen durch Bakterien.

Von der hohen Wasserqualität konnten sich die Besucher bei einer anschließenden „Verkostung“ überzeugen. Die geheimnisvollen, farbigen Flüssigkeiten, die ebenfalls bereitstanden entpuppten sich dabei schlicht als Sirup. - bnt

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