Kein Aktienkauf durch Bäderbetrieb

Kierspe - Gegen einen Kauf von weiteren Enervie-Aktien durch den Bäderbetrieb hat sich der Hauptausschuss in nichtöffentlicher Sitzung ausgesprochen – und damit einen Beschluss des Aufsichtsrates des Bäderbetriebes gekippt.

Von Johannes Becker

Dass überhaupt Aktien zum Verkauf stehen, liegt an den wirtschaftlichen Problemen des Energieversorgers RWE, der mit 19 Prozent an dem Hagener Unternehmen Enervie beteiligt ist. Ansonsten sind es vor allem Städte und Gemeinden des Märkischen Kreises, die über Anteile verfügen. Und dort liegt auch das Vorkaufsrecht für die zum Verkauf stehenden Aktien des Essener Großkonzerns – allerdings nur insgesamt acht Wochen.

Kierspe und der Bäderbetrieb gehören zu den Aktienbesitzern – und somit auch zu den Vorkaufsberechtigten. Der Bäderbetrieb hätte demnach für etwas mehr als 600 000 Euro Aktien kaufen können. Allerdings fehlte dem Unternehmen das nötige Kapital. Lediglich ein Kredit hätte diesen Kauf ermöglicht und damit eine mögliche Rendite aus dem Kauf um 20 Jahre nach hinten geschoben. Während der Bäderbetrieb-Aufsichtsrat trotzdem dafür war, sprach sich der Hauptausschuss gegen einen Kauf aus. Unkenntnis über die Zinsentwicklung und den Energiemarkt waren dabei die ausschlaggebenden Gründe. „Allerdings sind auch viele Informationen über die mit dem Kauf verbundenen Risiken erst öffentlich geworden, nachdem der Aufsichtsrat getagt hatte“, erklärt Bürgermeister Frank Emde.

Bleibt noch die Entscheidung der Stadt, die ebenfalls für knapp 600 000 Euro Aktien kaufen könnte. Allerdings hat sich Kierspe bereits vor Jahrzehnten von seinen Aktien getrennt und diese „treuhänderisch und wirtschaftlich“ an die Stadtwerke übergeben. Ein Ratsbeschluss gestattet es dem Aufsichtsrat der Stadtwerke, frei über den Kauf zu entscheiden. Wirtschaftlich wären diese auf jeden Fall dazu in der Lage. Ob es aber letztlich zu dem Geschäft kommt, entscheidet der Aufsichtsrat in einer Sitzung am morgigen Freitag.

Alle anderen Städte und Gemeinden des Märkischen Kreises und auch die kreisfreie Stadt Hagen haben sich gegen einen weiteren Kauf von Aktien entschieden.

Gesprochen wurde im nichtöffentlichen Teil des Ausschusses auch über den Wunsch des Vereins „Hand in Hand“, das gesamte Bürgerhaus an der Fritz-Linde-Straße zu mieten – einschließlich des großen Saals.

Eine Entscheidung, ob es dazu kommt und wenn ja, zu welchen Konditionen, trifft allerdings erst der Rat in der kommenden Woche.

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.
Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare