Stadtmarketingverein lädt zum vierten Unternehmerfrühstück in Firma Plastika

Andrea Bornträger schilderte die dramatischen Ereignisse vor zwei Jahren und die dabei entstandenen Schäden und Folgen für das Unternehmen. - Foto: Müller

KIERSPE -   Versicherungschutz im Brandfall stand im Mittelpunkt des vierten Unternehmerfrühstücks, zu dem der Stadtmarketingverein am Montag in die Firma Plastika Orth und Wächter an der Osemundstraße eingeladen hatte. Das Unternehmen, das gerade sein 50-jähriges Bestehen feierte, wurde aus gutem Grund als Veranstaltungsort gewählt, war es doch im Jahre 2011 selbst von einem Brand betroffen gewesen.

Rund 50 Unternehmer waren der Einladung gefolgt, um diese Plattform zur Information und zum Gedankenaustausch zu nutzen. Sie wurden von den Geschäftsführern Stefan Orth und seiner Schwester Andrea Bornträger begrüßt, die die dramatischen Ereignisse vor zwei Jahren und die dabei entstandenen Schäden und Folgen für das Unternehmen noch einmal anhand eindrücklicher Fotos schilderte. Durch ein Feuer, das von Brandstiftern in einem neben dem Gebäude stehenden Container gelegt worden war, war in den frühen Morgenstunden des 13. März 2011 eine Halle in Brand geraten, die später abgerissen und neugebaut werden musste.

Andrea Bornträger berichtete von den Gefühlen der Ohnmacht und Hilflosigkeit, der Trauer und Wut, aber auch von der Hilfsbereitschaft durch Nachbarn und Freunde sowie der professionellen Unterstützung durch die Feuerwehr, das DRK sowie der Versicherungmitarbeiter und Schadensregulierer, die sofort nötige Informationen lieferten. „Wir haben damals Gespräche mit Menschen führen können, die ihre Aufgaben verstehen. Viele haben uns mit Rat und Tat zur Seite gestanden, und da alle vor Ort waren, durften wir sie auch schon einmal nachts aus dem Bett holen“, zeigte sie sich dankbar.

Zu den Folgeschäden durch Feuer, Hitze und Löschwasser kam noch eine Betriebsunterbrechung, da nicht nur das Gebäude, sondern auch die Maschinen bis auf zwei vernichtet wurden. Unter provisorischen Bedingungen, ohne Werkzeuge, und zeitweise auch ohne Strom, Heizung und Telefon musste die Arbeit wieder aufgenommen werden. „Es war eine harte Zeit, aber eine solche Katastrophe kann auch als Chance genutzt werden, mit neuen Maschinen, neuem Gebäude und mit positivem Blick in die Zukunft zu schauen“, zog Andrea Bornträger ein Resümee.

Boris Gürtler von der Allianzversicherung riet den Unternehmern in seinem Referat zu regelmäßigen Gesprächen mit Versicherungsfachleuten und Sachverständigen möglichst vor Ort sowie einer jährlichen Firmenbegehung, um zu prüfen, ob der Versicherungsschutz noch angemessen und ausreichend, die Betriebssicherheit und der Brandschutz gewährleistet sind. Nur so lasse sich eine Unterversicherung im Schadensfall vermeiden.

Das Anlage- und Umlaufvermögen sollten zum Schutz des Unternehmenskapitals in der Sachversicherung enthalten sein, Inhalts- und Immobilienversicherung sollten auch die kaufmännische und technische Betriebseinrichtung einschließen. Aufräumungs-, Abbruch- und Feuerlösch- und mögliche Neubaukosten seien ebenfalls zu berücksichtigen, ferner fremdes Eigentum (geliehene Maschinen oder Waren). Als besonders wichtig nannte Gürtler die Betriebsunterberechungsversicherung, mit der bis zur Wiederaufnahme der Geschäftstätigkeit die anfallenden Kosten wie Gehälter, Miete, Bankzinsen sowie der Geschäftsgewinn gedeckt werden könne. Dabei sei vor allem auf eine ausreichend lange Haftzeit, möglichst länger als 12 Monate, zu achten.

Brennende Container, wie im Falle der Firma Plastika, seien übrigens häufig die Ursache für die Entstehung eines Brandes, berichtet der Referent. Sie sollten deshalb verschließbar und in mindestens 2,5 Metern vom Gebäude untergebracht sein.

Wie schnell es zu einem Schadensfall kommen kann, zeigte sich am Fehlen des zweiten Referenten, des Diplom-Ingenieurs Thomas Hass. Er konnte diesen Termin nicht wahrnehmen, da er zu einem neuen Schadensfall gerufen worden war.

Bürgermeister Frank Emde rief die Unternehmer in seinem kurzen Grußwort dazu auf, sich dem Unternehmensvergleich „Top 100“ zu stellen, dessen Mentor der Wissenschaftsjournalist und Moderator Ranga Yogeshwar ist und bei dem die innovativsten Mittelständler Deutschland ermittelt werden. Ferner teilte Emde mit, dass, bei Zustimmung des Rates, im Haushalt 2014 trotz eines Defizits von über vier Millionen Euro keine Anhebung des Gewerbesteuerhebesatzes vorgesehen sei. - luka

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