In Kierspe wird ein Stück Geschichte geschmiedet

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Karl-Heinz Kraus zeigt den Eisenrohling, aus dem auch unter dem Fallhammer ein Spaten in Handarbeit hergestellt wird – eine Hommage an die Zeit der „Breite Ware“ in Kiersper im 19. Jahrhundert.

Kierspe - Die Idee kam beim Stadtmarketingverein im Mai des vergangenen Jahres auf – 19 Monate später waren dann alle Probleme gelöst: Den ersten Afrika-Spaten nahm am Mittwoch Beigeordneter Olaf Stelse im Schleiper Hammer entgegen – und freute sich über ein greifbares Stück Heimatgeschichte.

Überreicht wurde der Spaten durch Gerd Reppel und Kristina Semeraro vom Stadtmarketingverein, den beiden Vorstandsmitgliedern des Heimatvereins, Peter Heins und Karl-Heinz Kraus sowie dem Metallprofi Bernd Kluth. 

„Damals dachte ich, dieses kleine Ding könnte schnell produziert und die Idee verwirklicht werden“, erklärte Gerd Reppel bei der Vorstellung des Afrika-Spatens. „Niemals hätte ich mir vorgestellt, wie viele kleine Probleme dem entgegenstehen könnten.“ Ein Gesenk (Werkzeug) musste hergestellt werden, was schließlich mit Unterstützung der Lehrwerkstatt der Firma Otto Fuchs in Meinerzhagen gelang. 

Dann waren Stiele zu besorgen, eine ansprechende Verpackung zu entwerfen sowie herzustellen und natürlich der Spaten selbst zu produzieren. Gerd Reppel warf einen kurzen Blick auf die Historie der Afrika-Spaten, deren Produktion der heimischen Region Arbeit und Brot brachte. Wer sich mehr für diese Zeit interessiert, dem empfiehlt Reppel die Texte, die von Hans Ludwig Knau verfasst wurden und die dem Spaten beigefügt werden. 

Der Kiersper Afrika-Spaten werde von den Schmieden in Handarbeit vom Schmiedefeuer über den Fallhammer bis hin zu Hammer und Amboss hergestellt. Sogar der Holzstiel wurde in einem kleinen Sägewerk per Hand gefertigt. Gleiches gelte für die Verpackung. Und das alles unter dem Gesichtspunkt, dass es auch noch bezahlbar ist, denn individuelle, geringe Stückzahlen stelle die Industrie nicht her, verdeutlichte Reppel. Jeder Spaten sei daher ein Unikat mit einer eingeschlagenen Nummer. 

„Mit der Miniaturausgabe des Afrika-Spatens wollen wir an ein Stück Kiersper Heimatgeschichte erinnern“, erklärt Gerd Reppel – und fügt hinzu, dass der Reinerlös aus dem Verkauf an den Heimatverein beziehungsweisen den Schleiper Hammer geht. 

Der erste Spaten, auch wenn er die Nummer 3 eingraviert hat, geht aber an die Stadt und soll, darauf wies Olaf Stelse hin, einen besonderen Platz im Rathaus finden.

18 Spaten sind bislang produziert und werden zum Preis von 25 Euro vom Stadtmarketingverein verkauft. 50 Spaten sollen es erst einmal werden, Interessierte können sich bei Geschäftsführerin Kristina Semeraro einen Afrika-Spaten reservieren lassen unter Tel. 0 23 59/66 11 40.

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