Auf 32 Kilometern in die Geschichte eintauchen

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Stellten die Stadtrundfahrten vor: Gerd Reppel (links), Dagmar Schröder-Becker (2. von links) und Monika Lehmann (rechts). Mit dabei die Stadtführer Marlen Vedder (3. von links), Silvia Baukloh (2. von rechts) und Clemens Wieland.

Kierspe  - Durchs Autofenster betrachtet, sind es für denen einen oder anderen nur alte Bäume, historische Gebäude, Bausünden der 1970er Jahre und eben der Kleinstadtcharme, der sichtbar wird. Für die Kiersper ist das, was sie sehen, aber auch Heimat und Lebensmittelpunkt.

Für den Historiker ist es vor allem eines: spannend. Wichtige Handelsrouten verliefen über das Stadtgebiet, die Eisenverarbeitung erfuhr Entwicklung und es gab einen Meilenstein der Schulentwicklung. All das wollen die Mitglieder des Stadtmarketingvereins im Rahmen einer Stadtrundfahrt unter einen Hut bringen.

„In Großstädten ist es für mich ganz normal, bei einem Besuch eine Stadtrundfahrt zu buchen. Als ich vor einiger Zeit in Frankfurt im Bus saß, habe ich überlegt, ob das nicht auch etwas für Kierspe sein könnte“, erzählt Gerd Reppel. Dem Schriftführer des Stadtmarketingvereins fiel es nicht schwer, seine Vorstandskollegen von der Idee zu überzeugen. Und auch die Reiseführer waren schnell gefunden. Noch in diesem Jahr sollen die ersten vier Fahrten an festgelegten Terminen stattfinden.

Für 5 Euro – Kinder bis zwölf Jahre fahren sogar kostenlos – geht es am 24. April, 31. Juli, 4. September und 9. Oktober zwei Stunden lang durch die Stadt. Aufgrund der engen Straßen an einigen Stellen wird ein Bus eingesetzt, in dem maximal 24 Reisende Platz finden.

Die 32 Kilometer lange Tour startet jeweils um 14 Uhr am Rathaus. Auf der ersten Etappe zum Haus Rhade gibt es Informationen zu Bethaus, Thingslinde, Reithalle, Fritz-Linde-Stein, Wolzenburg, Schützenplatz und Kerspetalsperre. Am Haus Rhade – dem Ursprung der Stadt – findet ein kurzer Halt statt, bei dem auch das Backhaus gezeigt wird. Über die B 54 geht’s weiter zur Jubachtalsperre, wo ebenfalls kurz gehalten wird. Anschließend fährt der Bus weiter durchs Volmetal. Dort gibt’s Infos zur Bahn, bevor am Schleiper Hammer erneut gehalten wird. Dort gibt es zwar keine Besichtigung, doch einen kleinen Blick können die Teilnehmer auf jeden Fall in das historische Gebäude werfen. Anschließend stehen Freie Schule, Volme-Freizeitpark, ZOB, Christuskirche, Gewerbegebiet, Stadion, Fußballgolfanlage, Hallenbad, Sporthalle, Gesamtschule, Hand in Hand und Jugendzentrum auf dem Programm. Am Fritz-Linde-Museum wird erneut gestoppt. Auch dort kann ein Blick ins Museum geworfen werden, bevor es über Padberg, Eickenermühle und Bruch zum Alten Amtshaus geht, wo die Reisenden sich das Bakelitmuseum und das Fritz-Linde-Zimmer kurz anschauen können. Danach geht es zurück in Richtung Rathaus, nicht ohne die Margarethenkirche, Kleingärten, den Bauverein und die Kirche St. Josef zu erwähnen.

Geführt werden die Teilnehmer von Marlen Vedder, Silvia Baukloh, Hans Ludwig Knau und Clemens Wieland. „Die Basisinformationen sind bei allen gleich, aber jeder Stadtführer wird sicher seine eigenen Akzente setzen“, verspricht Wieland bei der Vorstellung des Projektes. Angereichert werden die Informationen dann noch mit historischen Fotos, die Marlen Vedder bereits vorbereitet hat.

„Wer die Stadtrundfahrt mitgemacht hat, der weiß, wo er einkaufen und Sport treiben kann, erfährt, wo die sozialen Einrichtungen liegen, wann die Museen öffnen und welche Sehenswürdigkeiten es gibt“, freut sich die Vorsitzende des Marketingvereins Dagmar Schröder-Becker.

Einen Teil Kierspes werden die Teilnehmer auf der Stadtrundfahrt allerdings nicht zu sehen bekommen. Reppel: „Einen Abstecher nach Rönsahl wird es nicht geben, das würde den zeitlichen Rahmen sprengen.“

Weitere Infos zur Stadtrundfahrt und zur Anmeldung gibt es unter Tel. 0 23 59/ 66 11 40.

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