Aus grauen Kästen sollen kleine Kunstwerke werden

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Gerd Reppel und Michael Knabe vom Stadtmarketingverein Kierspe hoffen, dass sich möglichst viele Kiersper finden, die dabei helfen, die Außengehäuse der Telekom zu verschönern.

Kierspe - Mit den Jahren haben sich viele Menschen derart an die „Außengehäuse“ der Telekom gewöhnt, dass diese von ihnen gar nicht wahrgenommen werden.

Doch wer sie sieht, den stören sie. Denn mit ihrem tristen Grau heben sie sich unschön von Gebäuden oder Büschen ab. Das will der Stadtmarketingverein nun ändern und greift die Telekom-Aktion „Aus Grau wird Bunt“ auf.

Grundsätzlich erlaubt die Telekom seit einiger Zeit jedem, die Kästen neu und farbig zu gestalten. Allerdings möchte der Telefonanbieter verhindern, dass Farben, die den Kunststoff angreifen, verwendet werden, außerdem sollen die Motive politisch und religiös neutral sein und keine kommerzielle Werbung enthalten. Um das zu gewährleisten, muss zunächst ein Antrag bei der Telekom gestellt werden. Dieser muss neben einem aktuellen Bild des Kastens und dessen Standort auch eine Skizze des geplanten Motivs enthalten.

Der Stadtmarketingverein möchte die Aktion aufgreifen und unterstützen. Derzeit erstellen die Mitglieder eine Liste der grauen Kästen, die infrage kommen könnten, denn längst nicht alle Kästen am Straßenrand gehören der Telekom.

„Derzeit liegt unser Augenmerk vor allem auf den Kästen an der Friedrich-Ebert-Straße und der Kölner Straße sowie an der Hauptstraße in Rönsahl. Interessierte, die eines dieser sogenannten Außengehäuse bemalen möchten, können Kontakt zu unserer Geschäftsführerin Svenja Kelm unter der Rufnummer 0 23 59 / 66 11 40 aufnehmen“, erklärt Gerd Reppel, Schriftführer des Marketingvereins.

„Für rund zehn Kästen wird der Stadtmarketingverein nun Anträge bei der Telekom stellen, nach Eingang der Genehmigung werden diese öffentlich angeboten. Natürlich können auch Kästen an anderen Standorten bemalt werden, Interessierte dafür können sich ebenfalls beim Verein melden“, führt der stellvertretende Vorsitzende Michael Knabe aus.

Nach Vorstellung des Vereins sollten die Kästen eine Beziehung zum Standort haben. So kann man sich vorstellen, dass an der Fritz-Linde-Straße auch ein Portrait des Heimatdichters aufgebracht wird oder einen Kasten in der Nähe eines Supermarktes ein gut gefüllter Einkaufswagen ziert. „Wir wollen auf jeden Fall nicht einfach Graffiti aufbringen lassen, sondern wünschen uns eine anspruchsvollere Gestaltung“, erklärt Reppel, der aber durchaus nicht nur heimische Künstler ansprechen möchte, sondern auch künstlerische Laien. Knabe: „Ob nun Schulklassen, Kindergärten, Privatleute oder Künstler – alle sind eingeladen, sich an der Aktion zu beteiligen und sich an uns zu wenden.“

Für Schulklassen und Kindergärten übernimmt der Marketingverein sogar die Farbkosten.

Damit die Aktion für alle anderen, die mitmachen möchten, bezahlbar bleibt, hat sich der Verein an die Firma Ecki in Kierspe gewandt. Diese hat zugesagt, dass die Kiersper, die sich an der Aktion beteiligen, einen Nachlass von 40 Prozent auf den Verkaufspreis der entsprechenden Farben erhalten. „Darüber freuen wir uns natürlich besonders. Damit der Farbkauf nicht zu kompliziert wird, reicht es, die Bestätigung der Telekom im Geschäft vorzulegen“, freut sich Reppel.

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