Stadtmarketing und Haus & Grund für Ortsumgehung

Viel Lärm für die Bewohner - Vereine sprechen sich für Umgehungsstraße B54 aus

Stadtmarketing und Haus & Grund für Ortsumgehung B54n
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Eine Umgehungsstraße würde auch im Dorf für deutlich weniger Lärm und andere Schadstoffemissionen sorgen, davon sind der Stadtmarketingverein und der Verein Haus & Grund überzeugt.

„Seit Jahrzehnten leiden die Bewohner der Kölner Straße und der Friedrich-Ebert-Straße unter dem Lärm und den Schadstoffemissionen!“ Eine Entlastung der beiden Straßen, davon sind Gerd Reppel, Kristina Schmitz, Haral Turck, Dagmar Schröder-Becker und Christoph Gebauer überzeugt, würde eine Verbesserung der Lebensqualität bringen und gleichzeitig Möglichkeiten für eine Neugestaltung und Planung, durch die vielleicht neue Bewohner und auch Gewerbetreibende angelockt werden könnten.

Kierspe - Nachdem es bereits Gegenstimmen und Kritik gegen die Ortsumgehung B 54n gegeben hat, müsse man auch einmal „die Gegenseite darstellen“. Sowohl der Stadtmarketingverein als auch der Verein Haus & Grund in Kierspe sehen in der Erhaltung und Steigerung der Attraktivität der Stadt eines ihrer wesentlichen Ziele – was eine Gemeinsamkeit ausmacht.

Da täglich rund 12 000 Fahrzeuge, davon zehn Prozent Lastwagen (vier Jahre alte Zahlen), über die B 237 und L 528 fahren, könnte eine Ortsumgehung für Entlastung sorgen und dadurch die Wohn- und Aufenthaltsqualität verbessern. Dass es sich nicht um Ziel- und Quellverkehr handelt, wie bereits behauptet, habe die Sperrung der L 528 („Eierkurven“) gezeigt. „Im Dorf war es richtig ruhig!“

Seit Jahrzehnten leiden die Bewohner der Kölner Straße und der Friedrich-Ebert-Straße unter dem Lärm und den Schadstoffemissionen!

Harald Turck, Stadtmarketingverein

Auch wer einmal auf die Nummernschilder geachtet habe, konnte sehen, dass die wenigsten MK-Kennzeichen hatten. Vielmehr seien es Fahrzeuge aus Solingen, Remscheid, Ennepe und anderen Bereichen, die zur Autobahn wollen und umgekehrt. Weniger Schwerlastverkehr würde zudem die Sicherheit auf den beiden Hauptstraße durch Kierspe verbessern, denn oft genug kämen Lastwagen in den engen Kurven nur aneinander vorbei, wenn sie über die Bürgersteige fahren. In der derzeitigen Situation sei es auch für Radfahrer zu gefährlich, über Kölner- oder Friedrich-Ebert-Straße zu fahren. „Ich fahre viel Rad, aber die Straßen meide ich oder fahre auf dem Gehweg“, sagt Gerd Reppel.

„Es dürfte jedem klar sein, dass eine Ortsumgehung eine gravierende Beruhigung des Verkehrs bringen wird“, sagen die Spitzen der beiden Vereine. Sie sind ebenso überzeugt, dass Autofahrer aus den benachbarten Regionen ebenfalls „sicherlich gerne eine gut zu fahrende Umgehungsstraße nutzen“ würden. Ähnliches gelte wohl auch für Kiersper aus dem Dorf, die nach Lüdenscheid oder Meinerzhagen fahren wollen. Aus diesem Grund sprechen sich sowohl der Stadtmarketingverein, als auch der Verein Haus & Grund, für den Bau einer Umgehungsstraße aus. Dies sollte natürlich so umweltverträglich wie möglich geschehen – ohne, dass dabei aber übertrieben werde. Das Ganze müsse mit Augenmaß betrieben werden. Zumal es derzeit viele Lücken in den Wäldern gebe, die vielleicht genutzt werden könnten.

Sprechen sich für den Bau einer Umgehungsstraße aus: Gerd Reppel, Kristina Schmitz, Harald Turck, Dagmar Schröder-Becker und Christoph Gebauer vom Stadtmarketingverein und vom Verein Haus & Grund.

Vorstellbar ist für Schmitz, Schröder-Becker, Turk, Gebauer und Reppel ebenfalls, dass sich durch die B 54n in der Nähe der Umgehungsstraße neue Möglichkeiten beispielsweise für eine Gaststätte oder gar ein Hotel ergeben könnten. Letztlich sei jedoch das A und O die Trassenführung. Aus dieser Sicht könne man im Dialogforum, das der Landesbetrieb Straßen.NRW im Zuge der frühen Bürgerbeteiligung durchführt, lediglich allgemein darüber diskutieren, ohne eine konkrete Trassenführung und ihre Gegebenheiten zu kennen.

Keine Stadt, die über eine Umgehungsstraße verfüge, hätte bislang gesagt, der Bau sei ein Fehler gewesen, verweisen Haus & Grund sowie Stadtmarketingverein auf die Nachbarstädte. Dagmar Schröder-Becker listet die ihrer Meinung nach positiven Beispiele für Ortsumgehungen auf: Meinerzhagen, Halver und Gummersbach.

Es dürfte jedem klar sein, dass eine Ortsumgehung eine gravierende Beruhigung des Verkehrs bringen wird.

Gerd Reppel, Stadtmarketingverein und Verein Haus & Grund

Niemand habe sich vorstellen können, dass die Hauptverkehrsader durch Gummersbach dicht gemacht wird, führt die Vorsitzende des Stadtmarketingvereins Schröder-Becker weiter aus. Doch man habe es gemacht und es funktioniere. Selbst die Befürchtungen, dass der Einzelhandel dadurch geschwächt werden, hätten sich nicht bewahrheitet.

Auch mit Blick auf den neuen erkennbaren Trend, schnell einkaufen zu können, ohne extra zu fahren, biete die Stadt Kierspe – nicht zuletzt durch das Einkaufszentrum Wildenkuhlen – eine Super-Versorgung. Wichtig seien Parkmöglichkeiten, die man möglicherweise bei der Verkehrsentlastung der Kölner- und der Friedrich-Ebert-Straße neu überplanen beziehungsweise gestalten könne. Dies zeige, dass der Bau einer Ortsumgehung eine Reihe von Möglichkeiten für Strukturveränderungen in Kierspe mit sich bringe und so das Image der Stadt insgesamt weiter verbessert werden kann.

Planung der Ortsumgehung B 54n

Die Regionalniederlassung Südwestfalen des Landesbetriebs Straßen.NRW plant die B 54n, die Ortsumgehung Kierspe, die im aktuellen Bundesverkehrswegeplan 2030 als vordringlicher Bedarf eingestuft ist. Sie soll die Ortsdurchfahrt vom Verkehr entlasten, um die Wohn- und Aufenthaltsqualität zu verbessern sowie den regionalen und überregionalen Verkehr besser an die umliegenden Städte und das Autobahnnetz anbinden. Dazu ist in diesem Jahr eine frühzeitige Bürgerbeteiligung gestartet worden, mit dem Ziel, die Planung mit Hilfe aller Hinweise zu optimieren. Als Ergebnis arbeitet Straßen.NRW eine sogenannte Vorzugsvariante für die B 54n heraus.

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