Stadtmarketing: „Rönsahl“ wird nicht abgeknibbelt

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Das Willkommenssschild in Rönsahl wurde mit einem Aufkleber verändert. ▪

KIERSPE ▪ Rönsahl ist nicht Kierspe: Auf diesen vermeintlichen Unterschied weisen die Grenzdörfler nach wie vor gerne hin.

Auch auf dem Willkommensschild, das der Stadtmarketingverein im September an der B 237 aus Richtung Wipperführt aufgestellt hat: Vor knapp zwei Wochen überklebten Unbekannte den Städtenamen. „Guten Tag in Rönsahl!“ heißt es dort nun. „Und das wird auch so bleiben“, teilte Svenja Kelm, Geschäftsführerin des Stadtmarketingsvereins, gestern mit. Der Vorstand habe sich bei seiner Sitzung am Dienstagabend entschieden, keine Anzeige zu erstatten.

Aktion bei Nacht und Nebel

„Wir werden den Aufkleber auch nicht abknibbeln“, erklärte Kelm. Die Idee und auch die Umsetzung seien schließlich nicht schlecht. Sie persönlich fände es nur schade, dass das Überkleben in einer Nacht- und Nebel-Aktion, vielleicht sogar als Scherz an Halloween, stattfinden musste. „Wir hätten uns gefreut, wenn sich die Leute direkt an uns gewandt hätten. Wer gute Ideen hat, sollte sich bei uns melden und vielleicht auch häufiger mitarbeiten“, meinte Kelm.

Svenja Kelm ist selbst Rönsahlerin. Doch ebenso wenig wie die anderen Mitglieder des Vereins rechnete sie im Vorfeld damit, dass das Schild derart viel Aufruhr unter den Bürgern hervorrufen könnte. Neben so manchem Gespräch über den Gartenzaun zählen dazu Leserbriefe in der MZ und Diskussionen in Internetforen.

Alle Vorschriften beachtet

Doch nicht nur über die Ortsbezeichnung regen sich die Rönsahler auf. Anwohner stört vor allem der Standort. Mehrere Beschwerden gingen bei der Stadt ein, das Schild schränke die Sicht von Autofahrern beim Abbiegen ein. Stadtmarketing-Geschäftsführerin Kelm versuchte oft zu beschwichtigen. „Ich bin selbst dort vorbei gefahren und ja, man sieht etwas weniger als vorher“, gibt sie zu. Es seien jedoch alle Vorschriften der Straßenverkehrsordnung beachtet worden. „Der Bauhof hat genau Maß genommen und das so genannte Sichtdreieck berücksichtigt“, erklärte Kelm.

Viertes Schild am Bahn-Viadukt

Damit derartige Probleme beim vierten, noch aufzustellenden Willkommensschild nicht auftreten, soll jenes etwas anders aussehen. „Das Schild wird in Form eines Banners am Viadukt an der unteren Kölner Straße angebracht“, kündigte Kelm an. Die Bahn als Eigentümerin des Bauwerks sei einverstanden, das Schild inzwischen bestellt. Oberhalb des Bogens angebracht, werde es keine Sichtbehinderung darstellen. Aus Richtung B 54 heiße es „Guten Tag in Kierspe“ und aus dem Stadtzentrum kommend „Auf Wiedersehen“. ▪ Pia Käfer

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