Stadtkapelle tourt durch Kierspe

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Begeistert sangen die Bewohnerinnen und Bewohner im AWO-Seniorenheims mit. ▪

KIERSPE ▪ Keine modernen, amerikanischen Weihnachts-Pop-Songs, sondern die alten und bekannten deutschen Weihnachtslieder hatten die Musiker der Stadtkapelle für ihre Tour durch Kiersper Institutionen vorbereitet. Seit 1977 gibt es die Stadtkapelle und seit der Zeit ist es für die Mitglieder eine lieb gewonnene Tradition, in der Vorweihnachtszeit mit ihrem Spiel die Menschen in Kierspe zu erfreuen.

„Wir werden das ganze Jahr über bei unseren Auftritten überall in der Stadt sehr gut aufgenommen. Mit dieser Aktion wollen wir der Stadt und ihren Bürgern etwas zurück geben“, sagte Dirigent und Leiter Götz Land. Am Samstag war es so weit. Für ihre Tour mit den vielen Stationen hatten die Musiker einen Bus gechartert. Meistens beginnen die Mitglieder ihre musikalische Aktion in Gut Bremicker. Doch aus terminlichen Gründen waren sie dort bereits in der vergangenen Woche zu Gast.

Am Samstag stand als erste Station der Waldbauernhof Gelzhäuser in Belkenscheid auf dem Programm. „Die haben sich sehr über unseren Besuch gefreut“, sagte Götz Land. Danach machte die Stadtkapelle in der Seniorenresidenz am Haunerbusch Station. Hier erfreuten sie die Bewohner mit den traditionellen Weihnachtsliedern, die zum Mitsingen anregten. Eine besondere Freude für Götz Land und seineMusiker war es dann, als der ehemalige Stadtdirektor Helmut Brockmeier erfreut und ergriffen der Aufforderung von Götz Land nach kam und zum Taktstock griff. „Helmut Brockmeier haben wir es zu verdanken, dass aus der Stadtkapelle Meinerzhagen die Stadtkapelle Kierspe wurde“, erinnerte der Dirigent. „Sie haben mir damit das größte Glück beschert, dass man sich denken kann“, sagte der ehemalige Stadtdirektor, der mit seiner Frau in der Seniorenresidenz lebt. Spontan lud er die Stadtkapelle ein, im nächsten Jahr bei seinem 90. Geburtstag dabei zu sein.

Die wunderbaren Weisen wie „Stille Nacht, heilige Nacht“, „Vom Himmel hoch da komm‘ ich her“, O Tannenbaum“, „Tochter Zion“ und viele mehr, intonierten die Musiker dann auch im Foyer des AWO-Seniorenzentrums. Auch hier sangen einige der Bewohner begeistert mit. Neben ihrem Auftritt im Eingangsbereich musizierte die Kapelle auch noch auf drei weiteren Etagen, und so kamen auch die Seniorinnen und Senioren in den Genuss der weihnachtlichen Musik, die nicht aus ihren Zimmern kommen konnten. Darüber freute sich auch die älteste Bewohnerin des Hauses, Klara Bremicker, die in den vergangenen Tagen ihren 101. Geburtstag feiern konnte. Für sie spielte die Stadtkapelle ganz spontan „Happy birthday“.

Danach zogen die Musiker weiter nach Vorth. Dort machten sie vor dem Haus der Familie Quel Station und ließen die weihnachtlichen Lieder erklingen. Da dauerte es nicht lange, und einige Nachbarn und Bewohner gesellten sich dazu. Nach ihrem Spiel waren alle Mitglieder zu Gebäck und Getränken ins Haus eingeladen.

Tochter Sibylle Quel spielt Saxophon und ist von Anbeginn Mitglied in der Stadtkapelle ebenso wie auch Heinrich Bremser, der mit 86 Jahren das älteste Mitglied ist. Erst seit dem vergangenen Jahr begleitet das jüngste Mitglied der Kapelle, der 11-jährige Ole Fülwer, mit seinem Schlagzeug die Musiker. Dirigent und Leiter Götz Land hat sein Amt erst vor drei Jahren übernommen. „Damals waren noch sieben Musiker aktiv dabei“, erinnert sich Land. Doch es gelang ihm schnell ehemalige und auch neue Spieler für die Stadtkapelle zu gewinnen. Momentan hat die Kapelle 28 Mitglieder. Auch die Ehefrau von Götz Land, die Saxophon spielt, und sein 13-jährige Sohn Gero mit seiner Klarinette, verstärken das musikalische Team.

Alle haben sie auf ihren Touren viel Schönes und auch Heiteres erlebt. Götz Land erinnert sich noch amüsiert an die Tour vor zwei Jahren. „Jetzt wissen wir, dass bei Minus 16 Grad gar nichts mehr geht“, sagte Land. „Damals spielten wir auf Gut Bremicker und haben uns gegenseitig darüber lustig gemacht, welches Instrument als erstes ausfällt“. Einige Instrumente gaben ihren Geist bereits bei Minus 12 Grad, andere bei Minus 14 Grad, auf, aber endgültig Schluss für alle war dann bei Minus 16 Grad. Bei Familie Quel in Vorth haben sie dann alle ihre Instrumente auf der Heizung wieder funktionsfähig gemacht. Diesen extremen Temperaturen waren die Mitglieder der Stadtkapelle am Samstag nicht ausgesetzt und so ging es nach der kleinen Pause, in der sich alle ausreichend stärken konnten, weiter zur letzten Station an diesem Samstag, zu den Bewohnerinnen und Bewohnern der Waldheimat.

„Die Frauen und Männer freuen sich immer sehr über unser Kommen und auch uns ist es eine besondere Freude dort zu sein“, sagte Land. Anschließend stand dann für die Musiker der Stadtkapelle selber Feiern auf dem Programm. In geselliger Runde fanden sie sich zu ihrer Weihnachtsfeier in der Gaststätte „Am alten Bahnhof“ ein. Da ließen es sich die Spieler nicht nehmen, sich bei ihrem Dirigenten mit einem schönen Präsent für seinen Einsatz und sein Engagement für die Stadtkapelle zu bedanken.

Von Bärbel Schlicht

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