Kreisumlage sinkt, Kierspe zahlt mehr

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Kierspe muss bei der "neuen" Kreisumlage mehr zahlen.

Kierspe - „Ich bin nicht begeistert“, sagt der Kämmerer Olaf Stelse. Denn die Ankündigung von Landrat Thomas Gemke und Kreiskämmerer Fritz Heer, die den Haushalt 2018 im Kreistag einbrachten, sieht nur bei der allgemeinen Kreisumlage eine Entlastung für Kierspe in Höhe von 114 005 Euro vor.

Statt rund 9,88 Millionen Euro sind im kommenden Jahr knapp 9,77 Millionen Euro auf das Kreiskonto einzuzahlen. Zwar hat der Kreiskämmerer eine Senkung der Kreisumlage um 4,13 auf 43,58 Prozent angekündigt, doch gleichzeitig wird die Umlagegrundlage der Volmestadt von 20,7 Millionen Euro auf 22,4 Millionen angehoben. Das bedeutet, das die Senkung der Kreisumlage für Kierspe gerade einmal 114 000 Euro bringt. Das sieht beispielsweise in der Nachbarstadt Meinerzhagen ganz anders aus, denn dort wird der Kämmerer nach derzeitigem Stand mehr als 1,6 Millionen Euro nach Lüdenscheid überweisen. 

Natürlich weiß Olaf Stelse, dass die Simulationsrechnung für das Jahr 2018 nur „grobe Hausnummern“ sind. Denn noch liegen die Zahlen des Gemeindefinanzierungsgesetzes für das kommende Jahr nicht vor. Der Märkische Kreis weiß also noch nicht, was es an Zuweisungen aus Düsseldorf geben wird. Ebenso fehlen noch die konkreten Zahlen der Landschaftsumlage. 

Kierspes Kämmerer Olaf Stelse.

Nach den Angaben von Fritz Heer plant der Märkische Kreis für 2018 mit Ausgaben von rund 535 Millionen Euro, dem Einnahmen in Höhe von 532 Millionen Euro gegenüber stehen. Das Defizit von 3 Millionen Euro soll über die Ausgleichrücklage finanziert werden. Dabei geht der Kreiskämmerer davon aus, dass die Schlüsselzuweisungen um 4,5 Millionen Euro höher ausfallen und die Landschaftsumlage nur 800 000 Euro steigt. 

Auch in Kierspe wird der Gesamtbetrag, der an den Kreis zu zahlen ist, steigen, und zwar um 163 154 Euro. Denn das Anheben der Umlagegrundlage hat zur Folge, dass die differenzierte Kreisumlage – diese wird für Kommunen erhoben, die kein eigenes Jugendamt haben – für die Volmestadt voraussichtlich um 277 159 Euro steigen wird. 

Die differenzierte Kreisumlage macht im Kiersper Etat in diesem Jahr fast 3,76 Millionen Euro aus, im neuen Haushalt muss Stelse mit 4,03 Millionen Euro kalkulieren. Daran ändert auch nichts die Ankündigung, den Umlagesatz von 18,14 auf 18,0 Prozent zu senken. 

Schließlich muss der Kämmerer weitere fast 50 000 Euro auf der Ausgabenseite einplanen. Denn jeweils nach zwei Jahren wird die differenzierte Kreisumlage abgerechnet. Im kommenden Jahr kommt die Abrechnung für 2016, bei der die Stadt Kierspe nachzahlen muss. Trotz angekündigter Senkung der beiden Kreisumlagen steigen im Kiersper Haushalt die Ausgaben für den Märkischen Kreis auf 13 799 172 Euro plus 49 336,64 Euro für die Abrechnung für das Jahr 2016.

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