Literaturabend

Die Nacht der Bibliotheken

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Viele Leser und Freunde der Stadtbibliothek waren gekommen .
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Die Begrüßung übernahm Hermann Reyher (links), Vorsitzender des Fördervereins der Stadtbibliothek.
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Kierspe - Einen entspannten Abend bei Literatur und Häppchen erlebten die Besucher der Nacht der Bibliotheken.

In Kierspe war die Nacht eigentlich ein Abend, denn der Förderverein als Ausrichter der Leseparty hatte die Veranstaltung mit seinem 25-jährigen Jubiläum verknüpft. 

Auch damals hatte die Stadt Kierspe finanzielle Probleme. „Weil einige Kommunalpolitiker diese Bücherei wegen der Personalkosten aufgeben wollten, gründeten andere Ratsmitglieder mit besorgten Lesern unseren Förderverein“, erläuterte Hermann Reyher in seiner Begrüßungsansprache. Am Grundproblem der knappen Kassen hat sich seitdem wenig geändert. 

Die Begrüßung übernahm Hermann Reyher (links), Vorsitzender des Fördervereins der Stadtbibliothek.

Was sich geändert hat, ist die Einstellung von Rat und Verwaltung: Gespart werden muss immer noch, aber die Stadtbibliothek in Kierspe soll erhalten bleiben – da sind sich alle einig. Das von der Stadt aufgelegte Ehrenamtsprojekt – Ehrenamtliche sollen das hauptamtliche Personal unterstützen – sah Reyher mit gemischten Gefühlen. Einerseits erfreut, weil bereits mehrere Leser sich an der Arbeit beteiligen, andererseits besorgt, weil die fachliche Qualität bei zu geringem hauptamtlichen Einsatz leiden könnte. 

Mehrere Ehrenamtliche unter den Gästen

Die Personalsituation war auch unter den Gästen Thema an diesem Abend, gleich mehrere Ehrenamtliche waren gekommen. Die wollten aber nicht zuletzt Martina Schnerr-Bille zuhören. Hermann Reyher musste die Kiersper Autorin nicht besonders vorstellen. Wer ihre Erzählungen noch nicht gelesen oder gehört hatte, der hatte sie doch schon auf der Bühne gesehen. Martina Schnerr-Bille ist Schauspielerin und Regisseurin der Theatergruppe „Zeus und Consorten“ der Volkshochschule (VHS) Volmetal.

Der Kurzkrimi „Fremde Federn“, den sie an diesem Abend las, erschien im Jahr 2005 in der Sammlung „Mord mit sieben Siegeln“ und hat eine Situation zum Thema, die vielen Autoren vertraut ist: Die Figuren entfalten ein Eigenleben. Bei Martina Schnerr-Bille waren die Hauptpersonen aus der Serie von Herz-und-Schmerz-Autorin Marie Vogelsang unzufrieden mit ihrer literarischen Existenz und das ging nicht gut aus für die Schriftstellerin. 

Ihre Bühnenerfahrung kam Martina Schnerr-Bille auch bei der Lesung wieder zugute. Gespannt hörten die rund 40 Zuhörer zu bis zum überraschenden Ende – und blieben auch danach noch eine Weile in der Bücherei sitzen. Das war im Sinne des Veranstalters: „Open end“, verkündete Hermann Reyher.

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