Stadt muss nachzahlen bei VHS-Verbandsumlage

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Der Zweckverband der Volkshochschule Volmetal tagte am Mittwoch im Rathaus. Dabei berichtete VHS-Leiterin Marion Görnig über das zweite Halbjahr. ▪

KIERSPE/MEINERZHAGEN ▪ Auffällig seien die vielen Veranstaltungen gerade mal mit der Mindestzahl von zehn Teilnehmern. Kritische Töne schlug der Halveraner CDU-Politiker Ernst-Peter Starke bei der Versammlung des VHS-Zweckverbandes am Mittwoch im Rathaus an. Er regte an, dies möglichst zu ändern, und forderte, dass auch bei der Volkshochschule Volmetal ans Sparen gedacht und die hohen Standards heruntergeschraubt werden müssten.

„Es gibt Kurse, die mehr Geld kosten, als wir uns leisten können“, stellte er fest und machte auf die derzeitigen großen Finanzprobleme der Kommunen aufmerksam. „In Halver mussten wir jetzt schon die erste Straße schließen“, nannte er ein Beispiel und schlug vor, zu überlegen, ob bestimmte Kurse nicht von anderen Anbietern genauso gut durchgeführt werden könnten.

Allerdings blies Starke dann Gegenwind, vor allem vom Verbandsvorsteher, dem Kiersper Bürgermeister Frank Emde, und auch von VHS-Leiterin Marion Görnig entgegen. Unter anderem betonte Görnig, in dem sie auf die Landeskürzungen von fast 80 000 Euro vor einigen Jahren hinwies, die auch nicht annähernd zu einer Umlagesteigerung in gleicher Höhe für die Kommunen geführt hätten: „Wir haben die Finanzen schon im Blick.“ Dem Vorwurf von zu hohen Standards trat sie ebenfalls entgegen. Emde verwies auf die bereits tätige VHS-Finanzkommission, die sich bestimmt auch weiterhin Gedanken machen werde, wie Einsparungen bei der Volkshochschule zu erzielen sind.

Bericht über das

zweite Halbjahr

Durch die Sitzung führte als Vorsitzender der Verbandsversammlung der Meinerzhagener SPD-Politiker Rolf Puschkarsky, der zu Beginn aber schnell das Wort abgab an die VHS-Leiterin. Denn Marion Görnig wollte über den Verlauf des zweiten Halbjahres 2009 informieren, das nicht ganz so erfolgreich verlaufen sei wie das erste Semester mit seiner sehr hohen Unterrichtsstundenzahl in allen Fachbereichen. Allerdings hätten sich aufgrund der Wirtschaftskrise auch die Firmenkurse im Sprachen- und PC-Bereich reduziert, der zusätzliche Integrationskurs sei ebenfalls abgeschlossen gewesen und es habe zudem nur eine kurze Studienreise zum 20-jährigen Gedenktag des Mauerfalls nach Berlin gegeben, nannte sie einige aus ihrer Sicht dafür entscheidende Gründe. Bei der Betrachtung der Jahresergebnisse zeige sich dennoch seit 2004 ein kontinuierlicher Anstieg der Unterrichtsstundenzahl. So habe diese 2009 mit insgesamt 11 550 Stunden um 350 höher gelegen als 2008.

Danach ging sie im Einzelnen auf die verschiedenen Fachbereiche ein: Bei den Fremdsprachen gab es trotz des Rückgangs insgesamt sogar einen Zuwachs von 70 auf 2100 Unterrichtsstunden, womit dies der mit deutlichem Abstand stundenmäßig größte Bereich ist. Gegenüber 2004 konnte hier sogar eine Steigerung von 700 Stunden erzielt werden.

Kurz streifte sie außerdem den seit 2009 durchgeführten Einbürgerungstest, der den Volkshochschulen übertragen worden ist. An sechs Prüfungsterminen, so Görnig, hätten diesen 29 Antragsteller auf die deutsche Staatsbürgerschaft absolviert. Die VHS-Leiterin wies ebenfalls auf die neuen Bildungspartnerschaften hin, zuerst ab dem ersten Semester mit der Gesamtschule in Kierspe, wo Deutschtraining für Oberstufenschüler und ein Vorbereitungskurs zum Cambridge First Certificate angeboten werde, und dann ab dem zweiten Halbjahr noch mit dem Anne-Frank-Gymnasium in Halver für fünf Schülerkurse im Fach Spanisch.

Anschließend legte die Versammlung den Anteil der Mitgliedskommunen an der Verbandsumlage anhand der Einwohnerzahlen und der in den Orten erteilten Unterrichtsstunden fest: Die Umlage von insgesamt 213 700 Euro verteilt sich mit 55 487 Euro auf Kierspe, 58 442 Euro auf Meinerzhagen, 48 023 Euro auf Halver, 22 163 Euro auf Herscheid und 29 585 Euro auf Schalksmühle. Aufgrund der geleisteten Vorauszahlungen gibt es für fast alle Städte und Gemeinden Erstattungen zwischen 69 Euro für Herscheid und 3285 Euro für Schalksmühle, nur Kierspe muss 5060 Euro nachzahlen. Meinerzhagen bekommt 1 083 Euro zurück und Halver 623 Euro.

Überschuss

erwirtschaftet

Verwaltungsleiterin Irmtraud Maurer erläuterte den Jahresabschluss 2009: Es habe sich um die dritte Bilanz nach Einführung des Neuen Kommunalen Finanzmanagements gehandelt. Sie nannte erst einmal besonders zwei Zahlen. So die Bilanzsumme von 1,158 Millionen Euro, die sich aber relativiere, weil darin enthalten Pensionsrückstellungen von 1,078 Millionen Euro seien. Maurer zeigte sich durchaus etwas stolz, dass laut der Finanzrechnung trotz einer Rückzahlung an die Kommunen in Höhe von 30 000 Euro ein Überschuss von 4599 Euro erwirtschaftet werden konnte. Der Jahresabschluss wurde zur Kenntnis genommen und zur Prüfung an den Rechnungsprüfungsausschuss verwiesen.

Zum Schluss wurde dann beschlossen, dass Inhaber der Ehrenamtskarte eine Ermäßigung von 25 Prozent erhalten, und dies durch Satzungsänderung in der Gebührensatzung verankert. ▪ rh

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