„Stadt der Menschen – Stadt Gottes“

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„Stadt der Menschen – Stadt Gottes“ war das Thema bei der ersten „Frühschicht“. ▪

KIERSPE ▪ Für viele ist es schon eine Überwindung, morgens früher aufzustehen und ohne Frühstück das Haus zu verlassen.

Doch für einige Kiersper Christen, katholische wie evangelische, ist es zu einer lieben Angewohnheit geworden. In der Adventszeit und der Fastenzeit gehen sie regelmäßig freitags morgens in die Frühschicht in die Kirche St. Josef.

Gestern, am ersten Freitag in der Fastenzeit, hatten sich etwa 30 Frauen und Männer dazu entschlossen, dieses Angebot anzunehmen. Gemeinsam begannen sie den Tag mit Gebeten, Besinnung und Singen. Vorbereitet und gestaltet werden die Frühschichten von Mitgliedern der Gemeinde, die letzte Frühschicht auch immer von den evangelischen Mitchristen. Sabine und Hubert Sudahl hielten die erste Andacht und führten in das Thema dieser Fastenzeit ein. „Stadt der Menschen – Stadt Gottes“, wird das Motto über sechs Morgen sein und es soll die Anwesenden dazu anleiten, über den Sinn des Lebens nachzudenken.

Ursprünglich lebten die Menschen in Familienverbänden, die sich von Jagd, Viehzucht und Ackerbau ernährten. Es waren kleine, soziale Einheiten. Mit dem Anwachsen der Bevölkerung jedoch entstanden Städte und die Menschen mussten ihr Leben neu organisieren. Erstmals lebt seit 2009 mehr als die Hälfte der Weltbevölkerung in Städten. Welche Veränderungen sich dadurch ergeben können, ist in der Bibel beschrieben an Städten wie Babel, Ninive oder Jerusalem. Die Städte können zum Ort von Anonymität, Elend und Gewalt werden, aber auch zu Stätten der Solidarität oder Gerechtigkeit. Susanne und Hubert Sudahl hatten ein Glas mit braunen Steinen mitgebracht, die die Gläubigen mitnehmen und sie als „Bausteine für die Stadt Gottes“ verwenden konnten. Zu jeder Frühschicht wird es Steine in anderen Farben geben, so dass sie am Ende die Grundsteine der himmlischen Stadt Jerusalem darstellen werden (vgl. Offenbarung 21,19). Die Farbe braun stand gestern für die Farbe der Erde, die Gott den Menschen anvertraut hat um sie zu hüten und zu bebauen.

Mit dem Ende der Frühschicht gingen die Christen jedoch nicht etwa getrennte Wege. Gemeinsam begaben sie sich in das benachbarte Gemeindehaus, aus dem ihnen schon der Duft von Kaffee und frisch gebackenen Brötchen entgegen strömte. Auch dieser Teil des Morgens ist vielen der Anwesenden wichtig, da der Beginn eines Tages in Gesellschaft Energie für den Tag geben kann.

Die nächste Frühschicht findet kommenden Freitag statt. Beginn wird sechs Uhr sein, eingeladen ist jeder, der in der Fastenzeit den Tag einmal anders beginnen möchte als mit der Hektik des Alltages. ▪ geg

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