Stadt und Rat fehlt Wissen über KDVZ

Martin Schlüchting und Peter Christian Schröder wollen mehr Informationen, um beurteilen zu können, ob eine Fusion der Datenverarbeitungszentralen sinnvoll ist.

KIERSPE ▪ Eigentlich sollte bereits vor zwei Wochen der Beschluss zur Gründung eines Dachverbandes zwischen KDVZ Citkomm mit Sitz in Iserlohn und der KDZ Westfalen-Süd in Siegen gefasst werden. Doch durch das Votum der Städte Lüdenscheid, Halver und der Gemeinde Nachrodt-Wiblingwerde wurde der Beschluss schließlich dahingehend abgemildert, dass erst im Herbst über Gründung eines solchen Verbandes entschieden werden soll.

Sehr zur Freude der Freien Wähler in Kierspe. Diese hatten sich während der letzten Ratssitzung vor zwei Wochen gegen die Gründung eines solchen Dachverbandes ausgesprochen, weil diese nach ihrer Meinung unabsehbare Folgen haben könnte.

Ein Standpunkt, dem die meisten Ratsmitglieder nicht folgen wollten. Sie beauftragten den Beigeordneten Olaf Stelse für die Gründung eines Dachverbandes zu stimmen. Doch letztlich beruhigt sind die Mitglieder der Freien Wähler nicht, wie in einem Gespräch mit der Meinerzhagener Zeitung gestern deutlich wurde. „Es gibt für den Rat und auch den Rechnungsprüfungsausschuss keine Auflistung über die Kosten, die von der KDVZ verursacht werden. Die Zahlen muss sich jedes Ratsmitglied mühsam aus dem Haushalt heraussuchen. Tut man dies, dann kommt man auf eine Summe, die so hoch ist, dass man den Verdacht haben könnte, dass ein anderer Anbieter durchaus preiswerter sein könnte“, so der stellvertretende Fraktionsvorsitzende Martin Schlüchting. Worauf Peter Christian Schröder ergänzt: „Die Situation zeigt, dass die Ratsmitglieder gar nicht wissen, welche Leistungen die KDVZ für Kierspe erbringt. Auf dieser Grundlage ist eine Entscheidung über eine Fusion unmöglich. Dass ändert sich auch nicht, wenn im Herbst über den Dachverband entschieden wird.“

Eine Notwendigkeit für eine Fusion ergibt sich nach Ansicht der KDVZ aus dem hohen Minus, das im vergangenen Jahr erwirtschaftet wurde und wohl auch in diesem Jahr erwirtschaftet wird.

„Um zu beurteilen, ob ein Zusammengehen der beiden Datenverarbeitungszentralen notwendig ist, ist die Gründung eines Dachverbandes unnötig. Erst sollten sich Fachleute beider Einrichtungen zusammensetzen und die Vor- und Nachteile herauszuarbeiten – unter Umständen unter Beteiligung der zahlenden Kreise und Kommunen. Anhand dieser Beratungen können dann die Räte entscheiden, ob sie eine Fusion sinnvoll ist“, so Schlüchting, der als Bild anhängt: „Wenn sich ein Blinder und ein Lahmer zusammentun, dann muss auch gewährleistet sein, dass der Blinde den Lahmen tragen kann.“

Nach Meinung der beiden Kommunalpolitiker ist die Kiersper Stadtverwaltung mit einer Beurteilung der Situation überfordert und folge deshalb allen Beschlüssen und Wünschen der KDVZ Citkomm. Schröder: „Ich kenne kein Unternehmen von der Größe der Kiersper Stadtverwaltung, das ohne System-Administrator auskommt und alle Dienstleistungen und Hardware bei nur einem Anbieter kauft.“ Worauf Schlüchting ergänzt: „Kommt es dann zu Problemen, muss ein Mitarbeiter der KDVZ nach Kierspe kommen, natürlich wird das gesondert abgerechnet.“ ▪ jobek

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