Baby im Müllsack: Anklageerhebung im August

+
Hinter dem Wohnhaus, in dem die 31-Jährige wohnte, wurde das Kleinkind in einem Müllsack gefunden.

Kierspe - Die Ermittlungen sind fast abgeschlossen, bald kann Anklage erhoben werden – gegen die Mutter eines Säuglings, das im Hausmüll entsorgt wurde.

Vier Wochen ist es inzwischen her, doch in Kierspe ist die Tat, die sich Mitte Juni ereignete, immer noch ein großes Thema. In Kürze wird der Fall nun auch juristisch aufgearbeitet. „Ich denke, dass innerhalb des kommenden Monats Anklage erhoben wird“, teilt Oberstaatsanwalt Bernd Haldorn mit. Die Ermittlungen zu dem Fall stünden unmittelbar vor ihrem Abschluss.

Am 14. Juni war eine 31-jähriger Kiersperin im Klinikum in Lüdenscheid mit vaginalen Blutungen eingeliefert worden.

Der Verlobte hatte damals einen Rettungswagen gerufen, weil er sich um die Frau sorgte. Da die Frau weder vor noch nach der Behandlung die Geburt eines Kindes erwähnte, informierte ein Mitarbeiter des Krankenhauses die Polizei, die dann ein kleines neugeborenes Mädchen in einem blauen Müllsack in einem Gebüsch hinter dem Wohnhaus, in dem die 31-Jährige mit ihrer Familie lebte, fand.

Das Kleinkind war in Handtücher gewickelt. Trotzdem drohte Lebensgefahr aufgrund einer Unterkühlung.

Mittlerweile, so die Staatsanwaltschaft, sei das Kind aus dem Krankenhaus entlassen worden und befinde sich in Obhut des Jugendamtes. Das kleine Mädchen wurde in einer Pflegefamilie untergebracht.

Ebenfalls bei einer Pflegefamilie lebt nun auch ein älteres Geschwisterkind, das zum Zeitpunkt der Tat ein Jahr alt war. Dieses Kind wird ebenfalls durch das Jugendamt betreut.

Als der Fall öffentlich wurde, teilte Kriminalhauptkommissar Andreas Möller von der Hagener Mordkommission mit, dass es sich um eine augenscheinlich normale Familie handele. Menschen im Umfeld der 31-Jährigen sagen, dass sie nichts von der Schwangerschaft bemerkt hätten. Die Kiersperin nannte als Tatgrund nicht näher beschriebene Ängste.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren: Auf come-on.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare