Infoabend soll Krise an der TSV-Spitze abwenden

Aufmerksam folgte die Versammlung am Dienstagabend der Power-Point-Präsentation des TSV-Präsidiums. - Fotos: Negel-Täuber

Kierspe - Die Lage ist ernst beim TSV. Der Sportverein hat zwar viele Mitglieder, aber bislang kann sich kaum jemand vorstellen, im Vorstand verantwortlich mitzuarbeiten.

Von Birgitta Negel-Täuber

Möglicherweise liegt das an falschen oder fehlenden Vorstellungen über die Tätigkeit dieses Gremiums. So dachte jedenfalls das zurzeit noch amtierende Präsidium und lud zu einer Informationsveranstaltung in die Jahnklause ein. 800 Briefe wurden verschickt, rund 25 Rückmeldungen kamen; die meisten Teilnehmer der Veranstaltung tragen zudem schon Verantwortung in den verschiedenen Gremien.

Nachdem das Amt des Präsidenten seit Jahren vakant ist, wollen nun auch zwei weitere Vorständler, Petra Rosenbach und Jürgen Borjat, bei der nächsten Mitgliederversammlung ihre Ämter aufgeben (wir berichteten). Auch die Leitung der Abteilung Turnen ist zurzeit nur kommissarisch besetzt. Mit lediglich zwei verbleibenden Präsidiumsmitgliedern ist der Verein aber nicht geschäftsfähig, brachte Dorette Vormann-Berg das Problem auf den Punkt. Letztlich drohe sogar seine Auflösung.

Damit es soweit nicht kommt, haben sich die Verantwortlichen im Verein Hilfe beim Landessportbund geholt. In fünf Beratungsgesprächen formulierten sie Ziele, listeten Tätigkeiten auf und konzipierten Vorschläge für eine neue, schlankere Vereinsstruktur. Denn die hat sich im Laufe der Jahre immer weiter vergrößert. Auch der möglicherweise abschreckend wirkende Begriff „Präsidium“ soll dann durch „Vorstand“ ersetzt werden. Um unter gegenwärtigen Bedingungen sämtliche Positionen zu besetzen, brauche es idealerweise 53 Personen, verdeutlichte Petra Rosenbach anhand eines Schaubilds. Die sind natürlich nicht vorhanden.

In Zukunft sollen Präsidium und Verwaltungsrat durch einen fünfköpfigen Vorstand ersetzt werden, in dem jedes Mitglied klar definierte Aufgaben hat. Jedem Mitglied soll außerdem ein Beisitzer zugeordnet sein, der es bei seinen jeweiligen Aufgaben unterstützt. Seinen Zeitaufwand für den Verein bezifferte Jürgen Borjat, zurzeit verantwortlich für die Finanzen, mit durchschnittlich zwei Stunden pro Woche; ein Steuerberater unterstützt den Verein bei der Abrechnung.

Bei Hartwig Benne, zuständig für die Immobilienverwaltung, sieht der Fall anders aus. Eine Stunde pro Tag benötige er, denn kleinere Reparaturen übernimmt er selbst.

Benne wünscht sich deshalb einen Vertreter, der in alle Bereiche eingearbeitet ist, falls er selbst einmal ausfällt.

Die wenigen Rückfragen betrafen vor allem das Haftungsrisiko. Das sei durch entsprechende Versicherungen abgedeckt, beruhigte Petra Rosenbach.

Interessenten für eine Tätigkeit im Vorstand könnten sich in jedem Fall auf das Fachwissen des jetzigen Präsidiums verlassen, versicherte sie; mit Dorette Vormann-Berg und Hartwig Benne bleiben zudem zwei erfahrene Mitglieder dem neuen Vorstand erhalten.

Mit der Bitte in den Sportgruppen dafür zu werben, wurde die Sitzung beendet. Am Montag, 2. März, findet ein weiterer Beratungstermin statt, die Mitgliederversammlung ist für den 9. Mai geplant.

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