Sportfischer und Schüler nutzen neues Messgerät

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Für den gemeinsamen Einsatz im Sportfischerverein Obere Volme und im Biologieunterricht an der Gesamtschule bestimmt ist das neue Sauerstoffmessgerät und Wasseranalyseset, was beides jetzt mit Hilfe der Volksbank angeschafft wurde. ▪

KIERSPE ▪ Was passieren würde, zeigten die Gewässeruntersuchungen an der Lingese schon ziemlich früh im Jahr. Denn durch den Sportfischerverein Obere Volme wird regelmäßig mit dem Sauerstoffmessgerät das Wasser der Talsperre selbst und ebenfalls ihrer Zuflüsse wie Lingese und Lambach untersucht. „Das extreme Blaualgenwachstum war für uns aus dem Grund absehbar“, machten Vorsitzender Hartmut Post und Kassierer Ralf Meyer aufmerksam, als sie gestern zusammen mit Volksbankdirektor Stephan Böhse an der Gesamtschule das neue Sauerstoffmessgerät vorstellten.

Dieses steht genau wie das vereinseigene Ruderboot im Rahmen der Kooperation zwischen den Sportfischern und der weiterführenden Schule auch letzterer für den Biologieunterricht zur Verfügung. Außerdem überreichten die drei Fachkoordinator Horst Stritzke und Fachlehrer Andreas Plate ein Wasseranalyseset, das vor allem im Fach Bio in der Sekundarstufe II eingesetzt werden soll. Dank an die Vereinsvertreter sowie die Volksbank, die die Anschaffung und damit die Nutzung an der Schule ermöglicht haben, kam ebenfalls von Gesamtschulleiterin Monika Hahn. Es handelte sich immerhin um eine Investition von insgesamt 750 Euro.

Als besondere Ausstattung verfügt das Sauerstoffmessgerät, das für den professionellen Einsatz bestimmt ist und daher eine hohe Messgenauigkeit hat, über ein besonders langes Kabel, so dass Messungen in unterschiedlichen Wassertiefen bis zu zehn Metern vorgenommen werden können. „So kann ein komplettes Gewässerprofil hinsichtlich der Temperatur und des Sauerstoffgehalts erstellt werden“, erläuterten Stritzke und Plate. Im zwölften Jahrgang könne dieses beim Thema Ökologie und für Facharbeiten gut gebraucht werden.

Die beiden berichteten, dass an der Gesamtschule derzeit eine Jahresarbeit zur kanadischen Wasserpest entstehe. Schnell sei klar gewesen, dass daran als Verusacher die Landwirtschaft mit ihrem Eintrag an Phosphaten und Nitraten schuld sei. Was, wie Post ergänzte, ähnlich für die Blaualgen gelte. „Letztlich“, so eröffnete er weiter, „handelt es sich bei den Blaualgen um Cyanobakterien.“ Und diese gebe es in jedem Gewässer. Außer Kontrolle geraten sei ihr Vorkommen dann aber an der Lingese, nachdem der Wupperverband im Frühjahr viel Wasser abgelassen habe, um unter anderem die Treppen für die neuen Badestellen zu bauen.

Da es sich um eine Talsperre handelt, die zur Regulierung des Pegels der Wupper bestimmt ist, wurde später bei der zu Beginn des Sommers einsetzenden Trockenheit der Wasserstand noch weiter verringert. „Alles sammelte sich dann in dieser Badewanne und es kam zu hohen Konzentrationen“, erklärte Post. Das Gleichgewicht im Gewässer sei  völlig aus den Fugen geraten.

Eine Gegenmaßnahme des Sportfischervereins sei, die Rotaugen als Fischart besonders intensiv abzufischen, denn diese fressen die Wasserflöhe, die wiederum die Algen fressen und auf diese Weise wirksam dem Cyanobakterienvorkommen entgegenwirken. ▪ Rolf Haase

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