Karneval in Wipperfürth lockt Kiersper auf Straße

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Schon zum 20. Mal mit von der Partie war der Spielmannszug der Freiwilligen Feuerwehr Kierspe, angeführt von Stabführer Frank „Brummi“ Schmidt. - Fotos: Crummenerl

RÖNSAHL/WIPPERFÜRTH - Das war so recht nach dem Geschmack der Karnevalsjecken. Just wie weggeblasen waren am Karnevalssonntag rechtzeitig zum Beginn des Straßenkarnevals in Wipperfürth die dicken Wolken am Himmel. Dafür zeigte sich endlich wieder einmal die Sonne – und die war dann auch hoch willkommen.

Von Rainer Crummenerl

Speziell in der Nachbarstadt, die ja bekanntlich seit jeher als „das“ hiesige Zentrum karnevalistischen Geschehens schlechthin gilt, an dem sich das Narrenvolk „rings ums Städtchen“ zu orientieren hat. Wie beispielsweise mit schöner Regelmäßigkeit natürlich immer dann, wenn die Session beim traditionellen Straßenkarneval am Karnevalssonntag ihrem Höhepunkt zustrebt.

Eine in die Tausende zählende Zuschauermenge, eine große Anzahl darunter auch aus den beiden Volmestädten Kierspe und Meinerzhagen, ablesbar an den langen Autoschlangen, die sich schon Stunden vor Beginn des eigentlichen Geschehens aus dem Westfälischen in Richtung Rheinland in Bewegung setzten, säumten dicht gedrängt die Straßen der Wipperfürther Innenstadt und warteten geduldig so lange, bis der „Zuch kütt“, wie es im Bergischen Platt heißt. Bei süffigem Kölsch und anderen passenden Getränken und jeder Menge plärrender Karnevalsmusik versteht sich, die an jeder Ecke auf die wartende Menge herabrieselte.

Die tollen Tage beginnen in Wipperfürth jeweils bereits an „Weiberfastnacht“ – mit allen schönen Seiten, die „König Karneval“ so im Gepäck hat. Und etliche Ladengeschäfte im Ort sagen ihren Kunden, was ihre Inhaber vom Karneval halten: „Weiberfastnacht und Rosenmontag geschlossen“ hieß es auch jetzt wieder unmissverständlich als Botschaft an manchen Schaufensterscheiben. Doch das sind allenfalls Nebengeräusche, die indes die allgemeine Begeisterung im rheinisch-westfälischen Grenzland für das närrische Treiben kaum schmälern können.

Sehr zur Freude der Jecken aus nah und fern war es dem Organisationsteam der Wipperfürther Karnevalisten wiederum in bewährter Weise gelungen, einen mit insgesamt 37 geschmackvoll gestalteten Motivwagen und farbenfrohen Fußtruppen bestückten Zug auf die Beine zu stellen, der sich dann nach und nach seinen Weg von der Neye-Siedlung durch die Innenstadt bahnte. Schon zum 20. Mal mit dabei war auch der Spielmannszug der Kiersper Feuerwehr. Die einzelnen Motivwagen – mittendrin auch das Wipperfürther Dreigestirn mit Bauer, Prinz und Jungfrau – hatten wohl tonnenweise „Kamelle und Strüssjer“ im Gepäck, die bei der beiderseits der Straßen wartenden Menge auch hoch willkommen waren. Vereinswelt und kirchliche Stellen, Nachbarschaften und Wohngemeinschaften, hatten wieder einen bunten Cocktail aus Spaßigem und Ernsthaftem gemixt, der auch Persiflagen auf das lokale Geschehen nicht außen vor ließ. Als zentrales Thema bot die vor der Tür stehende Fußball-WM in Brasilien jede Menge an Stoff . Sei’s drum – wohl die Allermeisten freuten sich wieder einmal über die Vielfalt dessen, was im kleinen Wipperfürth am Karnevalssonntag „auf die Beine“ gestellt wurde und bestimmt schon jetzt auf die nächste Session.

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