Neues Filtermaterial und eine Generalreinigung

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Mit kleinen Fräsmaschinen werden der alte Kleber und schadhaftes Fugenmaterial entfernt. Nur so ist es möglich, Wasserverluste zu vermeiden.

Kierspe - Im Bereich des Schwimmerbeckens versickern noch die letzten Liter Wasser, da stehen bereits die Handwerker im Nichtschwimmerbereich und tauschen Fliesen aus. Ein paar Meter weiter beseitigen Hochdruckreiniger den hartnäckigen Schmutz. Doch die umfangreichste Arbeit findet viel tiefer statt. Unterhalb des Beckens werden die Filter mit neuem Filtermaterial versorgt.

Ein Gewirr aus Rohren und großen Stahltanks machen ein Durchkommen im Technikraum fast unmöglich. Nur mit einer sportlichen Figur sind die Arbeiten in diesem Bereich überhaupt möglich. Und gearbeitet wurde dort in den vergangenen Tagen wahrlich schwer. Die sechs rund drei Meter hohen und mehr als einen Meter breiten Filteranlagen mussten komplett neu befüllt werden. Doch bevor das neue Material – von unten nach oben: feiner, mittelgroßer und grober Sand und zum Abschluss eine Kohleschicht – eingefüllt werden kann, muss das in den vergangenen sechs bis acht Jahren verbrauchte Material herausgefördert werden. Mit einem Sack nach dem anderen sind die Mitarbeiter in den Technikraum unterhalb des Beckens gestiegen, um die zehn Tonnen wiegende Füllung vorzunehmen. Da die Firma B und S Schwimmbadtechnik aus Bergisch-Gladbach zahlreiche Mitarbeiter einsetzte, konnten diese Arbeiten in wenigen Tagen abgeschlossen werden. Bereits am Mittwoch waren die Filter wieder betriebsbereit.

Benötigt werden die Anlagen jedoch erst wieder in einigen Wochen, wenn der Badebetrieb losgeht. Dann läuft das Wasser durch die Bewegung, die die Schwimmer im Becken verursachen in eine Überlaufrinne. Anschließend landet das sogenannte Schwallwasser in dem Schwallwassertank. Von dort geht es – gefördert durch Pumpen – in die Filteranlagen und schließlich wieder im Bad. Nachts reinigen sich die Filter dann automatisch.

Doch das Wasser läuft nicht nur über die Rinne aus dem Bad, ein wenig presst sich auch immer durch schadhafte Fugen. Damit dieser Verlust so gering wie möglich bleibt, werden einmal im Jahr alle Fliesen kontrolliert. Deutet sich nach der Sicht- und Klopfkontrolle eine Undichtigkeit ab, wird die entsprechende Fliese abgenommen, das Fugenmaterial und der Kleber entfernt. Anschließend wird eine neue Fliese aufgebracht. „Da die Fliesen auf einen speziellen dichtenden Untergrund geklebt werden, muss das von Fachleuten erledigt werden. Deshalb kommt dafür auch nicht jeder Fliesenlegebetrieb in Frage“, erklärt Betriebsleiter Matthias Pazmann. In diesen Tagen sind es Mitarbeiter der Firma Schmale aus Lüdenscheid, die bei tropischem Klima in dem Becken arbeiten.

Während die Mitarbeiter der Fachfirmen ihrer Arbeit nachgehen, können sich die Angestellten des Bäderbetriebes nicht darauf beschränken, diese Arbeiten zu kontrollieren. Sie – das sind derzeit neben Betriebsleiter Pazmann Schwimmmeister Stefan Borlinghaus und Aushilfe Christine Ebeling – müssen vielmehr zum Hochdruckreiniger greifen und all den Schmutz entfernen, der sich während der Betriebszeit nicht entfernen lässt, das gilt natürlich vor allem für die Reinigung der Beckenböden und der -wände.

In Kürze wird die Mannschaft noch durch die Mitarbeiter verstärkt, die während des Betriebes ihren Arbeitsplatz an der Kasse haben. Sie sollen dann die Bänke in den Umkleidebereichen abschleifen und anschließend neu lackieren. Danach steht dann die Generalreinigung der kompletten Anlage an.

Sind alle diese Arbeiten erledigt, laufen an drei Tagen 600 000 Liter frisches Wasser ins Becken, diese werden dann noch vier Tage erwärmt. Danach kann der Schwimmbetrieb wieder losgehen. Wenn alles nach dem engen Zeitplan läuft, dann wird das Bad am Montag, 20. Juni, wieder eröffnet.

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