Sperrung der B 54 sorgt für Chaos

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Seit Mittwochmorgen ist die Straße Loh gesperrt. Zuvor wagten sich die Anwohner Christine Schrell und Dieter Boecker mit ihren Hunden gar nicht mehr vor die Haustür.

Kierspe - Hinter den Anwohnern in Loh liegen turbulente Tage seit der Sperrung der Bundesstraße 54 vor gut einer Woche im Bereich Bollwerk.

Straßen.NRW lässt dort eine Fahrbahnerneuerung vornehmen. Bei der Umfahrung der Baustelle verließen sich viele – vor allem ortsunkundige – Verkehrsteilnehmer auf ihre Navigationsgeräte und wurden direkt auf die enge, verwinkelte und in weiten Teilen nur einspurige Straße Loh geleitet – mit spürbaren Konsequenzen.

"Hier herrscht das komplette Chaos"

„Hier herrschte das komplette Chaos. Statt sonst 50 Fahrzeugen am Tag, waren es plötzlich bis zu 600. Darunter waren sogar Lastwagen“, erzählt Dieter Boecker, der sich eine Woche kaum noch vor die Haustür traute. „Um überhaupt aneinander vorbeizukommen, sind die Autos einfach über meinen Hof gefahren, dabei wurde auch auf Blumentöpfe oder ähnliche Dinge keine Rücksicht genommen“, sagt Boecker verärgert.

Teil der Böschung ist abgerutscht

Seit Mittwochmorgen ist in Loh wieder Ruhe eingekehrt. Die Straße ist gesperrt, weil ein Teil der Böschung metertief abgerutscht ist. „Die Straße war der hohen Belastung überhaupt nicht gewachsen. Dieser Schaden hätte verhindert werden können. Wir haben die Stadt sofort nach der Sperrung der B 54 auf das Verkehrschaos hier hingewiesen“, berichtet Anwohnerin Christine Schrell.

Ursache für Abrutschen noch ungeklärt

Auf Anfrage der Meinerzhagener Zeitung bestätigte Lore Rempel, kommissarische Leiterin des Ordnungsamts, dass die Straße gesperrt ist, die Ursache für das Abrutschen der Böschung aber ungeklärt sei. Es werde noch einen Ortstermin geben. „Die Vermutung liegt aber nahe, dass es mit dem erhöhten Verkehrsaufkommen zu tun hat“, so Rempel.

Polizei für Kontrollen zuständig

Mittlerweile wurden Schilder aufgestellt, dass in Loh kein Durchkommen mehr ist.

Ein vorheriges Einschreiten der Stadt sei nicht möglich gewesen, erklärt Lore Rempel. „Wir hätten zwar Schilder aufstellen können, die nur eine Durchfahrt für Anlieger erlauben. Allerdings hätte es dann auch Kontrollen geben müssen. Weil es sich um fließenden und nicht um ruhenden Verkehr handelt, sind aber nicht wir als Ordnungsamt, sondern die Polizei zuständig.“

Landwirte ziehen Stacheldraht

Weil im Loh ein Begegnungsverkehr bis auf einige Ausweichstellen nicht möglich ist, wichen die Fahrzeuge auf die Bankette, bepflanzten Flächen und Vorgärten der Anwohner aus. „Um größere Schäden zu vermeiden, sind wir selbst aktiv geworden“, sagt Schrell. So zogen die betroffenen Anlieger und Landwirte Stacheldraht, spannten Flatterband und schlugen Pflöcke an ihren Grundstücksgrenzen ein – sehr zum Unmut der Autofahrer. „Es gab Beschimpfungen und Bedrohungen“, sagt Schrell. Boecker ergänzt: „Teilweise haben die Autofahrer angehalten, die Pflöcke aus dem Boden gezogen und einfach in den Wald geworfen, um weiterfahren zu können!“

Straße bleibt vorerst gesperrt

Die selbst erstellten verkehrsberuhigenden Maßnahmen können die Betroffenen nun wieder abbauen, die Straße bleibt bis auf Weiteres gesperrt. „Wahrscheinlich so lange, bis auch die Arbeiten an der Bundesstraße 54 abgeschlossen sind“, sagt Ordnungsamtsleiterin Rempel. Dies soll laut Straßen.NRW im November der Fall sein. Wann die abgerutschte Böschung wieder aufgebaut werde, stehe noch nicht fest.

Im Winter könnte es zu Problemen kommen

Die Anwohner hoffen jetzt, dass es an der Bundesstraßen-Baustelle im Volmetal möglichst zu keinen größeren Zeitverzögerungen kommt und damit auch der jetzt gesperrte Bereich der Straße Loh noch vor dem Winter wieder freigegeben werden kann. „Bei viel Wind und Schnee haben wir nämlich keine andere Möglichkeit mit dem Auto von unseren Häusern wegzukommen“, sagt Schrell.

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