Flüchtlinge verschönern ihr (Übergangs)-Heim

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Der Guineer Bailou packte zusammen mit zwei anderen Bewohnern an und strich den Waschraum im Keller. Dort wird geduscht und Wäsche gewaschen.

Kierspe - Krieg, Terror, Katastrophen: Immer mehr Menschen flüchten aus Krisengebieten nach Europa. Kommunen wie Kierspe stehen dadurch vor schwierigen Aufgaben. Um das Wohnheim für Flüchtlinge am Herlinghauser Weg zu verschönern, haben gestern einige Hausbewohner Wände gestrichen – außerdem gab es eine Spende der Awo Kierspe.

Von Matthias Clever

Schrubber, Besen, Eimer, Wäschekörbe, Putzmittel und vieles mehr liegt im Anhänger von Friedhelm Werner. Der Vorsitzende der Awo Kierspe legt jeweils zwölf Utensilien zusammen. „Die sind für die Wohneinheiten bestimmt, damit die Menschen ihre Räume sauberhalten können.“

Zusammen mit Karin Schmid-Essing vom Arbeitskreis Flüchtlinge ist er vor Ort, um den Flüchtlingen zu helfen. „In Kierspe ist eine große Zahl junger Männer angekommen. Sie müssen menschenwürdig untergebracht werden und brauchen viel Hilfe und Betreuung“, erklärt Schmid-Essing, die mittlerweile seit 22 Jahren in der Flüchtlingshilfe arbeitet.

Neben den Sachen zur Reinigung für die Wohnungen hat Friedhelm Werner eine Waschmaschine dabei. Zusammen mit einigen Bewohnern bringt er diese in den Keller. Eine kleine Holztreppe hinab ist ein Raum mit niedriger Deckenhöhe und gelblichen Wänden. Neben einer Duschkabine steht eine Waschmaschine. Daneben soll die neue von Werner gestellt werden.

Unterdessen sind Ali, ein junger Abiturient aus Syrien, Rasm, ein handwerklich begabter Mann aus Marokko, und der Guineer Bailou dabei, den Kellerraum zu streichen.

„Wir wollen das hier ein bisschen wohnlicher machen“, sagt Friedhelm Werner, der zusammen mit Schmid-Essing das entsprechende Werkzeug für die gemeinschaftsaktion mitgebracht hatte.

Eines der Hauptprobleme sei neben den baulichen Dingen die Verständigung unter den einzelnen Bewohnern. In der Einrichtung leben rund 40 Männer aus verschiedenen Ländern. Aserbaidschan, Bosnien oder Somalia sind nur einige dieser Staaten.

Oft verstehen die Menschen noch nicht einmal die Sprache ihres Bettnachbarn. Um den Männern den Start in der Fremde zu erleichtern, möchte Schmid-Essing eine kleine Broschüre in verschiedenen Sprachen drucken. Diese und viele weitere Maßnahmen will die Kiersperin am kommenden Dienstag am Runden Tisch zum Thema Flüchtlinge besprechen.

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