Spende der Firma Otto Fuchs

Neuer Gasofen erleichtert Schmieden

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Sofort nach der Übergabe begannen die Mitglieder des Teams Schleiper Hammer mit der Montage des neuen Ofens.

Kierspe - Kommt pünktlich zum Ende des Steinkohleabbaus in Deutschland auch der Kohleausstieg im Schleiper Hammer? Wohl kaum, allerdings sind die ehrenamtlichen Mitarbeiter des Heimatvereins, die den Hammer erhalten und für Vorführungen mit Leben füllen, nicht mehr auf das Feuer in der Esse angewiesen. Denn seit Freitag gibt es nun auch einen Gasofen, der das Schmieden erleichtert.

„Bei der Herstellung der Afrika-Spaten hatten wir das Problem, dass wie im Kohlefeuer nur eine punktuelle Hitze bekamen. Dadurch mussten wir immer für die letzten Arbeitsschritte auf den Gasofen eines Schmieds zurückgreifen“, erzählt Karl-Heinz Kraus, der zum Team Schleiper Hammer im Heimatverein gehört.

Doch nicht nur beim Schmieden der Spaten-Modelle mussten die Ehrenamtlichen mit Unzulänglichkeiten leben. So gibt es ein Gesenk, mit dem sich ein kleiner Schlosserhammer schmieden lässt, doch die Hitze des Schmiedefeuers reichte nicht aus, um den Stahl so zu erwärmen, dass sich der Hammerkopf auch fertigen lies. So konnte zwar der Prozess mit Blei verdeutlicht werden, das gefertigte Werkzeug blieb aber ohne Funktion.

Das alles soll und kann jetzt anders werden. Kraus hatte die Idee, die metallverarbeitenden Firmen in der Region anzurufen und um Spenden zu bitten. „Wir hatten bereits rund die Hälfte des Geldes zusammen, da kam bei einem Gespräch mit Jürgen Ackerschott das Gespräch aufs Schmieden und den fehlenden Ofen“, erinnert sich Kraus. 

Ackerschott, der als Leiter der technischen Ausbildung bei der Firma Fuchs tätig ist, sagte spontan zu, dass Fuchs die gesamten Kosten des Ofens übernimmt. Am Freitag brachte er dann die Spende persönlich in den Hammer.

Jürgen Ackerschott (2. von rechts) übergab den neuen Gasofen an die Mitglieder des Heimatvereins: Manfred Völker, Roland Hedderich, Peter Heins, Karl-Heinz Kraus und Silvia Baukloh.

„Wir haben bereits seit Jahren eine Kooperation mit dem Schleiper Hammer, denn so können unsere Auszubildenden in unmittelbarer Nachbarschaft lernen, mit welcher Technik früher gearbeitet wurde“, erklärt Ackerschott das Engagement des Meinerzhagener Unternehmens. 

Von der Zusammenarbeit profitiert das Hammer-Team aber nicht nur durch die Spende. In der Vergangenheit hatten Fuchs-Azubis bereits einmal ein Hammermodell gebaut, mit dem Besuchern die Arbeitsweise des Hammers verdeutlicht werden kann. Für Erklärungen ist das Hammermodell auch deswegen geeignet, da bei den Vorführungen der „echten“ Hämmer Erklärungen im Lärm der Maschinen untergehen.

Der neue Ofen wird nun erst einmal bei den Spaten-Modellen zum Einsatz kommen. Bislang wurden schon 40 geschmiedet, doch zehn weitere sind derzeit in Arbeit. Seinen Platz wird der Ofen in der zweiten Esse des Hammers finden, dann kann dort natürlich kein Schmiedefeuer mehr entzündet werden. So sorgt der Ofen letztlich zumindest für einen Teilausstieg aus der Kohle.

Der Schleiper Hammer ist jeden ersten Mittwoch im Monat von 10 bis 15 Uhr geöffnet. Sondertermine für Gruppen können unter der Rufnummer 0 23 59/66 11 40 vereinbart werden.

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