Große Freude über Kiersper Unterstützung

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Geschäftsführer Jörg Fengels (2. von links) nahm die neuerlichen Spenden von Nadine Kleinfeld, Maike Preuß und Kadidja Aalioui (von links) selbst entgegen.

Kierspe - In dieser Woche wurde nicht nur der Prozess gegen eine Kiersperin fortgesetzt – sie ist wegen Totschlags angeklagt, weil sie ihr Neugeborenes in einer Mülltüte dem Tod überlassen hat – , auch die aus diesem Grund von Nadine Kleinfeld ins Leben gerufene Spendenaktion für das Haus St. Josef wurde fortgesetzt. Zusammen mit den Müttern Maike Preuß und Kadidja Aalioui hatte Kleinfeld saisonale Kleidung (für den Winter) gesammelt, was sie am vergangenen Dienstag nach Lüdenscheid brachten.

Jörg Fengels, Geschäftsführer der Einrichtung, begrüßte die drei Frauen nicht nur persönlich, sondern hatte auch ein kleines Präsent für sie und nahm sich Zeit, ihnen die Projekte und die Arbeit in beziehungsweise von Haus St. Josefs zu erklären. Dabei betonte der Geschäftsführer, dass es so eine große Spendenaktion für sein Haus bislang noch nicht gegeben hatte. Umso mehr freute sich Fengels über die Unterstützung aus Kierspe und Umgebung. Aalioui, Preuß und Kleinfeld sind sich einig, auch weiterhin das Haus St. Josef mit Sachspenden unterstützen zu wollen.

Die Kleidung für diesen Winter für ihren kleinen Sohn, nennt Kleinfeld als Beispiel, werde ihm im kommenden Jahr nicht mehr passen. Das ist bei den anderen beiden Mütter ähnlich – und das gilt für die kleinen Mädchen und Jungen der Mutter-Kind-Gruppe genauso. Die freuen sich natürlich über die Kleidungsspenden. Diesmal hatten die drei Mütter Jeans in kleinen Größen, Pullover, Schlafanzüge, Mützen, Socken, T-Shirts, Bodys, Strumpfhosen, Winterjacken, Pullis, aber auch Trainingsanzüge und Trikots sowie Spielzeug und Bücher im Gepäck.

Kinderkleidung für den Winter war in Kartons verpackt.

Und im nächsten Frühjahr, vielleicht zu Ostern, soll es die nächste „Lieferung“ nach Lüdenscheid geben, dann mit Frühjahrs- und Sommerkleidung. Auf der anderen Seite könne die Einrichtung auch Mobiliar, insbesondere auch für die Jugendlichen, die den Schritt ins eigene selbstständige Leben wagen, gebrauchen. Daher wollen Nadine Kleinfeld, Maike Preuß und Kadidja Aalioui nun darauf achten, ob man zum Beispiel bei Haushaltsauflösungen oder bei Wohnungsumzügen Schränke, Stühle, Tische, aber auch Elektrogroßgeräte wie Waschmaschine oder Kühlschränke „abstauben“ und der Einrichtung zur Verfügung stellen kann.

„Wir haben noch einen Jugendschreibtisch, den wollen wir Haus St. Josef geben“, sagt Nadine Kleinfeld. Darüber hinaus könnten im Zuge des Aufbaus einer neuen Kindertagesstätte in Lüdenscheid-Gevelndorf, über den Jörg Fengels berichtete, neue beziehungsweise weitere Möglichkeiten für eine Unterstützung der Einrichtung ergeben. Nicht nur diese Kita soll nach Möglichkeit CO2-neutral gebaut werden, die aktuelle Klimaschutzdiskussionen hätten dazu beitragen, dass die in er Wohngruppe lebenden Menschen sensibilisiert wurden für einen biologischen und nachhaltigen Lebensmitteleinkauf.

Baby-Kleidung gibt es für die Mutter-Kind-Gruppe.

Wie der Geschäftsführer in einem Schreiben mitgeteilt hatte, erfordere diese Umstellung zwar Mehrkosten, trotz Fleischreduzierung, gleichwohl soll dies nun in allen Bereichen der Einrichtung eingeführt werden. Schon in diesem Brief hatte Fengels von „außergewöhnlich viel Unterstützung von ganz unterschiedlichen Personen“ gesprochen. „Einige unserer Angebote wären für die mehr als 120 von uns begleiteten Kinder, Jugendlichen und Familien ohne Ihre Unterstützung nicht möglich.“

Allerdings, das machte der Geschäftsführer bei der Spendenübergabe deutlich, eine ehrenamtliche Mitarbeit sei in Haus St. Josef nicht möglich, denn es würden entsprechende Ausbildungen vorausgesetzt. Wer sich aber ehrenamtlich engagieren möchte, kann sich an die Ehrenamtsbörse in Lüdenscheid, Tel. 0 23 51/3 79 74 71, E-Mail ehrenamtlued@gmx.de, wenden. Diese könne an Einrichtungen vermitteln, die mit Freiwilligen und Ehrenamtlichen arbeiten.

Haus St. Josef

„Das Haus St. Josef wurde im Jahre 1900 von den Franziskaner Ordensschwestern als Waisenhaus gegründet. Heute bieten wir differenzierte stationäre und ambulante Hilfen für Kinder, Jugendliche und Familien an. Der systemische Ansatz ist in unserer Arbeit von zentraler Bedeutung. Wir sehen die zu uns kommenden Familien in einem komplexen Kontext sozialer und emotionaler Bezüge. Respektvoller und wertschätzender Umgang sowie eine offene Atmosphäre, die von Annahme und Wertschätzung geprägt ist, sind für uns genauso selbstverständlich wie die Beteiligung unserer begleiteten Kinder, Jugendlichen und Familien.“, ist auf der Homepage der Lüdenscheider Einrichtung zu lesen, in der heute mehr als 120 Kinder, Jugendliche und Familien begleitet werden – ambulant und in stationären Wohnformen. Flexible Hilfen sind stets gewährleistet.

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