Lebendige Infrastruktur in Zeiten knapper Kassen

Jörg Hentschel (links), Monika Baukloh und Gordan Dudas leiteten das Kiersper Stadtgespräch zum Thema Quartiersentwicklung.

KIERSPE - Präventive Stadtentwicklungspolitik als Voraussetzung für zukunftsfähiges Wohnen und eine lebendige Infrastruktur in Zeiten knapper Kassen und demographischer Veränderungen – um nichts weniger ging es den Sozialdemokraten bei ihrem Kiersper Stadtgespräch.

Von Birgitta Negel-Täuber

Von Monika Baukloh moderiert und mit dem Landtagsabgeordneten Gordan Dudas sowie Bürgermeisterkandidaten Jörg Hentschel am Podium diskutierten die Teilnehmer die „Quartiersentwicklung – Heimat vor der Haustür“. Dabei blieben die Genossen weitgehend unter sich. Die anderen Parteien hätten, mit Ausnahme der Grünen, auf ihre Einladung nicht reagiert, bedauerte Monika Baukloh.

Das Eingangsreferat hielt Gordan Dudas. In seinem allgemein gehaltenen Vortrag, der auf Überlegungen der SPD-Landtagsfraktion basierte, betonte er die Notwendigkeit von bezahlbarem, angemessenem Wohnraum in Verbindung mit einem Umfeld, das für junge Familien und alte Menschen gleichermaßen attraktiv ist. Damit holte er zu einem Rundumschlag aus – vom ÖPNV über barrierearmes Wohnen, medizinische Versorgung vor Ort und gute Einkaufsmöglichkeiten bis hin zu Freizeitangeboten.

In der anschließenden Diskussion brachen die Teilnehmer das Themenspektrum auf Kiersper Bedürfnisse herunter. Die medizinische Versorgung vor Ort war für viele ein wichtiges Thema ebenso wie seniorengerechtes Wohnen, die Situation der Gesamtschule oder das kulturelle Angebot.

Die Zuschüsse der Pflegekasse für einen entsprechenden Umbau reiche häufig nicht aus und führe in der Konsequenz zu einem Wegzug aus Kierspe. Auch für junge, vor allem gut gebildete Menschen sei Kierspe als Wohnort wenig attraktiv. Bildungsmigration war hier das Stichwort. Monika Baukloh sah in der verbesserten Bahnanbindung, die irgendwann „hoffentlich“ auch Kierspe erreiche, eine Möglichkeit. Junge Kiersper könnten von ihrem Heimatort aus zum Studienort pendeln und sich ihr soziales Umfeld erhalten. Neben dem ÖPNV sei eine gute Infrastruktur ein entscheidendes Lockmittel für junge Familien, meinte Gordan Dudas. Studien hätten ergeben, dass sie bei der Wohnortentscheidung sogar noch vor dem Einkommen rangiere.

Unterschiedliche Einschätzungen in Bezug auf den Volme-Freizeitpark wurden zwischen dem Landtagsabgeordneten und den Kiersper Ratsmitgliedern deutlich. Dudas verteidigte ihn als Baustein im Konzept „Oben an der Volme“, die Kiersper fanden ihn auch weiterhin zu teuer.

In einem Punkt stimmten alle Teilnehmer dem Landtagsabgeordneten zu: „Bürgerschaftliches Engagement ist gefragter denn je.“ KuK mit seinen hochklassigen Kulturveranstaltungen sei ein herausragendes Beispiel, meinte Dudas. Jörg Hentschel, der sich weitestgehend aufs Zuhören beschränkte, steuerte den Rönsahler Weihnachtsmarkt als Beispiel bei.

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