Ärger um Personalpolitik des Sparkassenverwaltungsrates

SPD-Politiker kritisiert: „Schlechter Job des Vorsitzenden“

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Die Entscheidung, den Vertrag mit dem Sparkassen-Vorstandsvorsitzenden Wolfgang Opitz nicht zu verlängern, erregt die Gemüter der Kiersper Politiker. Äußern möchte sich aber kaum einer.

Kierspe - Es rumort bei den Kiersper Politikern – doch äußern möchte sich kaum einer zu der Entscheidung des Sparkassen-Verwaltungsrates, sich Ende des Jahres von dem Vorstandsvorsitzenden Wolfgang Opitz zu trennen. Marc Voswinkel ist da eine Ausnahme.

„So etwas ist mir an interkommunaler Zusammenarbeit noch nicht vorgekommen, jedenfalls nicht in den 20 Jahren, in denen ich als Politiker tätig bin“, empört sich der Fraktionsvorsitzende der Kiersper SPD Marc Voswinkel über den Beschluss des Verwaltungsrates und vor allem über den Vorsitzenden des Rates Jan Nesselrath. „Wenn es unterschiedliche Ansichten zur Zukunft der Sparkasse gab, dann wäre es der Job des Verwaltungsratsvorsitzenden gewesen, Einvernehmen herzustellen. Wenn ihm das nicht gelungen ist, dann hat er einen schlechten Job gemacht“, sagt Voswinkel in Richtung Nesselrath und bezieht sich auf die Berichterstattung in der Meinerzhagener Zeitung. 

Hinter den Kulissen wird schon seit längerer Zeit darüber spekuliert, dass einer der Gründe, die zu der Entscheidung des Verwaltungsrates geführt haben, die Personalführung von Wolfgang Opitz gewesen sei.

Ein Meinerzhagener Politiker bestätigte der MZ gegenüber, dass dies den Ausschlag gegeben habe. Aber auch dazu hat Voswinkel eine Meinung: „Im Verwaltungsrat sitzen auch Personalvertreter, die hätten Probleme bei der Personalführung längst im Verwaltungsrat ansprechen können. Außerdem hätte man Opitz auch den Bereich Personal entziehen und dem zweiten Vorstand Roman Kappius übertragen können, wenn man mit der Personalführung in der jetzigen Form nicht einverstanden ist.“

Drohungen gegen Ratsmitglieder

Grundsätzlich sehe er aber, dass Wolfgang Opitz in einer finanzpolitisch nicht einfachen Zeit einen sehr guten Job gemacht habe, und dass die Sparkasse sehr gut dastehe. „Wenn ich mir die Ergebnisse ansehe, dann kann Opitz nicht viel falsch gemacht haben“, fasst der SPD-Politiker zusammen. In Gesprächen machen auch andere Politiker ihrem Unmut über das Vorgehen des Meinerzhagener Bürgermeisters Luft, wollen aber nicht genannt werden. 

So gibt es verlässliche Quellen, die davon berichten, dass der Verwaltungsratsvorsitzende den Mitgliedern des Gremiums mit staatsanwaltlichen Ermittlungen gedroht haben soll, wenn Informationen aus den Sitzungen des Verwaltungsrates an die Öffentlichkeit gelangen. Auch wenn sich Voswinkel zu diesem Thema nicht äußern wollte, wies er doch auf den Schaden hin, den die Sparkasse durch die Entscheidungen der Mehrheit des Verwaltungsrates nehmen könnte, weil Vertrauen leichtfertig verspielt würde.

Bilanz

Die Bilanz für 2018 weist ein deutliches Plus sowohl bei der Bilanzsumme als auch beim Gewinn aus. Das Ergebnis der heimischen Sparkasse ist deutlich besser als der Durchschnitt der Sparkassen in Westfalen-Lippe.

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