Dudas: Wünschte, dieses Hilfsangebot wäre überflüssig

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Die Sozialarbeiterin Sabine Grüzmacher und der erste Vorsitzende des Vereins Hand in Hand Martin Ahlhaus führten den Landtagsabgeordneten Gordan Dudas (rechts) durch das Bürgerzentrum.

KIERSPE - Mit seiner Resolution zur Armut in Deutschland ist der Verein Hand in Hand auf offene Ohren gestoßen. Nicht nur die Kiersper Politiker stellten sich mit einem Ratsbeschluss hinter das Anliegen des Kiersper Vereins und leiteten die Resolution weiter, auch Gordan Dudas , Landtagsabgeordneter der SPD, hat sie gelesen und das Schreiben zum Anlass eines Besuches im Bürgerzentrum genutzt.

Von Johannes Becker

„Ich finde die Einrichtung und die Arbeit, die Sie hier leiten super, auch wenn ich mir wünschen würde, dass es solche Hilfsangebote nicht geben müsste“, mit Lob sparte Gordan Dudas bei seinem ersten Besuch in dem sozialen Bürgerzentrum nicht. Vorstandsmitglieder des Vereins Hand in Hand hatten den SPD-Landtagsabgeordneten in Empfang genommen und ihn durch die Einrichtung an der Fritz-Linde-Straße geführt.

Aufmerksam auf das Angebot des Vereins war Dudas durch eine Resolution geworden, die Hand in Hand verfasst hatte und die durch den Rat der Stadt Kierspe verabschiedet und an alle heimischen Bundestags- und Landtagsabgeordneten weitergeleitet wurde (die Meinerzhagener Zeitung berichtete).

In dem Schreiben fordern die Mitglieder des Vereins und durch ihre Solidaritätsbekundung auch die Kiersper Politiker eine öffentliche Thematisierung der Armut und ein politisches Vorgehen, um Arbeits-, Alters- und Bildungsarmut, versteckte Armut und Risiken der Armutsgefährdung zu bekämpfen. Gefordert werden armutsfeste Löhne und Renten, bedarfsgerechte Regelsätze, Beschäftigungsmöglichkeiten für Langzeitarbeitslose und für strukturschwache Räume gezielte Förderungen. Außerdem setzen sich die Unterzeichner für eine bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie ein, um das Armutsrisiko Alleinerziehender zu reduzieren. Am Ende der Resolution heißt es: „Armut bedeutet Ausgrenzung: Die extrem ungleiche Verteilung von Einkommen und Wohlstand und damit von Chancen, am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen, ist nicht zu akzeptieren und gefährdet auf Dauer Gemeinwesen und Demokratie.“

„Politisch lässt sich da nur etwas – wenn überhaupt – in kleinen Schritten ändern. Denn Armut ist ein globales Problem, das nicht in einem Land alleine gelöst werden kann“, so der Abgeordnete im Gespräch mit dem Vereins-Mitgliedern.

Als kleine Schritte in die richtige Richtung nannte Dudas die Lebensleistungsrente und den Mindestlohn, beides Ziele, die in dem Koalitionsvertrag zwischen SPD und CDU vereinbart seien.

Als beste Versicherung gegen Armut sieht der SPD-Politiker Bildung, ohne jedoch dort konkret zu werden, oder Ziele seiner Partei oder der Landesregierung zu nennen. Lobend ging er in diesem Zusammenhang auf das Angebot von Hand in Hand ein, VHS-Kurse zu bezuschussen, um den Bedürftigen in der Volmestadt bessere Chancen auf dem Arbeitsmarkt zu verschaffen.

Den Mitarbeitern des Vereins Hand in Hand riet Gordan Dudas, sich gut zu vernetzen und sich gemeinsam mit anderen Einrichtungen an die Politik zu wenden, um mehr Gewicht zu haben und damit auch mehr Gehör zu finden.

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