Pyramide im gotischen Stil Attraktion in Brennerei

+
Am Freitag überreichte Sparkassenvorstand Roman Kappius die erzgebirgische Weihnachtspyramide, die einige Jahre in der Sparkassenhauptstelle gestanden hat und dann eingelagert war, als Spende an den Brennereiverein, wo sie nun ihren neuen Standort gefunden hat.

KIERSPE ▪ Die im gotischen Stil gehaltene Pyramide erinnert unweigerlich an den Kölner Dom, den Bernd Wende tatsächlich vor Augen gehabt hatte, als er damals das Projekt bei einem erzgebirgischen Pyramidenbauer in Auftrag gab.

Die Anfertigung der 2,50 Meter hohen Säge-, Drechsel- und Schnitzarbeit fand dann in enger Abstimmung untereinander statt. „Immer wieder wurden zwischen Otto Franke und meinem Mann Bilder hin und her geschickt“, berichtete Dorothea Hunsmann-Wende am Freitag, als die Pyramide offiziell dem Vorstand des Brennereivereins übergeben wurde. Denn sie soll künftig im Ausstellungsraum der historischen Brennerei in Rönsahl stehen. Zu sehen sein wird sie auch schon morgen, wenn die Brennerei zum Tag des offenen Denkmals geöffnet ist. „Das passt prima, denn Thema ist diesmal Holz“, betonte Vereinsvorsitzender Horst Becker.

Dem Verein zur Verfügung gestellt wurde die Pyramide jetzt von der Sparkasse, in deren Besitz sie von der Familie Hunsmann-Wende um das Jahr 2000 herum übergangen war, damit das gute Stück in der Weihnachtszeit die Hauptstelle zieren sollte. Drei Jahre hat sie dort dann gestanden und wurde viel bewundert. Immer verbunden mit Themenausstellungen, die Hunsmann-Wendes aus ihrer persönlichen Sammlung erzgebirgischer Volkskunst bestückten. Doch durch den Umbau der Sparkassenräume war der Platz irgendwann nicht mehr vorhanden und die Pyramide wurde jahrelang eingelagert, wie Sparkassenvorstand Roman Kappius am Freitag berichtete. „Das war uns auf Dauer zu schade. Und ich bin sicher, dass wir mit der Brennerei nun den richtigen Standort gefunden haben. Ich jedenfalls kann mir keinen besseren Ort in der Region vorstellen“, befand er zufrieden. Kappius war in Begleitung der Rönsahler Zweigstellenleiterin Yvonne Bettag gekommen.

Horst Becker, der am Freitag für den Anlass Verstärkung in Person seiner Vorstandskollegen Marl Fricke und Helmut Bremecker mitgebracht hatte, bedankte sich bei dem Sparkassendirektor für die großzügige Spende, denn die Pyramide stellt eine weitere Bereicherung in dem urigen Ambiente dar. Auf Vorschlag von Dorothea Hunsmann-Wende, die zusammem mit ihrem Mann seit 1996 nach einem anderen Standort für die Pyramide gesucht und dann auch in der Sparkasse einen Käufer gefunden hatte, wurden gleich bereits Pläne für die Weihnachtszeit in diesem Jahr geschmiedet, denn dann will sie zusammen mit ihrem Mann ebenfalls in der Brennerei eine Erzgebirge-Präsentation organisieren.

Beide sind begeisterte Anhänger der traditionellen Handwerksarbeiten aus dem Osten Deutschlands und haben viele sehr seltene Stücke in ihrem Besitz. Darunter auch Unikate aus vergangenen Zeiten, denn sie unterhielten schon zu DDR-Zeiten Kontakte in die Region.

„Ich denke an Nussknacker, Engel und Bergmann oder auch einen Weihnachtsberg sowie andere typische Arbeiten“, machte Dorothea Hunsmann-Wende aufmerksam und Horst Becker frohlockte angesichts der in Aussicht stehenden Attraktion in der Brennerei während der Weihnachtszeit.

Die Pyramide aus der Werkstatt in Lößnitz kam 1993 in den Besitz der Familie Hunsmann-Wende, nachdem Otto Franke sie nach den Ideen von Bernd Wende hergestellt hatte. Sogar für den erfahrenen Pyramidenbauer war die Arbeit eine echte Herausforderung, denn das war bislang seine größte so aufwendig gefertigte Pyramide. „Weltweit gibt es nur zwei Exemplare“, wusste Dorothea Hunsmann-Wende zu berichten. Die andere stehe im Rathaus in Zwickau.

Der Wunsch, eine solche Pyramide haben zu wollen, entstand bei Wende während eines Besuchs im Museum in Schneeberg, wo eine allerdings viel kleinere Pyramide ausgestellt war. Mit dem erfahrenen Pyramidenbauer aus Lösnitz war schnell ein Handwerker gefunden, mit dem man über das Vorhaben einig wurde. Teilweise hat er mit der Laubsäge von Hand gearbeitet, aber er hat auch eine Stichsäge und eine Fräse benutzt.

Aus dem gleichen Ort kommt der Holzschnitzer Robby Schubert, der die integrierten Holzfiguren der zwölf Apostel entworfen und hergestellt hat. Auf den verschiedenen Stockwerken drehen sich zudem bunt bemalte gedrechselte Figuren, unter anderem der heiligen Familie, der Hirten und der heiligen drei Könige sowie dazu noch Bergmann und Engel. Besonderheit dieser speziellen Form, die aus der Werkstatt Hillig stammt, sind die anmodellierten Arme. Die beiden Erzgebirge-Sammler waren ganz angetan von der wunderschön gearbeiteten Pyramide. Leider mussten sie bald feststellen, dass diese vielleicht doch für ihre Wohnung eine Nummer zu groß war.

Rolf Haase

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.
Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare