Geldbörse Smartphone

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Manuela Keiderling von der Sparkasse (rechts) und Apothekerin Christiane Karge demonstrieren, wie einfach und schnell das mobile Bezahlen mit dem Smartphone funktioniert.

Kierspe - Einst war es die Geldkarte, die das Bezahlen in den Geschäften bargeldlos erleichtern sollte. Doch sie hat sich nicht durchgesetzt, ist längst überholt. Nun soll – was in den skandinavischen Ländern schon längst gang und gäbe ist – das sogenannte mobile Bezahlen mit dem Smartphone einen deutlich stärkeren Einzug in die Welt des Geldverkehrs Einzug halten.

„Wir haben uns die Sache erst einmal angesehen und am 10. September dann die App freigeschaltet“, erklärt Manuela Keiderling, bei der Sparkasse Kierspe-Meinerzhagen verantwortlich für den Bereich Payment. Gemeint ist damit die App, mit dem das Smartphone zur digitalen Geldbörse wird.

Die Voraussetzungen, damit das Handy zum Bezahlen genutzt werden kann: Nachdem die App der Sparkasse bei Google Play – mit IPhones funktioniert es nicht, da Hersteller Apple die NFC-Schnittstelle nicht freigegeben hat – heruntergeladen geladen ist, muss die Sparkassenkarte oder -kreditkarte noch (einmalig) digitalisiert werden. Bankkarten anderer Geldinstitute können mit der Sparkassen-App „Mobiles Bezahlen“ nicht genutzt werden.

Voraussetzung Onlinebanking

Dafür ist das Onlinebanking erforderlich, was heißt, dass der volljährige Nutzer des mobilen Bezahlens Kontoinhaber und registrierter Nutzer des Onlinebankings sein muss. Für das Hinzufügen einer Karte muss eine TAN (Transaktionsnummer) eingegeben werden.

Es dauert nur wenige Sekunden, dann übermittelt das Terminal dem Smartphone, dass die Zahlung erfolgreich durchgeführt wurde.

Ebenfalls zu den Voraussetzungen zählt ein modernes Smartphone mit einer Android-Version ab 4.4 und einer NFC-Schnittstelle. Und letztlich muss das Terminal im Geschäft für das kontaktlose Bezahlen ausgerüstet sein. „in Deutschland funktioniert mobiles Bezahlen schon jetzt an rund 75 Prozent der Kartenterminals“, weiß Keiderling, und weist darauf hin, dass an solchen Terminals auch mit den Sparkassen- und anderen Karten kontaktlos die Rechnung bezahlt werden kann.

Und was mit der Bankkarte geht, klappt auch mit dem Smartphone: Wenn der Verkäufer den Bezahlvorgang am Terminal aktiviert hat, hält der Käufer sein Handy mit der aufgerufenen App an das Gerät – der Abstand muss vier Zentimeter oder geringer sein – und innerhalb weniger Sekunden erscheint auf dem Display des Smartphones sozusagen die Bestätigung der erfolgreichen Zahlung.

Mit Smartphone in Sekunden bezahlt

Um dies zu demonstrieren, hat sich Manuela Keiderling die Apotheke am Wildenkuhlen von Christiane Karge ausgesucht und kauft dort zwei Produkte, um sie mit ihrem Smartphone zu bezahlen. Während das Handy über keine Onlineverbindung verfügen muss, ist dies für das Terminal schon notwendig.

Denn es verifiziert die Daten der digitalen Bankkarte und veranlasst die Zahlung vom Konto des Kunden auf das des Verkäufers. Bis zu Beträgen von 25 Euro geht dies ohne PIN-Eingabe oder Unterschrift, über diesen Betrag hinaus ist aber die Eingabe der PIN – es ist natürlich die der Bank- oder Kreditkarte – erforderlich. Für den Verkäufer ändert sich nichts, erklärt Christiane Karge.

Die Bedingungen bleiben, die Terminals – in die natürlich auch wie bisher eine Bankkarte gesteckt werden kann – , die über die NFC-Schnittstelle verfügen, sind längst durch Software-Updates darauf vorbereitet. Etwa 40 Prozent der Zahlungsbeträge, so fügt Karge hinzu, würden in ihrer Apotheke mittlerweile bargeldlos beglichen. Im Übrigen ist es unerheblich, woher das Kartenterminal stammt. Von der Sparkasse Kierspe-Meinerzhagen wurden rund 30 Einzelhändler in den beiden Städten mit dieser Technik ausgestattet.

Andere, wie Christiane Karge, haben sich die Terminals selbst besorgt. Aber auch wenn das mobile Bezahlen in der Zukunft verstärkt Einzug halten soll, so bleiben natürlich nicht nur die Bargeldversorgung, sondern auch die anderen bekannten Bezahlmöglichkeiten bestehen.

NFC

Die NFC (Near Field Communication = Nahfeldkommunikation) ist ein internationaler Übertragungsstandard zum kontaktlosen Austausch von Daten per elektromagnetischer Induktion mittels loser gekoppelter Spulen über kurze Strecken von wenigen Zentimetern und einer Datenübertragungsrate von maximal 424 kBit/s. Bisher kommt diese Technik vor allem im Bereich Micropayment – kontaktlose Zahlungen kleiner Beträge – zum Einsatz. Die meisten moderen Smartphones verfügen über diese NFC-Schnittstelle.

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