Küchenchefin kocht, was den Schülern schmeckt

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Das Essen in der Gesamtschulmensa schmeckt und daher ist der Andrang auf die verschiedenen Gerichte, von täglich ein bis zwei Menüs über Salat- und Nudelbar bis zu Pommes, Pizza und anderen Snacks groß. Immer erhältlich ist auch gesundes Obst. ▪

KIERSPE ▪ Das Essen scheint diesmal besonders gut zu schmecken. Genüsslich isst John-Henrik Arnold das auf seinem Teller angerichtete Omelette mit Spinat und Kartoffeln. „Das ist gut“, stellt der Siebtklässler genießerisch fest.

Für den Mensaverein, der an der Gesamtschule für das Mittagessen und auch die Schülerbeköstigung während der Pausen verantwortlich zeichnet, sowie das Team rund um Küchenchefin Angelika Nowak, ist der Spagat zwischen dem, was die Kinder und Jugendlichen mögen, und dem, was gesund und ernährungsphysiologisch sinnvoll ist, jeden Tag eine neue Herausforderung. Dem stellt sich die Kochmannschaft stets auch beim Menü selbst, was gestern anscheinend mal wieder gelang.

Neben dem Menü konnten die Schülern auswählen zwischen der Salatbar und der Nudelbar, die die neueste Erweiterung im Angebot in der Mensa der Gesamtschule darstellt und sehr beliebt ist. Denn Nudeln essen die meisten Kinder gerne. Bolognesesoßen vermissen die Schüler derzeit allerdings wegen des Fleischskandals. Stattdessen konnten sie zu den Penne oder den Vollkorn-Spirelli zwischen Tomaten- und Napoli-Soße sowie Putengulasch und Champignon-Rahmsoße wählen. Da war natürlich für jeden Geschmack etwas dabei.

Essen können die Kinder und Jugendlichen nach der letzten Preiserhöhung weiterhin für nur 2,80 Euro, Lehrer und andere Bedienstete zahlen 3,30 Euro. Durchschnittlich gehen täglich 160 Essen über die Mensatheke, was kein schlechter Schnitt ist. Ungerechnet sind dabei die Salatportionen und Snacks, die obendrein noch erhältlich sind.

Der Geschmack wandelt sich und ist auch Trends unterworfen. So sind derzeit an der Gesamtschule morgens in der Frühstückspause von 10 bis 10.30 Uhr die Zwiebel-Speck-Brötchen mit Schmand der absolute Renner. „Sie werden frisch gebacken und erinnern vom Geschmack her ein wenig an Flammkuchen. Sie haben einen Vollkornanteil“, versäumt die zweite Vorsitzende des Mensavereins, Gabriele Mavany, nicht darauf hinzuweisen, dass ebenfalls hier der Gesundheitsaspekt nicht vergessen wird. Derzeit bilden sich lange Schlangen, wenn die Brötchen, die es auch mit Käse statt Speck gibt, angeboten werden. 300 bis 400 Schüler kaufen diese manchmal.

„Wir würden gerne mehr Ausgabestellen schaffen, doch fehlen uns, das zeigt sich besonders an dieser Stelle, ehrenamtliche Helfer“, so Mavany. Sie glaubt, dass immer mehr Mütter heute berufstätig sind und daher morgens natürlich schlecht helfen können. Der Mensaverein brauche dringend weitere Helfer. Das könnten neben Müttern auch Großeltern sein oder einfach andere Bürger, die gerne Kontakt zu Kindern und Jugendlichen haben. Die Ausgabe des Frühstücks dauere vielleicht etwa zwei Stunden. „Willkommen ist jeder, ob mehrmals im Monat, alle zwei Wochen oder auch nur einmal monatlich“, wie sie betont. Einzige Voraussetzung sei die Teilnahme an einer Hygieneschulung, was jedoch kein großes Problem bedeute.

Gabriele Mavany bedauert, dass aufgrund des Helfermangels Angebote schon zusammengestrichen werden mussten: So betreibe die Sozialpädagogin Gisela Bastian-Perkert die Frühstücksausgabe für die Kleinen in der alten Mensa aktuell ganz allein und das Waffelbacken habe sogar ganz eingestellt werden müssen. Dabei seien gerade diese Zusatzangebote eine wichtige Einnahmequelle für den Verein und nur durch sie sei langfristig ein so günstiger Preis für das Mittagessen zu gewährleisten. „Wir haben derzeit rund 20 Mütter, die mithelfen. In der Frühstückspause sind stets eine bis zwei anwesend, mittags keine“, so Mavany. Wer mitmachen möchte, kann sich entweder per E-Mail unter mensaverein-kierspe@gmx.de oder unter Telefon 02359/661212 bei Gisela Bastian-Perkert melden.

In den vergangenen Monaten wurden die Organisationsstruktur und auch das Essensangebot weiter modernisiert und optimiert. In dem Zusammenhang macht die stellvertretende Vorsitzende darauf aufmerksam, dass die Bausubstanz und die Küche immerhin bereits 40 jahre alt sind.

Heute würden moderne Mensen im Free-Flow-System betrieben, was so an der Gesamtschule aber nicht möglich sei, denn erforderlich wäre ein abgeschlossener Raum. Die Eltern oder Schüler abonnieren für bestimmte Tage das Essen und können dann jeden Tag ganz nach Geschmack wie an einem Buffet auswählen, was sie möchten. Der Mensaverein hat versucht, sich diesen Standards durch ein eigenes individuelles Konzept ein Stück weit anzunähern.

Rolf Haase

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