„Spät abends zu wandern ist echt cool“

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Gewissenhaft füllten die Kinder ihre Laufzettel für die Geschicklichkeitsspiele aus. –

KIERSPE – Dass Wandern spät am Abend echt cool ist, darüber waren sich die Brüder Wilhelm, Benjamin und Stefan völlig einig. Deshalb fanden sie sich am Freitagabend mit festen Schuhen und Regenjacken auch pünktlich um 18 Uhr an der Gesamtschule ein, um mit Mitgliedern der Freiwilligen Feuerwehr zur traditionellen Nachtwanderung durch die Kiersper Wälder aufzubrechen. Von Martina Haski

Trotz ständig wiederkehrender Regenschauer motivierte die Aussicht auf „Tatütata“ und Gespenster immerhin 36 abenteuerlustige Ferienspielkinder mit dabei zu sein.

„Wir möchten den Kindern ein Angebot machen, die in den Ferien zuhause bleiben müssen“, begründete der Zugführer des Löschzugs Stadtmitte, Bernd Kriesten, das Engagement der Feuerwehrleute. Vom Felderhof aus machte sich die Gruppe über Padberg und durch den Wienhagen auf den Weg hinunter zur Lingese. Dort gab es auf dem Hof von Karl-Wilhelm Nolte eine kleine Milchpause. Außerdem hatte Stadtbrandinspektor Georg Würth einige Geschicklichkeitsspiele vorbereitet, an denen die Kinder ihren Spaß hatten. Mit Golfbällen und alten Schuhen galt es in Plastikeimer zu treffen. Jedes Kind hatte drei Würfe frei und bekam pro Treffer zehn Punkte.

Auch Partnerübungen standen hoch im Kurs. Über einen Parcours aus Verkehrspylonen balancierten je zwei Kinder einen Golfball zwischen ihren Stirnen oder ihren Rücken. Anschließend wurden eifrig die Punkte gezählt und von Feuerwehrneuling Daniel Rösges gewissenhaft in die ausgegebenen Listen der Kinder eingetragen. Ganz unkonventionell winkte dem Gewinner kein Preis, dafür aber allen, die unter 100 Punkten blieben, das Privileg, 200 Paar Feuerwehrstiefel putzen zu dürfen.

Über den Wanderweg A1 weiter Richtung Beerenburg

Ein kleiner Einblick in die Arbeit der Feuerwehr durfte natürlich auch nicht fehlen. Und so demonstrierten einige Mitglieder der Löschzwerge, wie man einen D-Schlauch fachgerecht auslegt und wieder aufrollt.

Über den Wanderweg A1 zog die Gruppe von Lingese aus weiter Richtung Beerenburg, wo Feuerwehrleute zum Überqueren der K44 für die Kinder die Wilbringhauserstraße sperrten. Nachtaktive Tiere trafen die Wanderer zwar leider nicht an, dafür erregten aber große Ameisenhaufen am Wegesrand ihr Interesse und umgestürzte Baumstämme luden zum Balancieren und zu weiteren Geschicklichkeitsspielen ein.

Als die Kinder ihren Grillplatz am Fernsehumsetzer im Arney erreichten, war es bereits dunkel geworden. Noch bevor die letzten Würstchen verzehrt waren, setzte der nächste Schauer ein, der sich zum kräftigen Dauerregen entwickelte. „Weil alle inzwischen durchnässt waren, haben wir beschlossen, die Wanderung vorzeitig abzubrechen und die Kinder mit Feuerwehrautos ins Gerätehaus Stadtmitte zu bringen“, erklärte Georg Würth. Vom heftigen Regen vertrieben wurden offensichtlich auch die Gespenster, die sich in dieser Nacht nicht sehen ließen und scheinbar in angenehmere Gefilde entschwebten.

Das tat der guten Stimmung aber keinen Abbruch. Erwarteten die Ferienspielkinder im Gerätehaus Wehestraße nicht nur trockene Handtücher, sondern auch noch interessante Spiele mit fünf Meter langen Feuerwehrschläuchen bis ihre Eltern sie dort gegen Mitternacht abholten.

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