1. come-on.de
  2. Volmetal
  3. Kierspe

Kiersper Gemeinde folgt 2G-Empfehlung nicht - vorerst

Erstellt:

Von: Bettina Görlitzer, Detlef Ruthmann

Kommentare

In den Kiersper Gemeinde vorläufig weiterhin 3G
Leere Kirchenbänke soll es nicht geben, doch die Zugangsregeln könnten sich auch in Kierspe ändern – zumindest, wenn es nach dem Wunsch der Landeskirche geht. © M. Schröder

Wie es zu Weihnachten, insbesondere am Heiligen Abend schon in den meisten Gemeinden praktiziert wurde, soll jetzt in allen evangelischen Gottesdiensten die 2G-Regel gelten.

Kierspe/Märkischer Kreis - Das heißt, nur noch Geimpfte oder Genesene mit entsprechendem Nachweis sollen an Präsenzgottesdiensten teilnehmen können, und das außerdem nur mit einer FFP2-Maske, die während des gesamten Gottesdienstes zu tragen ist. Zusätzlich soll auf Abstände geachtet werden. Diese Empfehlung hat die Evangelische Landeskirche am 28. Dezember, unmittelbar nach Inkrafttreten der neuen Corona-Schutzverordnung des Landes NRW, herausgegeben.

Die Kirchengemeinde Oberrahmede war in dieser Woche einer der Ersten, die bekannt gegeben hat, sich ab sofort an diese Empfehlung zu halten. Allerdings steht dazu noch der endgültige Beschluss des Presbyteriums aus. Dort liegt letztendlich die Entscheidung, aber Superintendent Dr. Christof Grote geht davon aus, dass die meisten, wahrscheinlich alle, Gemeinden des evangelischen Kirchenkreises Lüdenscheid-Plettenberg diese Empfehlung umsetzen werden. Das sei ohnehin üblich und gerade während der Pandemie fast überall so gehandhabt worden.

Zusätzlich betont die Landeskirche, dass nicht immunisierte Menschen gebeten werden, „sich zum eigenen Schutz vor einer Infektion mit möglicherweise schwerem Krankheitsverlauf nicht der Gefahr einer Menschenansammlung auszusetzen.“ Die Empfehlung habe am 3. Januar, nach dem Weihnachtsurlaub, auf dem Tisch der Superintendentur gelegen und sei sofort weiter geleitet worden, erklärte Grote. Rückmeldungen aus den einzelnen Gemeinden hatte er dazu am Mittwoch, seinem ersten Arbeitstag nach seinem eigenen Urlaub, noch nicht.

Die meisten geimpft oder genesen

Was in Kierspe auch daran liegt, dass sich in der hiesigen Gemeinde Pfarrer George Freiwat in Urlaub befindet, Pfarrer Reiner Fröhlich nach Krankheit gerade erst wieder eine Woche im Dienst ist und Pfarrer Martin Spindler noch krank ist. Wie Reiner Fröhlich gegenüber der Meinerzhagener Zeitung erklärte, gelte vorerst weiter die 3G-Regel. Allerdings käme es ohnehin nur selten vor, dass ein Gottesdienstbesucher einen Test vorlege. Der überwiegende Teil sei geimpft oder genesen. Darüber gebe es mittlerweile auch eine Liste.

Gleichwohl machen es Krankheit und Urlaub schwierig, die Gottesdienste durchzuführen. „Da kann es vorkommen, dass es in Rönsahl einen Gottesdienst gibt und in Kierspe dafür keinen“, erklärt Pfarrer Fröhlich. Derzeit könne nur kurzfristig geplant werden, was heißt, dass am kommenden Sonntag, 9. Januar, der Gottesdienst in der Christuskirche stattfindet.

Am 16. Januar wird es sowohl in der Margarethen- als auch in der Servatiuskirche Gottesdienste geben. Wie es am 23. Januar aussehe, stehe noch nicht fest, so der Pfarrer weiter. Geplant ist ein Gottesdienst in Rönsahl. Ob auch einer in Kierspe stattfinden kann, hängt davon ab, ob Pfarrer Spindler zur Verfügung steht.

Freiheit endet da, wo Nächstenliebe anfängt.

Dr. Christof Grote, Superintendent

Grote weiß, dass die Maßnahmen zum Schutz vor Corona große Zustimmung bei Mitarbeitern und Gemeindemitgliedern finden. Auch er selbst stehe voll dahinter. Die 2G-Regel habe es ja auch schon in den Weihnachtsgottesdiensten gegeben. Sicher gebe es auch in der Kirche kritische Stimmen, wie überall. Diese seien zwar oft besonders laut, „aber immer noch die Minderheit.“

Gerade ältere Gemeindemitglieder hätten sich schon in den vergangenen Monaten über strengere Regelungen zum Infektionsschutz gefreut. „Die sagen, endlich können wir wieder kommen.“ Da werde es sicher keine Bedenken wegen 2G geben, im Gegenteil, da sei das Gefühl da, die Kirche tue alles, um sie zu schützen.

Menschen aus vulnerablen Gruppen schützen

Dem möglichen Argument, man schließe so die Ungeimpften aus Gottesdiensten aus, hält Grote entgegen, dass diese ihre Entscheidung, sich nicht impfen zu lassen, selbst getroffen hätten. Außerdem schließe der Verzicht auf die Beschränkungen umgekehrt genau diejenigen aus, die sich beim Besuch des Gottesdienstes unter 2G-Bedingungen sicher fühlen wollen. Für ihn persönlich, sei es angesichts der derzeitigen Situation vor allem wichtig, Menschen, gerade aus den vulnerablen Gruppen zu schützen. „Freiheit endet da, wo Nächstenliebe anfängt.“ Und dazu gehört für Grote auch, sich impfen zu lassen.

Corona und das Gemeindeleben

Die Evangelische Kirchengemeinde Kierspe teilt mit, dass es aufgrund der gestiegenen und zu erwartenden Corona-Zahlen derzeit auch im Gemeindeleben viele Einschränkungen gibt. Im Januar und Februar findet kein Enjoy-Jesus-Gottesdienst statt, der nächste wird voraussichtlich am 6. März sein. Auch der Kindergottesdienst fällt bis auf Weiteres aus. Der nächste „Zu-Hause-King-Size-Gottesdienst“ für Familien findet voraussichtlich im Februar statt. Die Altenbegegnung Felderhof macht ebenfalls Pause wegen Corona, und es gibt zurzeit auch keine Chorproben bei den Chören Aletheia und Alive. Bis auf Weiteres bietet auch das Blaue Kreuz keine Treffen an.

Auch interessant

Kommentare