Soleil Niklasson liefert mit ihrem Quintett ein bärenstarkes Konzert in Rönsahl ab

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Soleil Niklasson begeisterte mit ihrem Quintett.

Rönsahl – Am Ende hielt es die Besucher nicht mehr auf den Sitzen: Mit „Standing Ovations“ verabschiedeten sie die US-amerikanische Sängerin Soleil Niklasson, die zuvor mit ihren vier Begleitern ein bärenstarkes Konzert in der ausverkauften Historischen Brennerei in Rönsahl gegeben hatte

s Publikum“, gab Soleil Niklasson charmant zurück, nachdem sie bereits in der Pause den Kontakt zu den Besuchern gesucht und ein kleines Bad in der Menge genommen hatte. Und so war es nach der Zugabe keine Überraschung, dass sie mit dem KuK-Vorsitzenden Karl-Heinz Kraus über eine weitere Rückkehr nach Rönsahl plauderte. Ganz so viel Zeit wie beim letzten Mal soll nicht vergehen: Denn Soleil Niklasson erinnerte sich an einen Besuch in der Historischen Brennerei vor zehn Jahren – als Gast.

Beeindruckend war vieles an diesem Abend: Allem voran die ausdrucksstarke Stimme der US-Amerikanerin. Ihre selbst geschriebenen Songs seien stilistisch geprägt von „Jazz, Blues, Soul, Gospel und Latin“ hieß es vollmundig in der Ankündigung, aber es war genau so: Unglaublich vielseitig und dennoch stilsicher war die Musik dieses Abends zwischen ruhigen Liebesballaden, sambaesken Rhythmen und klassischem Swing, der den Instrumentalisten viel Raum zur Entfaltung gab. Kontrabassist Caspar van Meel spielte nicht nur ehrenhalber mal ein Solo, sondern war zur Freude des Publikums mehrfach äußerst virtuos unterwegs. Ebenso Andreas Griefingholt, vor dessen Schlagzeug sich auch seine Begleitmusiker mit dem nötigen Respekt aufreihten. Andreas Laux lieferte mitreißende Improvisationen auf Sopran- und Tenorsaxofon, und Pianist Sven Bergmann stellte seine Kunst gekonnt in den Dienst eines stimmigen musikalischen Ganzen.

Die Zuhörer bedankten sich für das außergewöhnliche Konzert mit dem Soleil-Niklasson-Quintett.


Soleil Niklasson sang nicht nur, sondern moderierte das Konzert auch. Ihren Titel „Mirror Mirror“ nutzte sie für ein leidenschaftliches Plädoyer für die Selbstliebe: „It’s never too late: Love yourselves!“ Die Ballade „September“ widmete sie ihren Eltern und dem Gedenken an alle, „die gegangen sind“. Eine sehr komische Wendung nahm die Ansage zu „Love don’t come easy“: Sie begann im berühmten Rotlichtbezirk von Amsterdam, wo Soleil Niklasson über „ein großes Fenster mit acht Frauen in Unterwäsche“ staunte, die mehr oder weniger öffentlich Hühnchen aßen. Jeder brauche mal so einen Rotlicht-Moment, trug die Sängerin vor und schwärmte von Rotlichtlampen, die im kalten Deutschland kalte Arme und Knie wärmen. Nach einer Zugfahrt durch Louisiana brach Soleil Niklasson die geplante Erzählung ab. „Lieber singen!“, lautete die Devise, mit der es mitten hinein in pralle Unmoral und die Liebe zu einem verheirateten Mann ging: „Wenn es falsch ist, dich zu lieben, möchte ich nicht recht haben.“

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