Slalomfahrt, Schrägbrett und ein Bremstest

Michael Joest (links) und Dirk Hallmann prüften vor dem Beginn des Fahrrad-Turniers alle Räder der Kinder und nahmen kleine Reparaturen gleich selbst vor.

KIERSPE ▪ „Ich bin schon ein bisschen erwachsen“, erklärte Ben Stennardo, gerade einmal drei Jahre alt und der jüngste Teilnehmer bei den Ferienspielen des MBC Kierspe, auf seinem kleinen Rad mit Stützrädern. Lange hatte er seine Oma, Monika Stennardo, ein Mitglied des Motoballclubs, überredet, bis sie ihn für das Jugend-Fahrrad-Turnier der Ferienspiele angemeldet hatte. Nun stand er ganz stolz auf dem Motoballplatz inmitten der anderen Kinder und wartete geduldig, bis er an die Reihe kam.

Doch bevor er die vielen Aufgaben bewältigen durfte, mussten er und die anderen 40 Mädchen und Jungen erst einmal ihre Fahrräder auf Verkehrssicherheit hin prüfen lassen. Michael Joest und Dirk Hallmann schauten sich die Räder ganz genau an. Waren die Bremsen in Ordnung? Funktionierte das Licht? Hatte das Rad gelbe Speichenreflektoren? – Alles Punkte, die die beiden Prüfer durchgingen. „Die Räder waren alle in Ordnung“, berichtete Michael Joest, Vorsitzender des MBC Kierspe im ADAC. „Mir ist jedoch aufgefallen, dass bei vielen Rädern die Klingeln fehlten. Das liegt auch mit daran, dass heute viele Räder ohne Klingeln verkauft werden.“

Waren Kleinigkeiten am Rad kaputt, so reparierten Joest und Hallmann dies sofort.

Kinder müssen bei acht Aufgaben große Geschicklichkeit beweisen

Acht Aufgaben waren beim Turnier zu bewältigen, die zum Teil große Geschicklichkeit verlangten. Nach dem Anfahren mussten die Kinder über ein schmales Brett fahren und genau die Spur halten. Die nächste Aufgabe war das Fahren im Kreis, bei dem die Mädchen und Jungen zudem noch eine Kette in einer Hand halten mussten. Die Aufgabe vier bestand darin, eine „Acht“ zu fahren, sodann ging es über ein Schrägbrett und einen Spurwechsel zu einer Slalomfahrt, bei der die aufgestellten weiß-roten Holzklötze nicht umgestoßen werden durften. Zum Schluss war ein Bremstest verlangt, bei dem die jungen Radfahrer rechtzeitig vor einem Holzbalken zum Stehen kommen sollten.

Solch ein Turnier machte durstig und hungrig. Daran hatten die Veranstalter auch gedacht. Nach dem Parcours konnten sich die Kinder Pommes und kühle Getränke holen. „Wir bieten im Rahmen der Ferienspiele bestimmt schon über 20 Jahre das Jugend-Fahrrad-Turnier an“, erinnerte sich Monika Stennardo. „In manchen Jahren sogar zweimal. Das kommt darauf an, wie die Saison ist und ob wir dazu Zeit haben. In diesem Jahr aber war die spielfreie Zeit so lang und viele von uns sind nicht da, so dass wir die Ferienspiele nur einmal angeboten haben.“

Zu den drei Erstplatzierten gehörten bei dem diesjährigen Farradtournier in der Altersklasse 1995 bis 1998 bei den Mädchen Vanessa Altieri, bei den Jungen Martin Schick, Theobald Janzen und Kevin Wiegold. In der Gruppe 2 (Altersklasse 1999 bis 2000) waren es bei den Mädchen Gina Hallmann, Sina  Joest und Anna-Marie Kaufmann, bei den Jungen Fabian Rost, Niklas Bölling und Jan Herzig. In der Gruppe 3 (Altersklasse 2001 bis 2002) lagen bei den Mädchen Lea  Joest, Isabell Pinzke, Alisa Vedder und bei den Jungen Lukas Reichenbach, Nils Freyberg und Oliver Hennecke vorn. Alle Kinder bekamen eine Teilnahmeurkunde und die jeweils drei Erstplatzierten auch eine Medaille. Die Kinder, die die Plätze eins und zwei belegt hatten, werden vom ADAC weiter eingeladen, an einem überörtlichen Jugend-Fahrrad-Turnier teilzunehmen. Wenn sie dort auch als Sieger hervorgehen, können sie beim Endturnier im Herbst NRW-Meister werden.

Ben Stennardo, der jüngste Teilnehmer, hatte sein erstes Fahrrad-Turnier bis zur letzten Aufgabe gut gemeistert. „Ich hatte nicht damit gerechnet, dass er durchhält“, gestand seine Oma. „Doch er hat es geschafft und ich bin stolz auf ihn.“

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