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Skifreizeiten an den Schulen sollen bleiben 

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Von: Carolina Ludwig

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Die Skifahrt des AFG ist nicht nur eine schöne Zeit für die Schüler, sondern auch aus pädagogischer und sportlicher Sicht sinnvoll.
Die Skifahrt des AFG ist nicht nur eine schöne Zeit für die Schüler, sondern auch aus pädagogischer und sportlicher Sicht sinnvoll. © MZ-Archiv

Zweimal mussten sie an vielen Schulen ausfallen, in diesem Winter sind nun endlich wieder Skifreizeiten möglich. Doch lohnt sich das überhaupt noch? Steigende Spritkosten, wenige verfügbare Reiseunternehmen und künstlich beschneite Pisten vor grüner Kulisse führen dazu, dass einige Schulen die traditionsreichen Fahrten nicht wieder aufnehmen. Im Volmetal ist man sich einig: Die Fahrten sind wichtig und sollten erhalten bleiben.

Kierspe/Halver – „Es könnte besser sein“, sagt Anne Reiche von der Gesamtschule in Kierspe am Telefon über den Schnee. Sie war vor Kurzem mit den Gesamtschülern in Mallnitz in Österreich. „Gerade für die Anfänger wäre eine Neuschneepiste deutlich besser, aber wenn sie unter diesen Bedingungen fahren können, dann können sie überall fahren“, sieht es Reiche optimistisch. Die Gesamtschule geht einen etwas anderen Weg, was die Skifreizeiten angeht. Während andere Schulen überlegen, die Fahrten einzustellen, geht es dort gerade erst los. Ausgerechnet 2020 habe man die Freizeit nach langer Zeit wieder ins Leben gerufen. 2021 und 2022 habe man sich bewusst dazu entschieden, nicht zu fahren. „Dann war es relativ klar, dass wir 2023 unbedingt fahren möchten“, sagt Anne Reiche.

Die Fahrt nach Mallnitz sei eine einzigartige Möglichkeit für die Zwölftklässler. „Wir wollten sie unbedingt anbieten und auch die Dreizehner, die Lust hatten, durften ausnahmsweise noch mitfahren“, sagt Reiche. Viele der Schüler hätten noch keine Erfahrungen mit dem Wintersport machen können, ihre Eltern seien selber nie gefahren. „Privat ist das ja wahnsinnig teuer, das ist oft nicht zu bezahlen. Mit 40 Leuten wird es dann bezahlbar und so ermöglicht“, sagt Reiche.

Für die Schüler bedeutet die Skifreizeit nicht nur ein außergewöhnliches Sporterlebnis, sondern auch mehr Zusammenhalt untereinander. „Wir haben Profis und Anfänger dabei und helfen uns gegenseitig. Das schweißt den Jahrgang zusammen“, bestätigt Liam Schriever, Sprecher der Q1.

Die Kiersper Schüler waren vor Kurzem in Österreich. In 2020 wurde die Fahrt wieder aufgenommen.
Die Kiersper Schüler waren vor Kurzem in Österreich. In 2020 wurde die Fahrt wieder aufgenommen. © Reiche

„Die Zwölfer fangen ja auch schon an, Punkte für das Abitur zu sammeln. Die Zeit, die die Schüler miteinander interagieren können, wird immer begrenzter. Viel Zeit geht für das Lernen drauf, da ist so eine gemeinsame Auszeit wichtig“, betont Anne Reiche. Gleichzeitig müssen die Schüler bis zu ihrem Abschluss in vielen verschiedenen Projekten noch gut zusammenarbeiten. „Die Fahrt hilft da extrem. Man fährt mal mit ganz anderen Leuten zusammen im Lift oder lernt neue Seiten von den Mitschülern kennen“, sagt Reiche.

Auch am Anne-Frank-Gymnasium in Halver sieht man die Vorteile der Fahrt, die dort bereits eine lange Tradition hat. „Die Eltern haben sich eindeutig dafür ausgesprochen, dass die Fahrt erhalten bleibt“, sagt Sportlehrer Karsten Thiesbrummel. „Da laufen viele gruppendynamische Prozesse ab, das habe ich immer wieder erlebt. Die Schüler nehmen das erste Mal gemeinsam über einen längeren Zeitraum an einer Aktion teil“, weiß Thiesbrummel. Es entstünden neue Freundschaften und sie lernten neue Perspektiven kennen. „Das hat der Schule immer gut getan“, sagt er.

Den Klimawandel und den dadurch ausbleibenden Schnee spürt man am Reiseziel des AFG noch nicht so stark. „In St. Jakob war es in den letzten Jahren sehr schneesicher. Die Österreicher sagen Schneeloch dazu“, sagt Thiesbrummel. Was sich jedoch auf die Fahrt der Halveraner Schule auswirkt, sind die steigenden Preise, allen voran die Spritpreise. „Die Fahrt wird natürlich teurer“, gibt Thiesbrummel zu. Ein Grund, sie deswegen aufzugeben, sei das jedoch nicht. „Solange das ermöglicht werden kann, wollen wir das auch ermöglichen.“ Los geht es für die Achtklässler im März – nach zwei Corona-Absagen zur Sicherheit etwas später als üblich.

Auch an der Gesamtschule Kierspe sind die steigenden Kosten noch kein Grund, die Fahrt nicht mehr anzubieten. Sie findet zwar auf freiwilliger Basis statt, der Förderverein könne Familien bei Bedarf finanziell unterstützen. „Es ist aber auch nicht deutlich teurer geworden. Das ist absolut vertretbar, wir haben auch ein bestimmtes Budget, das nicht überschritten werden darf“, erklärt Reiche.

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