„Sind bereits am Ende des Verfahrens“

Peter Christian Schröder

KIERSPE ▪ „Auf der letzten Sitzung des Ausschusses für Stadtentwicklung, Planung und Wirtschaftsförderung habe ich nachgefragt, ob es neue Erkenntnisse zu den Planungen des Spielhallenbetreibers an der Kölner Straße hinsichtlich eines Neubaus an der Kreuzung Wildenkuhlen gibt.

Das wurde sowohl von dem Ausschussvorsitzenden Horst Becker als auch von Stadtplaner Rainer Schürmann verneint. Heute weiß ich, dass diese Herren sehr wohl über die Pläne des Spielhallenbetreibers informiert waren“, erklärt Martin Schlüchting von der Wählergemeinschaft Pro Kierspe und ergänzt: „Dass mir im Ausschuss falsche Informationen gegeben wurden, werde ich so sicher nicht auf sich beruhen lassen.“

Schlüchting zielt mit dieser Äußerung auf die nichtöffentliche Sitzung der UWG ab, auf der die Betreiberin der Spielhalle an der Kölner Straße und Besitzerin des Grundstückes Hamann am Wildenkuhlen das Konzept einer Spielhalle, mit angeschlossenem Bowlingcenter und Restaurant vorstellte. Bei dieser Sitzung waren nach Informationen der Meinerzhagener Zeitung sowohl der genannte Stadtplaner als auch der Ausschussvorsitzende anwesend.

Generell finden es die Spitzen von Pro Kierspe, Martin Schlüchting und Peter Christian Schröder, nicht nachvollziehbar, wie in diesem Punkt in Kierspe „Politik gemacht wird.“ Um ihren Standort zu verdeutlichen, greifen sie die Chronologie der Ereignisse noch einmal auf. So sei auf der vorvergangenen Sitzung des Ausschusses für Stadtentwicklung, Planung und Wirtschaftsförderung darüber gesprochen worden, ein Konzept zu entwickeln, mit dem die Ansiedlung von Spielhallen im Stadtgebiet gelenkt werden solle. Am 1. September habe dann die Sitzung der UWG stattgefunden und bei der nächsten Sitzung des zuständigen Ausschusses seien fünf Gebiete genannt worden, die nun für die Ansiedlung von Spielhallen denkbar wären. Darunter eben auch das Gelände am Wildenkuhlen. „Im Rahmen des nächsten Ausschusses für Stadtentwicklung, Planung und Wirtschaftsförderung sollen Fakten geschaffen werden, da bin ich mir ganz sicher. Außerdem ist es empörend, dass die vergangene Sitzung des Ausschusses nur als Schauspiel für die Vertreter von Pro Kierspe veranstaltet wurde, alle anderen Parteien waren ja bereits informiert“, so Schlüchting.

„Um einen falschen Eindruck zu vermeiden, möchte ich auch noch mal sagen, dass die Wählergemeinschaft Pro Kierspe alles begrüßt, was den Freizeitwert der Stadt steigert. Wir lehnen aber alles strikt ab, was Sucht und soziale Armut steigert und für soziale Brennpunkte sorgt. Nach Informationen des WDR wurden allein im vergangenen Jahr 78 Millionen Euro in südwestfälischen Spielhallen umgesetzt“, so Schröder. Deshalb ist der Pro-Kierspe-Politiker zwar für ein Bowlingcenter, dies möchte er aber deutlich räumlich getrennt von einer Spielhalle sehen, um nicht die Hemmschwelle zu senken, die bei einer allein stehenden Spielhalle sicher bestehe. Schröder: „Außerdem ist ja überhaupt nicht klar, ob dann die Halle an der unteren Kölner Straße geschlossen wird.“

Zudem wies Schröder noch einmal darauf hin, dass die Zeit dränge: „Wenn es erst einmal einen Beschluss gibt, am Wildenkuhlen eine Spielhalle zuzulassen, dann lässt sich der Bau nicht mehr verhindern. Nach den Vorbereitungen und Fakten, die unter Federführung der UWG geschaffen wurden, stehen wir nicht am Anfang des Planungsverfahrens, sondern bereits am Ende.“

Als Hinterzimmerpolitik und Kölschen Klüngel bezeichnete der Pro-Kierspe-Vorsitzende das Vorgehen der UWG und ergänzt: „Wer nur das Bowlingcenter und das Restaurant sieht, der verkennt die Bedeutung der Spielhalle und war noch nie in solch einer. Dort stehen einsame Menschen vor Automaten und sehen, wie ihr Geld nach und nach verschwindet. Das ist ein durch und durch trister und trauriger Ort.“

Die Pro-Kierspe-Spitze regt eine Einwohnerversammlung in naher Zukunft an, um die Kiersper zu informieren und sie in die Überlegung einzubeziehen.

„Da muss die Stadt aber schnell handeln, denn bereits Mitte November könnte es zu spät sein“, so Schröder abschließend. ▪ jobek

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