Silvester ist Fest der Traditionen: Party, Bleigießen und Feuerwerk im Trend

Der stellvertretende Marktleiter des Hagebaumarktes Detlef Pilzke und Verkäuferin Lilli Pfannenstiel präsentieren die Trends des Jahres: Ein großes Feuerwerk und die seit Jahren beliebten Kindertüten

Kierspe - Chinaböller, Wunderkerzen, Tischfeuerwerk oder Profi-Raketen-Batterien, Bleiguss-Set, Sekt, Fonduepaste und Luftschlangen: Die Einkaufskörbe der Kiersper sind voll. Silvester wird gefeiert und zwar traditionell, wie so eine traditionelle Feier aber aussieht, liegt ganz im Auge des Betrachters.

„Na klar, Party! Laute Musik, viele Leute und um Mitternacht wird geknallt“, davon ist der 16-jährige Maurice überzeugt. „Wir feiern gemütlich mit der Familie, erst gibt es Fondue und dann wird gespielt und gequatscht. Um Mitternacht gehen wir raus und bestaunen gemeinsam das Feuerwerk“, erklärt Bärbel Sickringhaus. Und ihre Freundin Gudrun Steinweg fügt hinzu: „Also ich feiere ähnlich. Aber bei uns darf das Bleigießen nicht fehlen. Und ja, wir knallen auch ein wenig. Aber nur mit den schönen Raketen.“

Was das Feuerwerk betrifft, haben die Kiersper oft ganz konkrete Vorstellungen, das weiß auch Harald Voth, Leiter des Hagebaumarktes: „Die meisten Kunden stellen sich ihr Böller-Sortiment schon bewusst zusammen. Das Inszenieren wird immer wichtiger – da sind die Kunden auch gerne bereit, den ein oder anderen Euro mehr auszugeben.“ Drei Tage lang können die Kunden die Knallkörper einkaufen, danach werden sie aus Lagern und Regalen verbannt. „Die Auflagen sind sehr hoch. Wir dürfen im Lager wie auch im Verkaufsraum nur eine bestimmte Menge Schwarzpulver lagern. Da das Geschäft sehr gut läuft, sind wir also den ganzen Tag damit beschäftigt die Regale wieder aufzufüllen“, erläutert der Marktleiter. Zudem sei immer ein Verkäufer am Stand, der genau beobachte, dass keine Kinder oder Jugendlichen an die Ware gehen und dass die Feuerwerkskörper nicht beschädigt werden. Und auch der Feuerlöscher müsse in unmittelbarer Nähe sein.

Trend sind in diesem Jahr so genannte Batterien. „Alles, was einmal angezündet wird und einen großen Effekt erzielt, ist sehr gefragt“, weiß Franco Cirotto, stellvertretender Leiter des Rewe-XL-Marktes. Er hat aber auch beobachtet, dass bei Kindern und Jugendlichen Knaller nach wie vor der Renner sind. „Ich bin noch zu klein, aber ich darf Papa die Böller anreichen und er zündet sie dann an“, erzählt die achtjährige Anna, die gerade mit ihrem Vater eine große Tüte Böller ausgesucht hat. Was die Kunden kaufen, wird von der Marktleitung genau analysiert, denn so würde der Bedarf für das kommende Jahr ermittelt werden. „Also es gehen definitiv immer Familienpackungen, in denen alles mögliche drin steckt“, weiß Cirotto. Das bestätigt Anna: „Also Mama mag am liebsten die Raketen,die einen Sternenregen machen, Basti, mein Bruder, die Knaller und Papa die Raketen, die so bunt sind.“

Die Zeit des Bleigießen sei jedoch vorbei. Zwar gibt es nach wie vor Sets im Angebot der Märkte, doch gehe die Nachfrage immer mehr zurück. „Bleigießen passt einfach nicht ins Partyprogramm, meine Eltern machen das, aber ich nicht“, berichtet Simone Schneider. Die Studentin plant auf eine große Party zu gehen. Für viele ältere gehört das Bleigießen jedoch nach wie vor dazu: „Also ich liebe es, wenn alle am Tisch sitzen und rätseln, was das Blei wohl darstellen könnte. Ich bin nicht abergläubisch, aber das brauche ich an Silvester einfach“, erzählt Ilse Steding voller Vorfreude.

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