Mehr Verkehrssicherheit in Kierspe

SPD sieht Chance für neues Viadukt

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Die Sicht von der Straße Hammerkamp verdeutlicht, wie eng die Durchfahrt durch das Viadukt ist. Auch dann, wenn kein Gegenverkehr die Situation verschärft.

Kierspe - Wer den Gehweg unter dem Eisenbahn-Viadukt nutzt, spürt spätestens, wenn neben ihm Lastwagen im Begegnungsverkehr unterwegs sind, drangvolle Enge.

Ein Nebeneinandergehen ist dann nicht mehr möglich, an eine Unterhaltung nicht mehr zu denken. Vor allem die Eltern von Schulkindern sehen eine große Gefahr für ihre Kinder in diesem Bereich – aber auch die SPD macht sich seit Jahren Gedanken um eine Entschärfung. Jetzt zeigen die Sozialdemokraten eine Lösung auf.

Fußgängertunnel war nicht finanzierbar

Bereits vor mehr als einem Jahr hatten die Kiersper Sozialdemokraten vorgeschlagen, auf der nördlichen Seite des Viadukts einen Fußgängertunnel anzulegen, um die unmotorisierten Verkehrsteilnehmer von den Autos zu trennen. Statisch sprach nichts gegen diese Lösung, doch die Kosten von weit mehr als einer Million Euro hätte die Stadt tragen müssen. Sicher auch für eine Stadt, die finanziell besser ausgestattet ist, viel Geld, für Kierspe ist solch eine Lösung nicht „darstellbar“.

Chance durch Brückenneubau

Doch damit wollten sich die Sozialdemokraten nicht zufriedengeben und wandten sich an den Landtagsabgeordneten Gordan Dudas. Dieser schilderte bei einem Ortstermin mit den beiden örtlichen Ortsvereinsmitgliedern Manuela Sieffert-Meisterjahn und Christian Reppel den Ist-Zustand. Demnach wurde nach der Eröffnung des ZOB die Situation von einer Verkehrskommission erörtert, in der auch Mitglieder des Kreises und der Stadtverwaltung mitarbeiten. Als Ergebnis dieser Beratungen, sei vor dem Bordstein in der Bahnunterführung eine durchgehende Randmarkierung aufgebracht worden, um einen zusätzlichen kleinen Sicherheitsraum zwischen Fußgängern und Fahrzeugen zu schaffen. Außerdem stellten die Fachleute fest, dass mit der Fertigstellung des Volmeparks ein neuer Fußgängerüberweg hergestellt werde und die Schulkinder nicht zwingend die Unterführung nutzen müssten. Angeführt habe man auch, dass es bislang keine Unfälle mit Fußgängern gegeben habe und dieser Bereich aus dieser Betrachtung heraus als verkehrssicher gelte.

Dudas: "Situation nicht zufriedenstellend"

„Dem zum Trotz ist die Gesamtsituation in diesem Bereich nicht zufriedenstellend“, bringt Dudas seine Sicht der Dinge auf den Punkt.

Stadt müsste für verfügbare Flächen sorgen

Vor Ort erläuterte der Landtagsabgeordnete Gordan Dudas (links) die eventuellen Möglichkeiten einer Baumaßnahme, die zu einer breiteren Bahnüberführung führen könnten mit den Ratsmitgliedern Manuela Sieffert-Meisterjahn und Christian Reppel.

Aus seinen Gesprächen mit den zuständigen Behörden im Land habe sich aber auch ein anderer Lösungsansatz ergeben. Dudas: „Eine Chance zur Verbesserung bestände, wenn der Landesbetrieb Straßen.NRW die der Bahnführung vorgelagerte Straßenbrücke über die Volme wegen ihrer Funktion in der ausgewiesenen Schwerlastroute neu baut. Das soll auch mittelfristig geschehen. Dann könnten die Brücke, die Straße und damit auch die Eisenbahnunterführung nach Süden verbreitert werden. Möglich ist das aber nur, wenn die Stadt gemeinsam mit dem Landesbetrieb für verfügbare Flächen auf der südlichen Seite sorgt.“

Einige Gebäude müssten weichen

Anders ausgedrückt müssten dann die Häuser, die jetzt noch unmittelbar vor dem Viadukt und auf der Brücke stehen, abgerissen werden. Als besonders erfreulich bezeichnet Dudas die Kostensituation: „Da die Bundesstraßenverwaltung der alleinige Veranlasser ist, käme der Bund für die Gesamtkosten auf. Wobei die Stadt die Kosten für einen breiteren Gehweg tragen müsste. Da könnte man aber sicher prüfen, ob es nicht auch Fördermittel gibt.“

SPD-Fraktion stellt Antrag an den Rat

In diesem Zusammenhang hat die SPD-Fraktion einen Antrag zur nächsten Ratssitzung auf den Weg gebracht, um die Verwaltung zu beauftragen, Kontakt zumm Landesbetrieb aufzunehmen und zu prüfen, ob die benötigten Flächen erworben werden können. Auch soll die Verwaltung ermitteln, ob die bestehenden Gehwege im Zusammenhang mit einer Baumaßnahme verbreitert werden könnten und ob es dafür Fördermittel gebe.

"Noch erheblicher Planungsaufwand"

Wobei ein Teil des Antrages nach den Informationen von Dudas bereits erfüllt sei, da der Landesbetrieb im Rahmen einer Machbarkeitsprüfung bereits im Gespräch mit der Stadt sei. Dudas: „Insgesamt gibt es für die Maßnahme allerdings noch einen erheblichen Planungsaufwand und eine gravierende Unsicherheit, ob das Baurecht geschaffen werden kann.“

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