Siegfried Ochs neuer Pastor

Matthias Knöppel (rechts), Bundessekretär beim Bund freier evangelischer Gemeinden, Region West, übernahm die Einführungsriten zur Aufnahme des Ehepaares Ochs in die Gemeinde. - Fotos: Goldbach

KIERSPE - „Mit 24 Jahren war meine erste Einführung in Bad Laasphe, mit 34 Jahren wurde ich in Krefeld eingeführt. Jetzt bin ich 54 Jahre alt und wie bei meinen vorherigen Einführungen bin ich ganz unsicher und sehe einen riesigen Berg vor mir“, drückte Pastor Siegfried Ochs am Sonntag seine augenblicklichen Gefühle aus.

„Dennoch, in den 30 Jahren habe ich viel erlebt und kann sagen, keine Gemeinde lebt von ihrem Pastor. Wenn die Gemeinde lebt, lebt sie von allen die dazu gehören. Das wünsche ich mir auch für Kierspe.“

Angesichts der vielen Gäste am Sonntagmorgen im Gemeindesaal der Freien evanglischen Gemeinde, ließ sich sich erahnen, dass das gelingen wird. Es waren nicht nur die hiesigen Gemeindemitglieder, Vertreter der Nachbargemeinden oder der anderen christlichen Gruppierungen vertreten, auch ehemalige Weggefährten aus Bad Laasphe und Krefeld hatten den Weg nach Kierspe gefunden.

Nach zwei Jahren und zwei Monaten hat die Freie evanglische Gemeinde endlich wieder einen Pastor, der sie in ihrem Glauben begleiten wird und der jetzt mit einem feierlichen Einführungsgottesdienst in die Gemeinde aufgenommen wurde.

Matthias Knöppel, Bundessekretär beim Bund Freier evangelischer Gemeinden, Region West, übernahm die Einführungsriten, holte die Bereitschaft ein, sich für Gott und die Gemeinde einzusetzen und spendete den Segen.

Obwohl im nahen Wuppertal aufgewachsen, hatte der Leitungskreis der FeG sich Sorgen gemacht, dass Siegfried und Ille Ochs die sprachlichen Eigenheiten der Sauerländer nicht verstehen könnten. Ein „Woll-Plakat“ sollte beiden das Verständnis der Volmetaler erleichtern.

Die stellvertretende Bürgermeisterin Marie-Luise Linde schloss sich dem Bemühen auf Verstehen an und wünschte den neuen Kiersper Bürgern, dass sie sich im Volmetal wohl fühlen mögen.

Wehmut schwang bei den Worten von Lars Rosenthal von der Gemeinde in Krefeld mit. „Ich beglückwünsche Euch in Kierspe, Ihr habt nicht nur einen liebenswerten Menschen, sondern auch einen Brückenbauer hinzubekommen.“

In seiner Funktion als Vertreter des Sauerlandkreises und der eigenen Gemeinde in Kierspe sprach Dr. Paul Gerhard Schröder den Wunsch aus, dass die Eheleute Ochs einen guten Start in Kierspe haben mögen und es eine gute Zusammenarbeit geben wird.

Für den Bund der freien evangelischen Gemeinden und als Pastor der Nachbargemeinde in Meinerzhagen hatte auch Pastor Detlef Kühne ein Plakat mitgebracht, dieses Mal mit Schimpfwörtern aus dem Sauerland. „Wichtig sind Wertschätzung und Achtung vor anderen Menschen, auch wenn man unterschiedlicher Meinung ist“, hob Detlef Kühne hervor.

Bernd Fischer von der FeG Volmetal hatte bei seinen Grußworten das regnerische Wetter im Blick, als er den praktischen Regenschirm mit Licht als Willkommensgeschenk überreichte.

Ulrich Jatzkowski von der katholischen Pfarrei St. Maria Immaculata und der Gemeinde St. Josef betonte das Gemeinsame, das beide Kirchen miteinander verbindet. „Geistige Einheit entsteht aus einer gemeinsamen Bewegung“, betonte er. „Das, was uns verbindet, ist das gemeinsame Ziel, auch wenn wir unterschiedlich glauben.“

Für die evangelische Landeskirche in Kierspe überbrachte Christian Voswinkel einen Gutschein, damit Siegfried und Ille Ochs ihre neue Heimat genauer kennen lernen können und Peter Hornbruch von der Christlichen Gemeinde Kierspe unterstrich die Nähe beider Gemeinden, die versuchen in dieser Nähe ihren Glauben zu leben.

„Wir haben in Kierspe eine gute Gemeinschaft, bei allem was uns trennt“, brachte es Jürgen Rittinghaus vom Leitungskreis zum Abschluss auf den Punkt und lud alle Gäste anschließend zu einem Mittagessen und fruchtbaren Gesprächen ein. - GeG

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