Siegessichere Grüne geben sich trotzdem kämpferisch

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Die Kiersper Grünen starteten am Dienstagabend mit viel Elan in den Landtagswahlkampf. ▪

KIERSPE ▪ Der Grünen-Kandidat zur Landtagswahl 2010 tritt auch jetzt bei der vorgezogenen NRW-Wahl 2012 an. Geza Lang, der in Lüdenscheid Tanzlehrer ist, hat sich bereits für den 24. April zu einer Mitgliederversammlung der Kiersper Öko-Partei angekündigt, um sich der Diskussion mit dieser und natürlich auch interessierten Bürger zu stellen.

Dann soll es um programmatische Fragen gehen. Das kündigte Hermann Reyher bei der Versammlung am Dienstagabend in der Gaststätte Zur Post an, bei der ansonsten schon im Einzelnen der Landtagswahlkampf geplant wurde.

„Nachdem die Koalition am Haushalt geplatzt ist, ist jetzt der Wahlkampf über uns hereingebrochen“, erklärte Reyher zu Beginn des Treffens und berichtete dann über die Ergebnisse des Ortsvereinstreffens am Montag in Iserlohn, wo die Entscheidung gefallen sei, in den drei Wahlkreisen im Märkischen Kreis die gleichen Kandidaten wie vor zwei Jahren ins Rennen zu schicken, unter anderem eben Geza Lang im heimischen Wahlkreis.

„Rot-Grün kommt in den Umfragen derzeit auf 52 Prozent, würde also eine absolute Mehrheit erreichen. Wir sind mit Sylvia Löhrmann und Hannelore Kraft personell gut aufgestellt. Löhrmann macht die Schulpolitik“, bilanzierte Reyher. Die FDP stehe bei 2 Prozent und dass Christian Lindner daran bis zur Wahl noch viel ändern könne, bezweifelte er. Die Piraten lägen bei 5 Prozent und damit sei bei ihnen alles noch offen. Ähnlich sehe es bei den Linken aus, die aktuell bei 4 Prozent stünden. Die CDU komme auf 34 Prozent und die SPD auf 38 Prozent. Aus den Reihen der Kiersper Grünen kam spontan die Absage an eine Koalition mit der CDU, wobei Reyher zu bedenken gab, dass dies ein Thema werden könne, um bei einem anderen Wahlausgang als derzeit erwartet Regierungsverantwortung zu übernehmen. Die Grünen zeigten sich siegessicher und gaben sich trotzdem kämpferisch.

„Wir werden im Wahlkampf auf die drei Ks, Kinder, Klima und Kommunen, setzen“, führte Hermann Reyher weiter aus. So sei eine frühzeitige Förderung der Kinder wichtig, den Natur- und Umweltschutz sah er als klassisches Grünen-Thema an und dass die Kommunen in den Fokus der Grünen geraten seien, wertete er als positiv. Die Städte und Gemeinden würden mit immer neuen Bundesgesetzen konfrontiert, besonders im sozialen Bereich, wenn man nur an die Grundsicherung denke, deren Umsetzung dann ihnen zukomme. Hier sei das Konnexitätsprinzip nicht gewahrt, doch wolle der Bund den Kommunen helfen. Dies auch über den Stärkungspakt hinaus, von dem nur die ganz armen Kommunen profitierten, zu denen Kierspe aber nicht gehöre.

Die Kiersper Grünen planten am Dienstag Wahlkampfstände samstags jeweils in der Zeit von 10 bis 12 Uhr am 14. April, 28. April und 5. Mai. In der Erinnerung an eine vergangene Aktion wurde angeregt, sich zusammen mit den anderen Parteien gemeinsam zu präsentieren. Ideen waren der Einkaufspark Wildenkuhlen und der Rewe XL-Markt. Dabei sollen die Bürger mit attraktiven Giveaways überrascht werden. Auch plakatiert werden soll natürlich.

Geplant ist nach den Osterferien außerdem eine öffentliche Informations- und Diskussionsveranstaltung zum Thema Windkraft, bei der am praktischen Beispiel ein Bürgerwindrad vorgestellt werden soll. ▪ Rolf Haase

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