„Also, es war gut“ – und alle nicken

Sieben Gesamtschullehrer gehen in den Ruhestand

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Mit Hildegard Friedrichs, Peter Meier, Hans-Georg Englmann, Günther Berger, Ingrid Hermaneck, Michael Schmitt und Ute Denker verlassen Lehrer die Gesamtschule, die zum größten Teil viele Jahrzehnte dort unterrichtet haben.

Kierspe - Manchmal gehören Lehrer zum Bild einer Schule wie die Aula oder der Technikraum. Sie sind einfach Inventar und nicht wegzudenken aus dem Alltag der Einrichtung. Bei den sieben Lehrern der Gesamtschule, die jetzt gehen, ist das sicher so. Zum größten Teil Anfang der 1980er-Jahre gekommen, haben sie die Schule mitgeprägt – und hinterlassen nun Lücken, die nicht mal eben mit einer Neueinstellung zu füllen sind.

Als Hildegard Friedrichs mit dem Satz „Also, es war gut“ ihre Zeit an der Schule zusammenfasst, da nicken auch Peter Meier, Hans-Georg Englmann, Günther Berger, Ingrid Hermaneck, Michael Schmitt und Ute Denker. Einig waren sich die Pädagogen auch darin, dass sie nicht einmal gewusst hätten, wo Kierspe liegt. Doch bereut hat die Dienstverpflichtung an der Gesamtschule wohl keiner von ihnen. Danach gefragt, was sie rückblickend mit der Einrichtung verbinden, fallen Sätze wie „eine große Familie“, „sehr hilfsbereites Kollegium“, „gerade in den Anfangsjahren hatten wir viele Gestaltungsmöglichkeiten“ oder auch „die Atmosphäre und Freundlichkeit waren schon besonders – gerade auch durch das Sekretariat und Hausmeisterteam“.

Der letzte Satz stammt von Hans-Georg Englmann, der in den vergangenen Jahren als Studien- und Berufskoordinator eine besondere Position einnahm. Geboren wurde Englmann 1953 in Niedermendig in Rheinland-Pfalz. Der Vater einer erwachsenen Tochter studierte Latein und Mathematik in Münster. Sein Referendariat absolvierte er in Bad Kreuznach. Nach Kierspe kam er 1985, wo er insgesamt 30,5 Jahre unterrichtete, da er zwischendurch auch mal an der Gesamtschule in Werdohl seinen Arbeitsplatz hatte.

Die 1954 geborene Hildegard Friedrichs stammt aus Lennestadt und bezeichnet sich deshalb „als echte Sauerländerin“. Sie unterrichtete die Fächer Deutsch und Gesellschaftslehre, war als Klassenlehrerin tätig und betont, dass es ihr immer wichtig gewesen sei, sich auch schulpolitisch zu betätigen. Möglichkeiten dazu fand sie im Lehrerrat und der Schulkonferenz.

Als „Kind des Ruhrgebiets“ bezeichnet sich der 1953 geborene Peter Meier, der nicht nur in Herne aufwuchs, sondern auch in Bochum und Dortmund studierte. Als Kunst- und Musiklehrer kam er an die Kiersper Gesamtschule, „damals eine der landesweit bekannten Gesamtschulen mit idealen Unterrichtsbedingungen in meinen Fächern.“ Meier lebte seine Leidenschaft in Schülerband-Projekten aus und organisierte überregionale Rock- und Jazzfestivals. Doch auch das Theater entdeckte Meier für sich und seine Schüler, arbeitet an den jährlichen Projekten mit und baute ab 1996 das neue Schulfach „Darstellen und Gestalten“ mit auf.

Auf 31 Jahre an der Gesamtschule – mit den Fächern Mathematik und Sport – schaut Ingrid Hermaneck zurück. Auch sie hat ihre Wurzeln im Ruhrgebiet. Aufgewachsen ist Hermaneck in Rheinhausen, studiert hat sie in Duisburg und Wuppertal.

Mit solch langen Dienstzeiten in Kierspe kann Michael Schmitt nicht aufwarten. Er verbrachte die vergangenen sieben Jahren an der Gesamtschule, unterrichtete davor jedoch an allen vorstellbaren Schulformen. Aufgewachsen ist Schmitt in Wuppetal, heute lebt er in Eckenhagen.

Ute Denker sagt über ihren Beruf, dass er sehr vielseitig und niemals langweilig gewesen sei. Nach ihrem Studium (Biologie und Englisch) und dem Referendariat in Aachen wurde sie 1981 der Gesamtschule in Kierspe „zugewiesen“.

Nach 37 Jahren an der Kiersper Einrichtung ist auch für Günther Berger jetzt Schulschluss. Aufgewachsen in Baden-Würtemberg studierte er Chemie und Biologie – unterrichtete aber auch Mathematik und Physik. Er war als Klassenlehrer, Sammlungsleiter, Vertrauenslehrer, Fachkoordinator und als Tutor für Referendare tätig. Beim Bau der Wärmepumpe arbeitete er eng mit der Stadt Kierspe zusammen.

Alle sieben wurden im Rahmen einer kleinen Feierstunde von ihren Kollegen und der Schulleitung verabschiedet, bevor es zum letzten Mal in die Ferien ging.

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