Bürgermeisterwahl: Die Kandidaten im Netz

Noch recht neu bei Facebook: Der Beigeordnete und Bürgermeister-Kandidat Olaf Stelse.

Kierspe – Würde nicht der Wähler über den Bürgermeisterkandidaten entscheiden, sondern die Zahl der Facebook-Freunde, wäre die Wahl in Kierspe schon gelaufen.

Mit 1242 Freunden auf seiner „privaten“ Seite und weiteren 369 Freunden auf seiner „Kandidatenseite“ liegt Armin Jung weit vorne. Olaf Stelse hat gerade einmal 273 Follower auf seiner Seite als „Person des öffentlichen Lebens“ und 483 Freunde auf seiner „privaten“ Seite. Jörg Hentschel, der sich „nur“ als Privatperson zeigt, kann sich über 821 Freunde freuen. Doch wie präsentieren sich die Kandidaten in dem sozialen Netzwerk? Was sind ihre politischen Inhalte? Fragen, die nur ein Blick auf die jeweilige Seite beantworten kann.

Armin Jung

Bei dem FDP-Kandidaten Armin Jung wird schnell deutlich, viel Zeit verbringt er nicht damit, seine Meinung auf seiner privaten Seite kundzutun oder Inhalte zu teilen. Etwa einmal pro Woche findet sich dort etwas Neues: Zu finden sind in den vergangenen Wochen eine Trump-Parodie, etwas zum Breitbandausbau in Kierspe und eine Rede der Vizepräsidentin des NRW-Landtags Angela Freimuth (FDP) zum Geburtstag des Grundgesetzes. Auf seiner Seite „Armin Jung für Kierspe“ wird’s politischer, wenngleich man auch dort wenig über seine Ziele erfährt, die er umsetzen möchte, sollte er am 13. September zum Bürgermeister gewählt werden.

Hat für den Wahlkampf eine eigene Seite gestaltet: Armin Jung (FDP).

Auch dort teilt er in etwa wöchentlichen Abständen Inhalte, unter anderem zum Bezirksparteitag der FDP oder deren Kreisparteitag – aber er weist auch auf einen Zuschuss der Stadtwerke bei der Modernisierung von Heizungsanlagen hin. Der älteste Eintrag stammt vom 15. Juni, da ist dann wohl die Seite entstanden.

Olaf Stelse

Etwas älter ist die Seite „Olaf Stelse – BM-Kandidat für Kierspe“, denn dort lassen sich die Einträge bis zum 30. April zurückverfolgen. Dieses Datum trägt auch ein Eintrag, in dem er mitteilt, als Kandidat bei der Bürgermeisterwahl anzutreten und seine Freude darüber zum Ausdruck bringt, dass er bei der Erreichung dieses Ziels von SPD, CDU und UWG unterstützt wird.

Ansonsten konzentriert sich Stelse darauf, Inhalte mit lokalem Bezug zu teilen. Da geht es um die Eröffnung einer neuen Arztpraxis, den Baubeginn zur Neugestaltung des Forums, die Eröffnung von Mehrgenerationenplätzen in Kierspe und Rönsahl sowie um den Breitbandausbau.

Während sich der parteiunabhängige Kandidat auf seiner „offiziellen“ Seite mit Hemd und Jacket zeigt, kommt er auf seiner „privaten“ Seite ganz leger im Kapuzenpulli daher. Diese Seite ist übrigens genau drei Tage älter als seine dienstliche – und Stelse beschränkt sich weitestgehend auf das Teilen von Inhalten seiner „offiziellen“ Seite. Ein Eintrag unterscheidet sich allerdings, dort ist er tatkräftig als Vorsitzender des SGV zu sehen, bei Arbeiten am Wienhagener Turm.

Jörg Hentschel

Der Kandidat der Freien Wähler-Gemeinschaft Jörg Hentschel ist in der Vergangenheit auch schon mal mit geteilten populistischen Posts aufgefallen, und auch der letzte Eintrag, den er geteilt hat, vermittelt dem Leser, dass er die „NRW-Corona-Soforthilfe für einen schlechten Witz“ hält. Ein Post weiter wird’s lokal, dort bedankt er sich bei dem CDU-Mitglied Markus Pempe für das Ausarbeiten der Wanderroute zum höchsten Punkt Kierspes.

Nutzt seine private Facebookseite auch für den Wahlkampf: Jörg Hentschel (FWG).

Da Hentschel als einziger Kandidat keine zweite Seite betreibt, finden sich natürlich auch viele persönliche Posts des Kierspers. So erfährt man, dass Hentschel Ende Juni in den Niederlanden im Urlaub war, dass ihm dort das Schnitzel nicht so gut geschmeckt hat wie im Kiersper Rauk und auch wie sein Wohnwagen aussieht. Der Betrachter erkennt, dass der Kandidat mit seiner Frau unterwegs ist und welche Kopfbedeckung er ablegt und welche Schuhe er zurücklässt, wenn er Schwimmen geht. Politisch wird es meist dort, wo er die Artikel anderer teilt. So kommentiert Hentschel einen dieser Posts, der sich mit Dieselfahrverboten beschäftigt, dahingehend, dass er die „Deutsche Umwelthilfe abschaffen“ möchte, da diese „noch schlimmer als die Grünen“ sei.

Ansonsten teilt er auch viele weitere Inhalte, zum Beispiel von den Kiersper Stadtwerken, der Gewerkschaft der Polizei, aber es finden sich auch Anträge der Freien Wähler auf seiner Seite und viele Artikel, die in der MZ oder auf come-on erschienen sind.

MZ und come-on.de

Damit ist der FWG-Politiker nicht alleine. Auch die anderen verlinken gerne aus MZ- beziehungsweise come-on-Artikel, in denen sie erwähnt werden. Manchmal werden auch Screen-Shots veröffentlicht oder abfotografierte Zeitungsseiten.

Homepage

Bei der Suche nach einer eigenen Homepage der Kandidaten kann kein Erfolg gemeldet werden. Gibt man die Namen der drei Kandidaten in eine Suchmaschine ein, landet man meist bei der Berichterstattung der Meinerzhagener Zeitung oder findet Einträge der Parteien, die den Wahlkampf der drei Kiersper unterstützen. Bei Jung und Hentschel sind das natürlich die eigenen, Stelse darf sich gleich über drei Unterstützer freuen: SPD, CDU und UWG.

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