Geschäfte offen: „Gott sei dank“

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Auch wenn noch viele Parkplätze frei blieben, normalisiert sich das Leben im Bereich des Fachmarktzentrums in Kierspe – unter anderem, weil seit gestern zahlreiche Geschäfte nach wochenlanger Schließung ihre Türen wieder öffnen konnten, so auch das Dänische Bettenlager, aber auch KiK und „Ernsting’s family“.

Meinerzhagen/Kierspe - Marc Heyder war gut vorbereitet. Als er sein Fotogeschäft an der Hauptstraße gestern nach dem wochenlangen Shutdown wieder öffnen durfte, war alles hergerichtet: „Wir haben Abstandsmarkierungen auf dem Boden, Desinfektionsmittel und Acrylglas-Schutzscheiben.

Außerdem achten wir auf den größtmöglichen Abstand zwischen den Menschen im Geschäft. Und auch Schutzmasken sind vorhanden“, erläutert der Geschäftsinhaber. Masken werden sogar an Kunden verkauft. Besonders originell: „Wir bedrucken sie auch mit dem Wunschmotiv.“

Marc Heyder hatte über österreichische Geschäftspartner sogar die Möglichkeit, sich vorab Tipps über die Wiedereröffnung zu besorgen. Die Alpenrepublik vollzog den Schritt der vorsichtigen Geschäftsöffnungen bekanntlich bereits vor Deutschland. „Ich habe aber auch festgestellt, dass die Menschen inzwischen mit großer Ernsthaftigkeit an das Thema Corona herangehen. Das war vor Wochen noch etwas anders.“

Ansonsten lief das Geschäft bei Foto Heyder wieder gut an. „Passbilder waren beispielsweise gefragt und Bilder wurden in Auftrag gegeben“, berichtete Heyder. Um dabei die Abstandsregelungen einzuhalten und sogar noch mehr zu tun, um die Sicherheit von Kunden und Mitarbeitern zu optimieren, reaktivierte Marc Heyder sogar die obere Etage in seinem Geschäftshaus. „Dort werden Passbilder angefertigt“, erläutert er.

Nur wenige Meter weiter erwartete Jan Lienenkämper nach der langen Zwangspause gestern wieder die ersten Kunden in seinem Betten- und Wäschehaus an der Hauptstraße. Und der Geschäftsmann war froh, dass sich gleich mehrere Besucher einfanden. „Gott sei dank geht es wieder los. Bettwäsche und auch andere Wäsche ist wieder gefragt. Alles klappt wunderbar“, berichtete Lienenkämper.

Auch er hat die letzten Tage, an denen noch geschlossen war, genutzt: „Ich habe Desinfektionsmittel ebenso besorgt wie Handschuhe und Gesichtsmasken.“ Das war möglich dank Nachbarschaftshilfe und heimischer Apotheken. Kunden können sich laut Lienenkämper bei ihm nun aussuchen, ob sie ihre Hände desinfizieren oder zu ihrem Schutz Handschuhe überstreifen wollen.

Auf Kunden wartete Ingbert Gams, Inhaber von MIB-Musik in Kierspe, gestern Vormittag vergeblich. Normalerweise würden an einem Montagvormittag so sechs bis acht Kunden in den Laden kommen, „hauptsächlich um Verbrauchsmaterial wie gerissene Gitarrensaiten oder Felle fürs Schlagzeug zu ersetzen, aber da war noch gar nichts“.

In den vergangenen Wochen war Gams aber auch nicht untätig, denn Reparaturen durfte er erledigen und auch Bestellungen am Telefon oder online waren möglich, die Artikel wurden dann verschickt. Gams: „Das ist auch in einem überschaubarem Rahmen geschehen.“

Aufgrund der Geschäftsgröße darf derzeit nur ein Kunde, beziehungsweise ein Elternteil mit Kind in das Fachgeschäft. Bei der Hygiene setzt Gams auf Händewaschen und Desinfektion: „Das bin ich aber auch nicht anders gewohnt. Die Reparatur von Blasinstrumenten erfordert diese Hygienemaßnahmen sowieso. Deshalb wasche ich mir unzählige Male am Tag die Hände.“

Auch Karin Timpe von der gleichnamigen Buchhandlung und ihr Team setzen aufs Waschen und auf Desinfektionsmittel.

Lernhilfen, die von Schülern oder deren Eltern bestellt wurden, brachten gestern Vormittag die ersten Kunden wieder in den Laden. „Aufgrund der Größe des Geschäfts dürften durchaus drei oder vier Kunden eintreten. Doch es zeigt sich, dass diese lieber draußen warten, wenn bereits zwei Kunden in den Verkaufsräumen sind“, erzählt Timpe.

In den vergangenen Wochen hätten auch einige Kunden die Möglichkeit genutzt, über die Homepage der Buchhandlung zu bestellen, „aber das waren gar nicht so viele“. Auch in normalen Zeiten nutzen Kunden diese Bestellmöglichkeit, weil sie nach wie vor der schnellste Weg ist, an Bücher zu bekommen. Timpe: „Wer bis nachmittags 17.30 Uhr bestellt, kann die Bücher dann am nächsten Tag mit der Ladenöffnung bei uns abholen. So schnell ist kein Onlinehändler.“ Derzeit würde das aber nicht immer funktionieren, da es aufgrund der Abstandsregeln bei den Versendern und der Zutrittsregelung für Lkw-Fahrer zu Verzögerungen komme.

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