Bau der Shopping-Mall vielleicht schon 2012

Der Gummersbacher Diplomingenieur Andreas Flasche stellte im Fachausschuss die Planung für den Bebauungsplan Hülloch-Buschheide Teil 2 im Einzelnen vor. ▪

KIERSPE ▪ Durch großzügig bemessene Festsetzungen im Bebauungsplan soll dem Investor ein hohes Maß an Flexibilität bei der baulichen Gestaltung der vielleicht schon im kommenden Jahr bevorstehenden Erweiterung des Einkaufsparks Wildenkuhlen ermöglicht werden, um so den Weg für eine attraktive Lösung zu ebnen.

Etwas Sorge haben die Politiker, wie im Ausschuss für Stadtentwicklung, Planung und Wirtschaftsförderung deutlich wurde, aber, dass besonders bei dem Objekt, das dem zentralen Kreuzungsbereich am Wildenkuhlen zugewandt ist, auch wirklich eine ansprechende Architektur geschaffen wird. Immerhin könnte dies, wie der Planer Andreas Flasche in der Sitzung am Dienstag im Rathaus erläuterte, eine beträchtliche Größe erhalten und sich da an dem gegenüberliegenden Wohn- und Geschäftshaus von Hellerforth orientieren. Allerdings garantieren die Vorgaben eine gegliederte Bauweise aus zwei Flügeln, die miteinander durch eine Shopping-Mall oder -Rotunde in Richtung Einkaufspark verbunden sind. Der Eingang soll ein Stück zurückversetzt werden, so dass ein Platzcharakter entsteht.

Trotzdem, das machte Martin Schlüchting von Pro Kierspe deutlich, sei das Ergebnis eine Fassade von immerhin 14 bis 15 Meter Höhe. Wobei, so gab der städtische Planer Rainer Schürmann hier zu bedenken, die oberen Geschosse deutlich kleiner würden als das untere, in dem die kleine Passage mit verschiedenen Läden und vielleicht auch Gastronomie vorgesehen ist.

Er berichtete, dass inzwischen seitens des Investors mehrere architektonische Vorschläge für das so genannte Portalgebäude präsentiert worden seien. Die Politiker bedauerten, dass diese nicht gleich mit der Planung für den Bebauungsplan vorgestellt wurden.

Der wesentliche Unterschied zu der zuerst eingereichten Gebäudeansicht aus dem vergangenen Jahr ist die deutlich höhere Bauweise mit mehreren Stockwerken. Untergebracht werden sollen im Untergeschoss kleingliedriger Einzelhandel und in den Obergeschossen Ärzte, Anwälte und Büros.

Gleich von mehreren Seiten klang an, wie wichtig eine attraktive Architektur an dieser Stelle sei. Immerhin gebe die Stadt mit dem Wildenkuhlen ihre Visitenkarte ab, betonte Martin Schlüchting und ergänzte dann gleich mit einer Einschränkung: „Hier sollte etwas Schönes entstehen, das aber natürlich für den Investor auch wirtschaftlich zu bauen sein muss.“

Erich Mürmann von der SPD mahnte, dass hier nicht die Pappkarton-Bauweise des restlichen Einkaufsparks fortgeführt werden dürfe und fragte weiterhin nach, ob sichergestellt sei, dass genug Platz vorhanden sei, um die Kreuzung in Zukunft einmal in einen Kreisverkehr umzubauen, was der Planer Andreas Flasche klar bejahte. Einen unattraktiven „Klotz“, so Dieter Waldhelm von der UWG, wolle er hier nicht haben. „Das Portalgebäude darf nicht zu einer Mogelpackung werden“, befand genauso Hermann Reyher von den Grünen.

Jenseits der Dr. Hans-Wernscheid-Straße, die zudem ein Stück nach unten hin verlängert wird, um einen weiteren Anbau an den bisherigen Fachmarktbereich für Elektronik, Fotobedarf, Drogerieartikel oder Kleidung zu ermöglichen, ist außerdem ein Gewerbegebiet geplant. Angesiedelt werden sollen jedoch wegen der nahen Wohnbebauung ausschließlich nichtstörende Betriebe. Ausgeschlossen sind in diesem Bereich Einzelhandel wie auch Vergnügungsstätten. Dass dort eben nicht Einzelhandel möglich sein soll, wurde am Dienstag sofort kritisch kommentiert.

Ein weiterer Bestandteil des Bebauungsplans Hülloch-Buschheide Teil 2, von dem am Dienstag in einem ersten Schritt die Planung vorgestellt wurde, bevor dieser dann ins weitere Verfahren geht, ist eine Erweiterungsoption des Komplexes mit dem Lidl-Markt und dem Schuhdiscounter Reno, damit der Bau zur Kölner Straße hin vergrößert werden kann.

Angestrebt wird hier aber kein Satteldach, sondern ein begrüntes Flachdach, so dass die Erweiterung optisch praktisch nicht stört und sich besser integriert, wie Andreas Flasche informierte. Ziel des Anbaus ist eine größere und damit wirtschaftlichere Verkaufsfläche für den Schuhdiscounter, zumal es von diesem bereits Überlegungen gibt, wieder zu schließen. Die Fläche des Gebäudes mit den beiden Märkten soll sich dadurch von derzeit 1600 auf dann 2250 Quadratmeter erhöhen. ▪ Rolf Haase

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