Awo setzt Zeichen gegen Fremdenhass in Kierspe

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An der Kölner Straße suchten die Mitglieder der Arbeiterwohlfahrt das Gespräch mit Passanten.

Kierspe - An zwei Orten in Kierspe wurden am Montag, am internationalen Tag gegen Rassismus, Zeichen gegen Fremdenfeindlichkeit gesetzt. Am Awo-Familienzentrum Haunerbusch pflanzten Kinder der Einrichtung verschiedene Blumen und an der Apotheke am Wildenkuhlen suchten Awo-Mitglieder das Gespräch mit Passanten.

Mittagsblumen, bunte Stiefmütterchen und Hyazinthen hatten Erzieherin Sylvia Glasenapp und sechs Kinder des Awo-Familienzentrums zuvor beim heimischen Gärtner gekauft. Nun sorgen die Pflanzen für ein farbenfrohes Erscheinungsbild des Eingangsbereich der Einrichtung. 

„Wir haben uns bewusst für Blumen in den verschiedensten Farben entschieden. Sie sind genau so bunt wie wir Menschen auch“, erläuterte Sylvia Glasenapp. Die Erzieherin unterstrich, dass gewisse Grundwerte im frühesten Kindesalter vermittelt werden sollten: „Das fängt schon bei der gegenseitigen Wertschätzung an. Die Kinder wissen, dass kein Mensch aufgrund seiner Hautfarbe oder Herkunft ausgegrenzt werden darf.“

Wenige hundert Meter weiter, an der Kölner Straße, hatten Mitglieder der Arbeiterwohlfahrt und Mitarbeiter des Awo-Seniorenzentrums einen Stand an der Apotheke am Wildenkuhlen errichtet. Dort verteilten sie, kurzzeitig auch gemeinsam mit der SPD-Bundestagsabgeordneten Petra Crone, Awo-Flyer zur Kampagne „Hand in Hand – Gegen Hass und Hetze“. „Viele Menschen haben interessiert reagiert und einen Flyer mitgenommen. Mit einigen sind wir ins Gespräch gekommen und haben unter anderem über die aktuelle Flüchtlingssituation diskutiert“, erzählte Kristin Aubert, Einrichtungsleiterin des Kiersper Seniorenzentrums am Haunerbusch.

Die Awo-Mitglieder betonten, „dass Integration auch in kleineren Städten gelebt werden“ müsse. Unterstützt wurden sie dabei von dem Nigerianer Akindele-Abrodeen Steven, der aus seinem Heimatland geflüchtet war und seit nunmehr zehn Monaten in Deutschland lebt. Mittlerweile kann er deutsch sprechen. Heute arbeitet der gelernte Ingenieur als Reinigungskraft im Seniorenzentrum am Haunerbusch.

In Gesprächen mit Bürgern konnten unter anderem einige Vorurteile aus dem Weg geräumt werden: „Oftmals wurden Äpfel mit Birnen verglichen, bei einigen Leuten herrschte sehr viel Unwissenheit. Diese Unwissenheit muss aus dem Weg geräumt werden, um Probleme lösen zu können“, waren sich die Awo-Mitglieder einig.

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