Tempo 30 gilt nur noch eingeschränkt

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Noch steht das alte Schild an der Friedrich-Ebert-Straße – in Kürze wird es ergänzt.

Kierspe - Noch müssen alle Verkehrsteilnehmer mit einer Geschwindigkeit von maximal 30 Kilometern pro Stunde den Felderhof auf der Friedrich-Ebert-Straße passieren. Doch bereits in Kürze wird dies an den Wochenenden und nach 18 Uhr nicht mehr notwendig sein. Dann gilt auch auf diesem Abschnitt Tempo 50 – wie auf dem Rest der Straße bereits jetzt. Ursache für diese Änderung ist ein Antrag der Freien Wählergemeinschaft.

Die Ursache für den Antrag ist im Vorgehen des Kreises zu suchen, der vor rund drei Jahren den Behindertenparkplatz vor der Volksbank nutzte, um von dort in der Zeit zwischen 6.30 und 9 Uhr den Verkehr mit einem Radargerät zu kontrollieren. Das führte zu Unmut bei vielen Kierspern und – eben auch – zu dem Antrag der FWG.

Dieser wurde zuerst im zuständigen Fachausschuss der Stadt beraten und dort mit deutlicher Mehrheit abgelehnt. Danach wandten sich die FWG-Politiker an den Kreis, der für entsprechende Regelungen zuständig ist. Doch es sollte noch gut zweieinhalb Jahre dauern, bis der Kreis eine neue Regelung erließ. Diese ist nun ergangen und muss mit zeitlicher Nähe umgesetzt werden.

Bereits im September 2015 gab es einen Ortstermin, an dem der Märkische Kreis, der Landesbetrieb Straßen.NRW, die Polizei und auch die Stadtverwaltung teilnahmen. Auch bei diesem Termin sprach sich die Verwaltung gegen eine Änderung der bisherigen Regelung aus. Alle anderen Teilnehmer sahen in einer Änderung Vorteile. Schließlich wurden mehrtägige Verkehrs- und Geschwindigkeitsmessungen angeordnet, deren Ergebnis war, dass die Tempo-30-Regelung bereits jetzt in der schulfreien Zeit von vielen Fahrzeuglenkern missachtet wird.

Durch eine Änderung der Straßenverkehrsordnung kam es in der Folgezeit zu Verzögerungen. Doch letztlich stimmte sich das Straßenverkehrsamt des Kreises mit dem Ordnungsamt Kierspe ab, sodass zukünftig Tempo 30 nur noch in der Zeit von 7 bis 18 Uhr gilt. Gefordert hatten die Freien Wähler eine zeitliche Einschränkung von 7 bis 17 Uhr. Doch Kreis und Ordnungsamt verständigten sich auf den längeren Geltungszeitraum, um die Schüler, die sich nach den Öffnungszeiten der Schule noch in der Sporthalle befinden, beim Überqueren der Friedrich-Ebert-Straße zu schützen.

„Für uns ist das ein guter Kompromiss. Denn wenn keine Schüler mehr in der Schule sind, dann braucht man auch keine Tempo 30“, teilt Peter Christian Schröder von der FWG mit. Dazu ergänzt Martin Schlüchting (FWG): „Ich begrüße natürlich vor allem, dass außerhalb der genannten Zeiten dann auch nicht mehr geblitzt wird – zumindest dann nicht, wenn die Autofahrer nicht schneller als die erlaubten 50 km/h fahren.“ Und mit einem kleinen Seitenhieb in Richtung Stadt sagt Schröder abschließend: „Das zeigt ganz klar, dass man sich nicht mit jeder Entscheidung, die die Stadt trifft, zufriedengeben muss.“

Der Märkische Kreis nennt als einen Hauptgrund für die Änderung, dass die bisherige Regelung nicht mit der Straßenverkehrsordnung im Einklang stehe und man sich von einer zeitlichen Einschränkung eine höhere Aufmerksamkeit von den Fahrzeugführern verspreche, die diesen Bereich befahren würden.

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