Schulleiter sieht Kinder durch Baustelle in Gefahr

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Ein großer Teil der Klassen- und Schulräume ist zur Baustelle hin ausgerichtet. Baulärm und rangierende Fahrzeuge sorgen immer wieder für Störungen um Unterricht.

Kierspe - Schwere Baufahrzeuge im Einsatz, Eltern auf Irrwegen und Lasten, die weit getragen werden müssen – die Bedingungen, mit denen derzeit alle an der Servatiusschule leben müssen, sind alles andere als gut.

Ein Austausch zu diesem Thema ist nur im Gebäude möglich, da er ansonsten im Baulärm untergeht. Jeder Meter, der zu Fuß gegangen wird, tut dem Körper gut, davon ist auch Schulleiter Ekkehard Haas überzeugt, der seit Wochen seinen Wagen weit ab der Schule auf dem Parkplatz nahe des Rönsahler Gemeindehauses parkt – genau so, wie es auch seine sieben Lehrerkollegen machen.

Denn der kleine Parkplatz am Schulgebäude ist auf der einen Seite durch die Privatwagen der Bauarbeiter, die mit dem Abriss der ehemaligen Märkischen Werkstätten und der Vorbereitung eines neuen Baugebietes beschäftigt sind, blockiert, auf der anderen Seite verhindert ein Bauzaun das Parken.

Die wenigen Parkplätze, die nach der Einrichtung der Baustelle zur Verfügung standen, sind von den Arbeitern belegt. Lehrer und Beschäftigte der Schule müssen weiter entfernt ihre Wagen abstellen.

Ginge es nur um den Weg zur Schule, wäre es dem Schulleiter wohl nicht in den Sinn gekommen, seinem Unmut Luft zu machen. „Problematisch ist die Situation für alle, die viel Gepäck mit sich herumtragen – so vor allem Sekretärin und Hausmeister, aber auch die drei Betreuungskräfte. Dadurch, dass wir eine Verbundschule sind, hat der Transport von Unterrichtsmaterial enorm zugenommen. Aufgrund der Baustellensituation ist es kaum möglich, die Schule auch nur fürs Be- und Entladen anzufahren.“

Sorgen bereitet ihm auch die Verkehrssituation im Hinblick auf seine Schüler, denn deren Weg führt nun jeden Morgen an eng geparkten Autos vorbei und zwischen schweren Baumaschinen und Lastwagen hindurch. Haas: „Dann gibt es auch immer noch viele Eltern, die ihre Kinder morgens mit dem Auto zur Schule bringen und dann auf dem sehr begrenzten Platz ihre Fahrzeuge wenden müssen. Vor allem jetzt, wenn es morgens zu Schulbeginn noch dunkel ist, entstehen gefährliche Situationen für die Kinder.“

Ähnlich sehe es auch außerhalb der Schulzeiten aus, schildert seine Stellvertreterin Stefanie Fischer: „Wenn die Turnhalle nachmittags oder abends genutzt wird, verschärft sich das alles noch einmal, denn auch dann finden sich keine Parkplätze, da etliche Bauarbeiter wohl auf dem Gelände übernachten und ihre Fahrzeuge dann Tag und Nacht vor der Schule stehen.“ Die Nummernschilder der Dauerparker geben ebenfalls einen deutlichen Hinweis darauf, dass zwischen Arbeitsende und Arbeitsbeginn eine Heimfahrt unmöglich ist.“

Gesprächsversuche scheitern an sprachlichen Barrieren

Gesprächsversuche mit den Arbeitern, die den Schulparkplatz nutzen, seien bislang an sprachlichen Barrieren gescheitert. Auch die Verwaltung kann nicht weiterhelfen, da es sich um einen öffentlichen Parkplatz handelt. Allerdings soll es in naher Zukunft eine Aussprache mit dem Investor geben, versprach der Beigeordnete Olaf Stelse.

Unverständlich ist dem Schulleiter auch, warum es überhaupt eine Genehmigung gibt, die Baustelle von diesem Bereich aus anzufahren: „Das erzeugt sehr viel Lärm, was vor allem deshalb sehr ärgerlich ist, weil die meisten unserer Klassenräume genau auf die Baustelle ausgerichtet sind.“

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