Ungewohntes Bild in Rönsahl

Servatiuskirche eingerüstet: Der Zahn der Zeit nagt am Turm

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Vollständig „verhüllt“ ist derzeit der Turm der Servatiuskirche. Umfangreiche und unaufschiebbare Sanierungsarbeiten am Gebälk und an der Außenfassade stehen an.

Rönsahl – Seit rund drei Wochen bietet sich dem Betrachter ein ungewohntes Bild mitten im Dorf: Eine Spezialfirma ist damit beschäftigt, den Turm der Servatiuskirche von allen Seiten mit einem Gerüst zu versehen.

Allerdings ist hier nicht der Verpackungskünstler Christo am Werk, sondern das Ganze hat schon einen ernsten Hintergrund. Wie bei einer routinemäßig vorgenommenen Inspektion nämlich festgestellt wurde, hat der Zahn der Zeit Teilen des Kirchturms im Laufe der Jahre zugesetzt, dergestalt, dass jetzt eine Sanierung unumgänglich ist, um noch größeren Schaden zu vermeiden.

Dabei ist zu bedenken, dass der Turm der Kirche als solcher zweifellos das älteste Gebäude in der Gemeinde Rönsahl überhaupt ist. Das genaue Alter des Kirchturms ist zwar nicht bekannt, Historiker schätzen allerdings, dass die Bauzeit der ersten steinernen Kirche in Rönsahl, also auch des Kirchturms, um das Jahr 1250 einzuordnen ist. 

Jedenfalls weiß man, dass der Kirchturm mit seinen dicken Bruchsteinmauern seinerzeit den verheerenden Dorfbrand, dem im Jahre 1766 nahezu sämtliche Häuser im Dorf und auch das Kirchenschiff zum Opfer gefallen waren, überstanden hatte.

Turmspitze war früher pyramidenförmig

Zwei Jahre später, also im Jahr 1768, so sagt es die schmiedeeiserne Inschrift an der dem Dorf zugewandten Seite des Kirchenschiffes, wurde das Seitenportal aus Sandstein neu errichtet, sodass seitdem die Kirche in ihrer heutigen Form wieder zur Verfügung steht. Ältere Dorfansichten zeigen den Turm noch in seiner früheren Form, nämlich mit einer pyramidenförmigen Turmspitze. 

1897, also vor 122 Jahren und damit kurz vor Beginn des 20. Jahrhunderts, war das wohl das Hauptereignis in Rönsahl: Der Turm der Servatiuskirche erhielt einen neuen Helm. Dieser Teil der Kirche (der Kirchturm) ist wahrscheinlich, so vermutet man, von einem früheren Gotteshaus auf dem „Haller Platz“, das möglicherweise in Form einer Basilika an gleicher Stelle gestanden haben könnte, erhalten geblieben.

Gemeinde hofft auf Spendengelder 

Festgestellt wurde, dass die Witterungseinflüsse der letzten Zeit auch den Turm der Servatiuskirche nicht verschont haben. So haben sich an der Turmspitze mehrere Schieferplatten gelöst oder fehlen mittlerweile ganz, auch blieben die Blechverkleidungen an der sogenannten Laterne nicht vom Sturm verschont. 

Und der Aufbau der Laterne sowie der hölzerne Dachstuhl der Turmspitze sind durch das Eindringen von Wasser in einer Weise in Mitleidenschaft gezogen worden, dass entsprechende Sanierungsarbeiten unaufschiebbar geworden sind. Die enge und steile steinerne Treppe im Kirchturm, die zu den beiden Turmstuben führt, und die schmale hölzerne Leiter zum Glockenstuhl lassen solcherlei Arbeiten am Turm nur von außen zu und machten daher das aufwendige Einrüsten erforderlich. 

Gerne würde die Kirchengemeinde bei dieser Gelegenheit auch die Ausbesserung losen Putzes und die Beseitigung von Rissen an der Außenfassade des Turmes in Auftrag geben wie gleichermaßen auch einen neuen Anstrich des Turmes oder besser noch der gesamten Kirche, aber leider fehlen dafür die finanziellen Mittel. Deshalb ist man diesbezüglich dringend auf Spendengelder und jedwede mögliche Unterstützung angewiesen und hofft daher auf Mithilfe aus der Bevölkerung. Wer helfen kann und möchte, findet unter der E-Mail-Adresse ev.kirche-roensahl@gmx.de jederzeit einen kompetenten Ansprechpartner.

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