MZ-Serie: Das Team der Fundgrube im Bürgerzentrum

Kerstin Grede, Alfred Althoff und Martina Korreck (von links) tun was. Sie arbeiten ehrenamtlich in der Fundgrube des sozialen Bürgerzentrums „Hand in Hand“. Jeden Mittwoch opfern sie ihre Freizeit für andere. Foto: Meyer

KIerspe - Die Arbeit in Vereinen und sozialen Einrichtungen wird immer wichtiger für eine starke Gesellschaft. Doch die Menschen, die hinter diesem ehrenamtlichen Engagement stecken, kennen die wenigsten. In einer MZ-Serie sollen die Personen vorgestellt werden, die mit Herzblut ihre Freizeit für andere opfern und helfen, wo geholfen werden muss – wie etwa das Team der Fundgrube im sozialen Bürgerzentrum „Hand in Hand“.

Von Martin Meyer

„Hier zu arbeiten ist wie das tägliche Frühstück“, sagt Kerstin Grede. Jeden Mittwoch – aber auch wirklich jeden Mittwoch – nehmen sich die 50-jährige Kiersperin und ihre Kollegen Martina Korreck und Alfred Althoff Zeit, um im Bürgerzentrum auszuhelfen. Dann heißt es Geschirr abstauben, Spielzeugpuppen aufrichten und Modeschmuck sortieren – in der Fundgrube gibt es immer etwas zu tun. Vor allem, wenn neue „Ware“ eingetroffen ist. „Bei uns geben Privatleute alles ab, was nach einem Umzug oder Todesfall nicht mehr gebraucht wird“, erklärt Kerstin Grede, die sich hier seit der ersten Stunde der Fundgrube vor knapp zwei Jahren für andere Menschen einsetzt.

Bunt, aber keineswegs chaotisch geht es zu in dem kleinen, einladend wirkenden Raum im Bürgerzentrum. Von Haushaltsgeräten, über Holzspielzeug bis zu Fahrradhelmen – hier gibt es fast alles, was man für kleines Geld für den täglichen Bedarf benötigt. Mittwochs von 14.30 bis 17 Uhr können Interessierte zum Stöbern und Kaufen vorbeischauen. „Die Leute brauchen keine Scheu haben, wir beißen nicht“, scherzt Grede und Alfred Althoff fügt hinzu: „Hier kann jeder vorbeikommen. Die Einnahmen sind uns wichtig.“ Das Geld komme dem Zukauf von Waren für die Lebensmittelausgabe des Zentrums zugute, so der 65-jährige Rentner, der lange Zeit ehrenamtlich in der Suchtberatung gearbeitet hat.

Die Tätigkeit im Bürgerzentrum hat das Team der Fundgrube zusammengeschweißt: „Es fehlt etwas, wenn man nicht hier sein kann und sich nicht sieht“, sagt Martina Korreck. Die 60-Jährige ist zurzeit arbeitssuchend und möchte ihre Zeit sinnvoll nutzen, um zu helfen und unter Leuten zu sein. So sieht es auch Kerstin Grede: „Ich habe lange Zeit sehr zurückgezogen gelebt. Mit meinem Engagement suche ich den Kontakt zur Öffentlichkeit. So kann ich etwas geben und bekomme dafür auch etwas zurück.“ Auch in Zukunft wollen die drei jeden Mittwoch ihrer Arbeit in der Fundgrube nachgehen: „Solange es gesundheitlich geht und wir gebraucht werden.“

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