Seniorensport in Kierspe boomt

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In der Aerobicabteilung der Damen des TSV Rönshal gibt Brigitte Escher den Ton an. ▪

KIERSPE ▪ „Kiersper sind und waren schon immer Vereinsmeier“, behauptet keck eine Teilnehmerin in der kurzen Verschnaufpause von der Gymnastik, lächelt und ergänzt: „Man freut sich, wenn man sich sieht“. Sie trifft damit ins Schwarze, wenn man die Angebotsvielfalt der heimischen Vereinswelt betrachtet, insbesondere die große Zahl der in Sportgruppen organisierten Seniorinnen und Senioren. Allein sechs Angebote finden sich für Menschen im Alter fünfzig plus beim TSV Kierspe und Rönsahl.

Und die werden seit Jahren von zahlreichen Teilnehmern genutzt. So hat sich über die Zeit bei den regelmäßigen wöchentlichen Treffen zur Förderung der körperlichen Fitness ein starker Zusammenhalt entwickelt.

Dies wird offensichtlich, wenn die Gruppenmitglieder von „Fit in den Alltag“ um Hugo Bisitz an diesem Dienstagvormittag – kurz vor dem Kochen – nach der Begrüßung erst einmal quatschend zusammenstehen, um das Neueste auszutauschen, bevor es mit dem Aufwärmtraining zur Sache geht: Alle stehen im Kreis, gehen auf der Stelle, wechseln zu lockerem Laufen, das bringt den Kreislauf in Schwung. Hüpfen und Springen bleiben ausgespart, dies würde die Gelenke zu sehr strapazieren. „Jetzt machen wir vorsichtig einen großen Schritt über einen Baumstamm“, weist Bisitz seine Teilnehmer an und veranschaulicht damit bildlich, was zu tun ist. Seit über dreißig Jahren als Übungsleiter tätig, schöpft er bei der Wahl seiner Bilder aus einem reichen Erfahrungsschatz. „Jetzt kegeln wir“, alle gehen tief, bei möglichst geradem Rücken, „und fliegen danach wie ein Kranich“. Beine und Arme werden gedehnt und gelockert, es folgen einfache Koordinations- und Gleichgewichtsübungen.

Nach dem Aufwärmen geht es mit Handgeräten weiter. Heute kommt der Pilates Circle zum Einsatz, ein dreißig Zentimeter großer Kunststoffring mit Polsterung an zwei Seiten, der zur Kräftigung der Muskulatur dient. „Wenn ich mal drei Wochen nichts mache, merke ich das deutlich“, erklärt ein fünfundsechzigjähriger Teilnehmer. „Die Gelenke knacken und ich habe weniger Luft beim Treppensteigen“. Um den Trainingsgewinn zur Erhaltung der Beweglichkeit geht es auch in der Montagsgruppe „Sie und Er“, die von Lore Schmidt geleitet wird. Sie passt die Geräte- und Übungsauswahl den Möglichkeiten ihrer zumeist Siebzigjährigen optimal an. „Während wir früher auch auf Matten übten, nutzen wir heute den Hocker, damit auch unsere Ältesten das Training bewältigen können“, kommentiert sie. Der Hocker wird als Übungsgerät selbst oder nur als Sitzutensil genutzt, um zum Beispiel über die Arbeit mit Poolnudeln die Arme zu kräftigen. Ob Pezziball, Hantel, Terraband, Redondo-Ball, Balance-Pad, Keule oder Reifen, die Handgeräte bieten ein breites Spektrum der Anwendungsmöglichkeiten. Wenn Christiane Esser ihre Leute anfeuert: „Jetzt zieht auch mal!“, während je eine Partnerin mit dem Reifen in Taillenhöhe versucht wegzulaufen und eine andere diese am Reifen hinten zurückhält, wird spielerisch nicht nur die Beinmuskulatur gekräftigt. Im Hintergrund läuft bei der „Gymnastik-Frauen“– Gruppe Musik, wie auch bei den zwei anderen Gruppen, in denen die Frauen unter sich bleiben. Musik motiviert, aber am meisten, wenn die Stücke auch bekannt sind. So haben die engagierten Übungsleiterinnen über Jahre zuhauf Stücke aus Rock und Pop speziell zum Aerobic-Training gesammelt. „Aerobi ist den Best-Agers bestens bekannt und daher beliebt“, begründet Dorette Vormann-Berg die freudige Arbeit. An „Aerobic 50 plus“ nehmen mal nur zehn, maximal zwanzig Frauen teil. „Damit ist die Gruppe für den Übungsleiter überschaubar und effektives Arbeiten gewährleistet“, merkt Vormann-Berg an.

Beim TSV Rönsahl schließt Übungsleiterin Brigitte Escher dem Aerobic-Programm zumeist noch Übungen zu „Bauch-Beine-Po“ an.

Die gemischte Gruppe „Nordic-Walking“ treibt es in die Umgebung von Kierspe um über rund acht Kilometer die Ausdauer zu trainieren.

Von Evelyn Strohkamp

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