Seniorenkreis des CVJM Kierspe aufgelöst

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Als Erinnerung an die 52-jährige Geschichte des Kreises haben Gerda und Herbert Schröder viele Zeitungsartikel und Fotos archiviert. ▪

KIERSPE ▪ Es war das letzte Treffen – und das nach insgesamt 52 Jahren. Noch ein letztes Mal war der evangelische Seniorenkreis des CVJM Kierspe, der einst als Ehepaarkreis startete, bei Herbert und Gerda Schröder am Haunerbusch zusammengekommen. Anlass war die Auflösung des Kreises, bei dem Herbert Schröder all die Jahre als Koordinator und Sprecher fungiert hatte – eine Aufgabe, bei der er stets tatkräftig von Ehefrau Gerda unterstützt wurde.

Doch nun, im stolzen Alter von 80 Jahren, befand er, dass es Zeit sei, aufzuhören. Und da kein Nachfolger gefunden werden konnte, wurde der Kreis schließlich aufgelöst – eine Entscheidung, die aber natürlich nicht plötzlich, sondern frühzeitig gefällt worden war. „Wir hatten die Auflösung bereits Anfang des Jahres im Kreis besprochen“, sagt Herbert Schröder.

So konnten die letzten Aktivitäten noch in Ruhe geplant werden, bis sich die Mitglieder nun zum Abschluss zu einem gemütlichen Beisammensein beim Ehepaar Schröder einfanden. Unter anderem blickten die 19 Frauen und Männer in diesem Rahmen noch einmal auf die langjährige Geschichte des Kreises zurück.

Gegründet wurde er 1958 als Ehepaarkreis des CVJM Kierspe-Bahnhof (der Zusammenschluss mit dem CVJM Kierspe-Dorf erfolgte erst Mitte der 70er Jahre). Neben Gerda und Herbert Schröder, die im gleichen Jahr geheiratet hatten, zählten auch die Eheleute Wünsch und das Ehepaar Clever zu den Gründungsmitgliedern. „Der Grund war, dass wir uns über Glaubensthemen unterhalten wollten“, erklärt Herbert Schröder.

Zu Spitzenzeiten zählte die

Gruppe 25 Mitglieder

„Wir trafen uns einmal im Monat, immer bei einem anderen Paar“, sagt Gerda Schröder. Die heute 77-Jährige und ihr Mann können sich noch gut daran erinnern, wie sich der Ehepaarkreis in der Folgezeit immer größerer Beliebtheit erfreute. „Nach fünf Jahren waren es schon 16 bis 20 Personen. Damals haben wir uns immer im Wohnzimmer von Pastor Hoffmann getroffen“, so Herbert Schröder. Mitte der 60er Jahre wählte dann der inzwischen auf mehr als 20 Mitglieder angewachsene Kreis den Gemeinderaum der Christuskirche als neues Domizil. Später zählte die Gruppe zu Spitzenzeiten sogar 25 Teilnehmer.

Der Großteil hielt dem Kreis während der Jahre die Treue. Gemeinsam mit dem Kreis wurden auch die Mitglieder älter. „Anfang der 90er Jahre haben wir dann die Entscheidung getroffen, den Ehepaarkreis auch für Alleinstehende zu öffnen und ihn in Seniorenkreis umzubenennen“, erzählt der einstige Vorsitzende des CVJM Kierspe-Bahnhof (1953 bis 1970).

Doch ob in den ersten Jahrzehnten im Ehepaarkreis oder später dann im Seniorenkreis – die Aktivitäten waren zahlreich und vielfältig. So fanden regelmäßig Bibel- und Themenabende statt. „Zum Beispiel hat Pastor Friedrich Tometten bei uns über seine Arbeit in Neuguinea berichtet. Und einmal erzählte Pastor Heinz Köpsel von seinen Reisen nach Israel“, erinnert sich Herbert Schröder. Einen Themenabend habe Hartmut Pieta, 2. Konrektor der Städtischen Realschule Meinerzhagen und damals Presbyter, mit einem Referat über Dietrich Bonhoeffer – der lutherische Theologe nahm am deutschen Widerstand gegen den Nationalsozialismus teil – gestaltet. Dies ist aber freilich nur eine kleine Auswahl an Themen, denen sich der Kreis in den 52 Jahren seines Bestehens widmete.

Früher standen auch regelmäßig Freizeiten auf dem Programm. Einmal pro Jahr verreiste ein Teil der Mitglieder gemeinsam. Unter anderem zog es die Gruppe in das Freizeitheim des Westbundes des CVJM, Haus Elsenburg im rheinland-pfälzischen Kaub am Rhein. „Dort waren wir mehrere Male. Und die Gemeinschaft war immer das Wichtigste“, meinen Herbert und Gerda Schröder.

Das Ehepaar konnte in den letzten Jahren des Seniorenkreises dann auf die tatkräftige Hilfe von Pastor i. R. Gustav Adolf Schmidt und Schreiner Hans-Hugo Schriever zählen. Beide hätten sie bei der Koordination unterstützt und dafür gesorgt, dass der Kreis noch so lange bestehen konnte, sagen Herbert und Gerda Schröder den Helfern großen Dank. Aber auch den anderen Pastoren seien sie für viele schön gestaltete Themenabende dankbar, betonen Herbert und Gerda Schröder. „Bis zuletzt haben Pastor Reiner Fröhlich und Pastor George Freiwat mit uns biblische Themen besprochen“, sagt das Paar. Der letzte Vortrag im Rahmen des Seniorenkreises habe schließlich über eine Reise von Pastor Fröhlich nach Äthiopien gehandelt.

Doch obgleich der Kreis nun aufgelöst wurde, stand eines bei dem abschließenden Treffen fest: „Die Kontakte der Mitglieder untereinander bleiben natürlich bestehen, zum Beispiel durch Treffen zum Kaffee“, sagt Gerda Schröder. „Es ist immer eine gute Gemeinschaft gewesen, und so wird es auch weiterhin bleiben“, ist sie überzeugt – auch ohne Seniorenkreis. ▪ dr

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